Im düsteren Kloster Bochaugia am Verdersee wächst die junge Adelindis auf, abgeschieden von der Welt und den Geheimnissen um ihre Herkunft als Findelkind. Während sie in den alten, verstaubten Handschriften der Bibliothek forscht, entdeckt sie eine tiefe Leidenschaft: die Heil- und Pflanzenkunde. Ein Wissen, das ihr Leben verändern könnte. Doch als sie ihren eigenen Weg finden will, fernab des strengen Klosters, sind nicht alle bereit, ihr diesen zu gewähren. Im Jahr 1136 wird Adelindis zur Klosterinsel Reichenau gesandt, um eine bedeutende Urkunde abzuholen. Dort gerät sie in ein Netz aus Intrigen, Verrat und dunklen Machenschaften. Der plötzliche und mysteriöse Tod des Abts Udalrich von Zollern erschüttert die Klostergemeinschaft. Schnell fällt der Verdacht auf Adelindis, die des Giftmords beschuldigt wird. In einem Wettlauf gegen die Zeit versucht sie, das Rätsel um den Tod des Abts zu lösen, während unerwartet Verbündete ihren Pfad kreuzen. Doch die Intrigen drohen, alles zu zerstören, was sie sich erträumt hat. Wird es Adelindis gelingen, das Geheimnis zu lüften und ihre Freiheit zu erlangen?
Der Prolog erzählt uns Leserinnen und Lesern die wechselhafte Geschichte des alten Kloster Bochaugia, das abgeschieden von der Welt am Verdersee, eine handvoll Frauen beherbergt die aus den unterschiedlichsten Gründen Zuflucht suchen und dem alten Gemäuer neues Leben einhauchen wollen.
Dann lesen wir die Geschichte aus der Perspektive Adelindis, die als Findelkind im Kloster aufwächst, niemand weiß wer sie vor die Klostertür abgelegt hat. Adelindis ist ein kluges und wissbegieriges Kind, sie lernt lesen und schreiben und erlangt mehr Wissen als von den Kirchenoberen erwünscht, ihr besonderes Interesse gilt den Heil und Giftpflanzen über die sie im Laufe der Zeit ein fundiertes Wissen erlangt.
Dieses Wissen wird zur Gefahr für Adelindis, als sie das Kloster verlässt um ein für das Überleben des Klosters wichtiges Dokument von der Insel Reichenau zu holen. Kurz nach ihrer Ankunft stirbt der Abt und sie wird des Giftmordes beschuldigt. Adelinde muss das Rätsel um den Tod des Abts lösen.
Carmen Mayers Geschichte um Adelindes und die toten Äbte entführt mich in das 12. Jahrhundert und ihre Beschreibungen des Lebens im "Alten Kloster" waren außerordentlich interessant. Adelindis verschafft sich vor allem Wissen über Kräuter und Heilkunde,meist aus eigener Initiative, wenn sie in den alten Handschriften der Klosterbibliothek stöbert. Die Auseinandersetzung mit solchen Themen gilt in jener Zeit jedoch als ambivalent: Einerseits schätzt man im Kloster heilkundliche Fähigkeiten durchaus, andererseits wird das Streben nach Wissen für Frauen gefährlich, sobald es als zu umfassend, zu eigenständig oder gar über das allgemein Gelehrte hinausgehend wahrgenommen wird. Hier wird die gründliche Recherchearbeit der Autorin deutlich. Alles, was ich gelesen habe und was meine durch sie geweckte Neugier mich weiter nachprüfen ließ, erwies sich als stimmig und gut belegt.
Auch der Kriminalfall ist überzeugend aufgebaut: Ich konnte Adelindis Schritt für Schritt begleiten, wenn sie Zeugen befragte, logische Schlüsse zog, die anderen verborgen blieben, und dabei stets unter dem misstrauischen Blick ihrer Umgebung stand.
In „Adelindis: Die toten Äbte“ erzählt Carmen Mayer eine spannende Krimigeschichte und nahm mich gleichzeitig mit ins Leben im mittelalterlichen Kloster. Adelindis, die Hauptfigur, machte mit ihrem Wissensdurst und ihrer Entschlossenheit richtig Eindruck bei mir und sorgte dafür, dass die Geschichte lebendig wirkt. Wer kluge Heldinnen und gut gemachte historische Krimis mag, wird mit diesem Buch sicher seinen Spaß haben.
- Herausgeber : Bonifatius Verlag
- Erscheinungstermin : 15. Mai 2025
- Auflage : 1.
- Sprache : Deutsch
- Seitenzahl der Print-Ausgabe : 392 Seiten
- ISBN-10 : 3987900741
- ISBN-13 : 978-3987900747

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