Mittwoch, 30. April 2025

All das wurde wahr, was eigentlich gar nicht wahr war von Klaus Märkert und Myk Jung

Klappentext: Lediglich fünf kurze Jahre sind vergangen seit der Veröffentlichung des zweiten literarischen Opus(ses) der Herren Schriftmagier Klaus Märkert und Myk Jung. Und schon folgt das dritte gemeinsame Zauberwerk an außergewöhnlicher Fabulierkunst. Jung und Märkert, Meister der verstiegenen Erzählkunst, haben eine neue Komposition erlesener Erzählungen zusammengetragen – achtzehn Stück an der Zahl -, die sich ausgelassen zwischen schwarzem Humor, obskuren Figuren und der ein oder anderen hart zündenden Pointe tummeln. Kapitelnamen wie „Das Ding hat Augen“, „Verschollene Mumie“ oder „Das verhinderte Gespräch über einen Spruch tiefster Wahrheit“ lassen die wilde Fantasie der beiden Herren erahnen. LeserInnen werden eindringlich vor Zwerchfellbeeinträchtigungen gewarnt.


Hätte mich das Cover, das mich beim ersten Blick magisch anzog, auf die Geschichten vorbereiten können? 

Oder der Klappentext, der von schwarzem Humor und obskuren Figuren spricht? 

Auf jeden Fall – und ich bekam genau das, was mir versprochen wurde.

Klaus Märkert war mir schon durch "Vorm Untertauchen Luft holen" bekannt. Daher wusste ich, was mich erwartet: skurrile Alltagsszenen mit melancholisch-schwarzem Humor und Figuren, die am Rande der Normalität balancieren. Von Myk Jung hatte ich bisher noch nichts gelesen, doch das Duo zeigt in "All das wurde wahr, was eigentlich gar nicht wahr war" eine perfekte Symbiose. 


Beide Autoren teilen eine Vorliebe für das Groteske, Absurde und Morbide – und das merkt man in jeder der 18 Erzählungen. Titel wie „Das Ding hat Augen“, „Verschollene Mumie“ oder „Blaue Regenwürmer“ lassen erahnen, dass hier Wirklichkeit und Fiktion verschwimmen. Die Geschichten sind voller kreativer Vielfalt – von schwarzhumorigen Realsatiren („Jesus liebt dich“) bis hin zu Thriller-Elementen („Morgen bist du tot“).Märkert und Jung spielen gekonnt mit Erwartungen.

Einige Geschichten, wie die titelgebende oder „Das verhinderte Gespräch über einen Spruch tiefster Wahrheit“, ziehen den Leser in ihren Bann und bieten einen hypnotisierenden Spannungseffekt.

Fans von Märkerts Humor kommen hier voll auf ihre Kosten: Seine Mischung aus Sozialkritik und schrägem Witz durchzieht den gesamten Band.Myk Jung bringt einen musikalischen Rhythmus in die Prosa – kein Wunder angesichts seines Hintergrunds als Frontmann der Gothic-Band The Fair Sex. Seine Erzählungen besitzen einen fast lyrischen Flow.

Fazit

Wer intelligente, schwarzhumorige Literatur schätzt, wird dieses Buch lieben. Es ist keine leichte Kost, aber dafür umso lohnenswerter: Die Autoren entführen ihre Leser in eine Welt, in der das Absurde zum Spiegel unserer eigenen Wirrnisse wird. Ein literarisches Kabinettstück für alle Fans des Schrägen – und ein Beweis dafür, dass Kurzgeschichten Großes erzählen können.




  • Herausgeber ‏ : ‎ Edition Outbird; 1. Edition (1. März 2025)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 170 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3948887799
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3948887797






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