Sonntag, 8. November 2020

Ihr sollt wissen das wir noch da sind von Esther Safran Foer


Esther Safran Foer ist die Mutter des Bestsellerautors Jonathan Safran Foer, der mit seinem weltweit gefeierten Debüt »Alles ist erleuchtet« den Grundstein legte für dieses mutige Memoir. Sie begibt sich auf die Suche nach der Geschichte ihrer Familie, die in der schrecklichen Dunkelheit des Nationalsozialismus begraben wurde. Ein Buch gegen das Vergessen. Als Esthers Mutter beiläufig offenbart, dass ihr Mann eine frühere Frau und Tochter hatte, die beide im Holocaust ermordet wurden, beschließt Esther herauszufinden, wer sie waren und wie ihr Vater überlebt hat. Nur mit einem Schwarzweißfoto und einer handgezeichneten Karte reist sie zusammen mit ihrem Sohn in die heutige Ukraine, um das Shtetl zu finden, in dem sich ihr Vater während des Krieges versteckt hatte. Diese Reise wird ihr Leben für immer verändern und sie wird es Esther ermöglichen, endlich richtig zu trauern. Sie findet in der Ukraine tatsächlich die Nachfahren der Menschen, die ihren Vater versteckt hatten und erfährt sogar den Namen ihrer Halbschwester. Eine bewegende Geschichte von einer Frau auf der Suche nach ihrer Familie, aber auch von vier Generationen von Überlebenden, Geschichtenerzählern und Gedächtniswächtern, die entschlossen sind, nicht nur die Vergangenheit am Leben zu erhalten, sondern auch die Gegenwart mit Leben zu füllen. (Text Amazon Produktbeschreibung)

Was schreibt man über ein Buch, das aus mehr als Worten zu bestehen scheint, sondern auch aus Erinnerungen? Und das dieses Buch nicht nur Erinnerungen an einzelne Familien weckt, sondern an die von Millionen Menschen die unter einem grausamen und menschenverachtenden Regime ums Leben kamen.

Als die Autorin Esther Safran Foer, von ihrer Mutter erfährt, das ihr bereits verstorbener Vater schon einmal verheiratet war und eine Tochter hatte, beschließt sie sich auf die Suche nach der Geschichte ihrer Familie zu machen und reist in die Ukraine und tatsächlich findet sie noch Menschen, die ihr berichten, können von dem was einst geschah.

Natürlich geht es in dieses Buch um einen begrenzten Personenkreis, um Esthers Vater, ihre Halbschwester um die Menschen aus dem Shtel. Doch diese stehen stellvertretend für all die Menschen die ihre Heimat, ihre Familie und ihre Wurzeln verloren. Esther Safran Foer zeigt mit ihrem Buch, wie wichtig die Geschichten über all diese Menschen sind, auch wenn diese Geschichten manchmal schwer zu finden sind. Daten werden teils absichtlich, teils unbeabsichtigt falsch angegeben, so feiert die Familie Esthers Geburtstag an einem falschen Tag, was sie erst spät herausfindet, ebenso stimmt das Hochzeitsdatum ihrer Eltern nicht und so weiter und so weiter. Doch Esthers Hartnäckigkeit hilft ihr vieles zu verstehen und herauszufinden.

Ihr sollt wissen, dass wir noch da sind.
Seit ich diesen Titel das erste Mal las, überlegte ich an wen er sich richtet?
An die Familienmitglieder, die noch nicht gefunden wurden, deren Schicksal vielleicht noch ungeklärt ist?
Oder an die Täter von damals, denen vor Augen gehalten wird das sie nicht gewonnen haben?


Wie bewertet man Bücher über das Schicksal anderer Menschen? Wäre das Buch eine fiktive Geschichte, wäre es einfach, ich würde über die Handlung und den Schreibstil schreiben, vielleicht noch darüber, ob es spannend war und ob ich mit den Protagonisten mitfieberte auf der Suche nach ihrer Geschichte.
Das wäre als bewerte man die Leben anderer und das steht niemandem zu.
Ich möchte es aber jedem, der sich für die Geschichte der Menschen interessiert ans Herz legen, damit diese Menschen niemals vergessen werden.


  • Originaltitel : I want you to know we´re still here
  • Gebundene Ausgabe : 288 Seiten
  • ISBN-13 : 978-3462052220
  • Herausgeber : Kiepenheuer&Witsch; 1. Edition (5. November 2020)
  • Sprache: : Deutsch



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