Freitag, 18. Oktober 2024

8 Fragen 1 Interview mit Vanessa Kaiser und Thomas Karg

Guten Morgen liebe Vanessa, lieber Thomas, ich freue mich so sehr das ihr mich im Bücherhaus besucht. Kaffee, Tee und Kekse stehen bereit, macht es euch bequem und bedient euch.


Für die Leserinnen und Leser, die euch noch nicht kennen, Vanessa stell doch Thomas einmal vor und Thomas erzähl doch etwas über Vanessa, bitte.





Vanessa über Thomas: Tom ist voller Ideen, Begeisterung und Lebensfreude, außerdem halte ich ihn für einen wundervollen und talentierten Autor, der die Gabe hat, seine oft harten Geschichten mit viel Tiefgang zu versehen. Außerdem hat er ein Händchen für Überraschungen in seinen Storys, ob humorvoller oder schockierender Art. Immer wieder staune ich über das, was er in seinem stillen Kämmerlein scheinbar spielerisch ausbrütet und anschließend diszipliniert zu Papier bringt. Es ist eine Freude, mit ihm zusammenzuarbeiten, ob nun in meiner Funktion als Autor oder Lektor. Ich bin ein Fan von Tom – vom Autor genauso wie von der Privatperson dahinter.


Thomas über Vanessa: Vanessa ist ein sehr inspirierender Mensch mit einem sehr feinen Gespür für ihre Mitmenschen. Sie verfällt nie ins Jammern, sondern sucht stets nach Lösungen, egal ob in Konflikten mit anderen oder mit sich selbst und dafür bewundere ich sie sehr. Als Autorin kann sie sich dadurch in verschiedenste Figuren hineinversetzen und diese authentisch beschreiben, als Lektorin stellt sie sich auf den Autor ein, gibt die richtigen Tipps und Ideen und bleibt dabei nah am Stil des Autors. Das macht die Zusammenarbeit mit ihr zu einem spannenden Prozess.


Und nun zu den Fragen, die gern jeder für sich beantworten darf oder auch gemeinsam, ganz wie ihr möchtet.


1. Ihr arbeitet viel zusammen. Was hat euch dazu inspiriert, gemeinsam zu schreiben, und wie hat sich eure Zusammenarbeit im Laufe der Zeit entwickelt?


Das gemeinsame Schreiben holt diese doch etwas einsame Leidenschaft des Geschichtenerschaffens vom stillen Kämmerchen heraus. Man kann sich gegenseitig motivieren, aufeinander eingehen und sich in Momenten, in denen man sich verrannt zu haben glaubt, auf den anderen stützen, der mit Ideen aushelfen kann.

Mehrere Köpfe bringen auch mehr Ideen mit ins Spiel, bzw. hat man auch beim Schreiben gleich eine Art Qualitätskontrolle bzw. Inspiration durch den Mitschreiber. Insgesamt ist das gemeinsame Erschaffen von Werken ein sehr spannender Prozess, weshalb wir das sehr gern tun.

2. Wie gestaltet ihr den kreativen Prozess bei der Entwicklung von Charakteren in euren Geschichten?


Das ist sehr unterschiedlich. Manchmal hat man bereits bevor man Geschichte und Setting kennt eine Figur im Kopf, über die man schreiben will, dann steht diese auch schnell fest. In anderen Fällen entwickelt sich der Charakter erst beim Schreiben.

3. Die Welt in Die Erben Abaddons ist sehr detailliert. Welche Überlegungen fließen in den Weltaufbau ein.

Natürlich die große Frage: Wie sieht die Welt in den 2300er Jahren aus? Neben den Umweltfaktoren, die die Landschaft verändert haben, ist auch die Architektur unserer zukünftigen Generationen interessant – und das, was davon nach dem Untergang übrigbleibt. Genauso verhält es sich beim Thema Technologie. Gesellschaftliche Entwicklungen spielen dabei ebenso eine Rolle. Die unterschiedlichen Menschengruppen haben da auch unterschiedliche Rollenbilder. Ja, wir haben uns durchaus viele Gedanken gemacht, als wir uns diese Welt überlegt haben ;)

4. Welche zentralen Themen oder Botschaften möchtet ihr mit euren Geschichten vermitteln, und warum sind sie euch wichtig?

