Donnerstag, 3. Oktober 2024

Das Vermächtnis des schwarzen Katers: Eine Katernovelle von Constatin Dupien

 

»Ich halte den Atem an und lausche gebannt. Klackende Tatzen malträtieren die Bodendielen über mir. Die Vibrationen dringen bis in mein Innerstes.«

Cozy Horror trifft auf Schwarze Romantik. Inspiriert von der Kult-Erzählung The Black Cat (Der schwarze Kater) von Edgar Allan Poe.

Gefangen im Zyklus des schwarzen Katers.
In den düsteren Gassen erscheint der einäugige schwarze Kater Pluto wie ein Schatten, der das Unheil in sich trägt.
Er taucht überall dort auf, wo sich Verfall, Leid und Tod zu einer Abwärtsspirale der menschlichen Psyche vereinen.

Unter der Macht seines leuchtend blauen Auges werden Raum und Zeit bedeutungslos. Die Grenzen von Wirklichkeit und Wahnsinn verwischen.


Katzen – für manche sind sie treue Gefährten, für andere mysteriöse Unheilsbringer. Edgar Allan Poe hat einem solchen Kater in seiner Erzählung "Die schwarze Katze" ein literarisches Denkmal gesetzt. Die vorliegende Novelle, in mehreren Akten erzählt, ist eine Hommage an eben dieses Werk.


Die Geschichte beginnt mit einem Mann, der vor einer schwarzen Katze in den Keller des Hauses seines Großvaters flieht. Dort stößt er auf eine Mappe mit Notizen, in der Handschrift seines Großvaters. Diese Aufzeichnungen enthüllen die beunruhigende Präsenz eines einäugigen Katers, der das Schlimmste im Inneren der Menschen zum Vorschein bringt. Die Katze scheint nicht nur eine Kreatur des Unheils zu sein, sondern auch ein Spiegel, der den Menschen ihr wahres Ich vor Augen hält – ihr schlechtes Gewissen, ihre innersten Dämonen. Kein anderer „Gott“ ist in ihrer Welt neben diesem unheilvollen Wesen geduldet.

Die Frage nach Gut und Böse ist in dieser Novelle nicht leicht zu beantworten. Ist Pluto, der schwarze Kater, die Verkörperung des Bösen, besessen von Dämonen? Oder sind es die Menschen selbst, die durch ihre Taten die wahre Bedrohung darstellen? Immer wieder lässt der Blick aus dem leuchtend blauen Auge der Katze die Realität verschwimmen, während die Figuren sich im Angesicht ihrer eigenen Schuld und Verzweiflung offenbaren.

Die Novelle hat mir gut gefallen, vor allem aufgrund ihrer düsteren Atmosphäre und der tiefen psychologischen Ebenen. Jede Episode ist kurz, aber prägnant und lädt zum Nachdenken ein. Wer Geschichten mit einem Hauch von schwarzer Romantik und surrealem Horror schätzt, wird hier voll auf seine Kosten kommen.


  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 74 Seiten
  • ISBN-Quelle für Seitenzahl ‏ : ‎ B0DGYPNYZV

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