Dienstag, 9. September 2025

Kreuzfahrer: Der epische Kampf um das Heilige Land von Dan Jones


Ich mag die Romane von Dan Jones, sein Schreibstil ist meiner Meinung nach einfach großartig. Als ich dann auf die Vorankündigung von „Kreuzfahrer“ stieß, war ich erst einmal hin- und hergerissen, schließlich handelt es sich dabei um ein Sachbuch über die Kreuzzüge. Über die hatte ich bisher nur mein Schulwissen; davon ist nicht viel übrig geblieben, nur: „Christliche Feldherren zogen ins Heilige Land und befreiten Jerusalem“das ist zugegebenermaßen nicht allzu viel. Also habe ich mich dafür entschieden, dieses Buch zu lesen.

Dan Jones' Sachbuch „Kreuzfahrer“ ist eher erzählerisch aufgebaut, keine simple Zeittafel, mit der den Leserinnen und Lesern aufgezeigt wird, dass der erste Kreuzzug 1095 mit dem Aufruf Papst Urbans II. beginnt und wie in manchen Quellen erwähnt mit dem Fall der letzten Kreuzfahrerfestung Akkon 1291 endet. So ganz sicher, wie lange die Kreuzzüge wirklich dauern und ob sie schon beendet sind, ist es wohl nicht. Das zeigt sich mit dem, was der Autor am Ende des Buches schreibt. Dan Jones erzählt die Geschichte aus der Perspektive der handelnden Personen, Könige, Päpste, Sultane, und auch aus der von Dichtern und einfachen Menschen, die mit den Kreuzzügen nichts zu tun haben, sie sind abseits der Frontlinien. Das hat schon fast etwas Romanhaftes und erleichtert die Lektüre ungemein, ohne ins Seichte abzurutschen. Jones gelingt es, die Kulturen, die politischen Zusammenhänge und die Intentionen der einzelnen Personen lebendig zu beschreiben, sie quasi auferstehen zu lassen.

Jones beschreibt die Kreuzzüge ab dem ersten Kreuzzug und der Eroberung Jerusalems im Jahr 1099, die Feldzüge in Spanien, dem Baltikum und gegen die Katharer. Und es ging bei weitem nicht nur um die Verbreitung des christlichen Glaubens und die Befreiung Jerusalems – es ging auch um Gold und Macht. Das wurde in der Schule so nicht gelehrt, da ging es nur um die strahlenden Kreuzritter, die die Christenheit verteidigten. Jones belehrt uns eines Besseren. Ebenfalls außerordentlich interessant ist der letzte Teil des Buches, kurz reißt Jones an, das Kolumbus Reise die Welt veränderte, das Augenmerk und der Fanatismus lag danach nicht mehr im Osten sondern im Westen, es gab neue Schätze zu entdecken, neue Menschen zu bekehren und zu töten, wenn sie sich gegen die Bekehrung oder den Diebstahl wehrten.

„Die Kreuzfahrer“ ist kein sachliches, trockenes Sachbuch, das die Lesenden mit Fakten überhäuft, vielmehr ist es durch Jones’ unverwechselbaren Schreibstil, mit dem der Autor auch die düsteren Ereignisse manchmal mit einer Prise Humor und Leichtigkeit versieht, auch für Leserinnen und Leser wie mich, die selten Fachbücher lesen und kaum Vorwissen besitzen, sehr interessant und vor allem lesenswert.

Erwähnenswert sind natürlich auch noch die Umfangreichen Illustrationen im Buch und das  Personenregister.

Fazit:

„Kreuzfahrer“ von Dan Jones ist absolut empfehlenswert: detailreich geschrieben und vermittelt auf unterhaltsame Weise Wissen.

 

 

  • Herausgeber ‏ : ‎ C.H.Beck
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 21. August 2025
  • Auflage ‏ : ‎ 1.
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 544 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3406834264
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3406834264
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