„Die Erben Abaddons“ zeigt nicht bloß eine mitleidlose postapokalyptische Welt, sondern drückt auch eine Hoffnung aus, dass es nach dem Untergang weitergehen kann. Diese Botschaft spielt für uns dabei eine große Rolle und schlägt sich auch in unseren individuellen Protagonisten nieder, die alle ihre eigenen Sorgen, aber eben auch Wünsche und Ziele mit sich herumtragen.

Wir bringen unsere Leser gern zum Nachdenken.


5. Welche Herausforderungen habt ihr beim Schreiben eurer Bücher erlebt, und wie habt ihr diese überwunden?


Och, der übliche Wahnsinn halt: Figuren, die plötzlich ein Eigenleben entwickeln, geplante Plots, die plötzlich nicht mehr passen, eine Geschichte, die viel zu lang für das angestrebte Format wird … Und das Zusammenarbeiten bringt seine eigenen Herausforderungen mit sich. Vieles wird im Team schwieriger, aber vieles andere wird auch leichter. Mit Tränen, Schweiß und Geistesblitzen konnten wir alle Schwierigkeiten gemeinsam bewältigen, sodass am Ende tolle Bücher rauskamen, auf die wir sehr stolz sind.

6. Euer neustes Projekt „Am Rande der Welt“ ist eine Anthologie, die im Verlag Thorsten Low erscheint und zu der ihr eine Kurzgeschichte beigetragen habt. Könnt ihr darüber etwas Genaueres erzählen? Macht uns neugierig, bitte. Gibt es einen Lesungstermin auf dem BuCon?


Unsere Geschichte „Die große Not“ entstand bereits vor langer Zeit und war eine unserer ersten gemeinsamen Arbeiten. Es geht um Pugnatoris, einen Jäger, der zum Wohl seines Volkes geopfert werden soll, um in der Welt der Götter um Gnade zu bitten.

Da es terminlich leider nicht klappt, werden wir beide leider nicht am BuCon dieses Jahr teilnehmen können, aber soweit wir informiert sind, wird im Leseslot des Verlag Torsten Low auch aus der Anthologie gelesen.

Es ist wirklich sehr schade, euch dieses Jahr nicht auf dem BuCon treffen zu können. Schließlich habt ihr maßgeblich dazu beigetragen, dass ich mich auf meinem ersten BuCon so willkommen und wohlgefühlt habe. Eure herzliche Art und die spannenden Gespräche haben das Erlebnis für mich unvergesslich gemacht.


7. Welche Projekte stehen demnächst für euch an, habt ihr schon Pläne, schreibt ihr wieder gemeinsam oder jeder für sich?


Als Autoren schwirren uns natürlich stets neue Ideen im Kopf herum. Es gibt Pläne für gemeinsame Projekte, aber auch für Geschichten und Bücher, die wir separat voneinander schreiben.

Thomas wird dieses Jahr noch zwei Kurzgeschichtensammlungen veröffentlichen, die gemeinsam mit Moe Teratos entstanden sind.


8. KI ist in aller Munde und wird es auch bleiben, seht ihr die Entwicklung eher positiv oder seid ihr skeptisch?


Thomas: Für den Moment machen wir uns da keine Sorgen. Die menschliche Komponente wird so schnell nicht durch eine KI vollständig ersetzt werden können, daher wird es auch immer eine Nachfrage nach menschlichen Geschichten geben.

Zur Unterstützung bzw. Ideenfindung usw. können KIs sehr nützlich sein, solange das geistige Eigentum nicht gefährdet wird.


Vanessa: Ich habe mich noch nicht ausreichend mit der Thematik auseinandergesetzt, um darüber eine sinnvolle Aussage treffen zu können.


Zum Abschluss möchte ich mich herzlich bei euch beiden, Vanessa und Thomas, für dieses wunderbare Gespräch bedanken. Eure Einblicke in die kreative Zusammenarbeit und die spannenden Projekte haben uns alle begeistert. Es ist beeindruckend zu sehen, wie viel Leidenschaft, Tiefe und Kreativität in euren Geschichten steckt. Wir dürfen uns also auf viele weitere fesselnde Werke freuen, die zum Nachdenken anregen und uns in faszinierende Welten entführen.





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hier dürft ihr mir eure Kommentare hinterlassen. Bitte beachtet: DATENSCHUTZ: Mit dem Abschicken des Kommentars nehme ich zur Kenntnis und bin einverstanden, dass meine Daten gespeichert und weiterverarbeitet werden!