Da kommt ihr das Angebot in eine WG mit mehr oder weniger Gleichaltrigen zu ziehen, gerade recht. Die Villa ist genau das richtige für ihre Ansprüche und das sie sich da als Begleitung für einsame Herren zu Kulturveranstaltungen noch etwas hinzuverdienen kann, kommt ihr auch entgegen.
Doch irgendetwas stimmt nicht in dem hochherrschaftlichen Haus.
Selten war mir eine Protagonistin auf den ersten Seiten schon so unsympathisch wie Sophie und das hat sich leider auch im Rest des Buches nicht geändert. Mit 53 legt sie ein Benehmen an den Tag, als wäre sie mindestens 20 Jahre älter und auch da kenne ich Damen die mehr Lebensfreude ausstrahlen. Ich hatte immer das Bild einer viel älteren Frau vor Augen.
Aber gut, Sophie ist, wie sie ist und wie im richtigen Leben ich muss nicht jeden mögen.
Sophie lebt sich in der Gemeinschaft gut ein, sie genießt ihr Leben und auch mit ihrer Aufgabe als Begleitung kommt sie nach anfänglichen Schwierigkeiten gut zurecht.
Auch, wenn nicht alles so harmonisch ist, wie es auf den ersten Blick scheint.
Auszug aus dem Klappentext:
Im Laufe der Zeit fühlt sie sich immer mehr beobachtet, bis eines Tages ihr Appartement durchwühlt wird. Fast zu spät erkennt Sophie, dass sie in das Visier eines religiös-fanatischen Serienkillers geraten ist, der die Bewohnerinnen für ihren vermeintlich unzüchtigen Lebenswandel bestraft.
Leider ist schon recht schnell klar, wer der Serienkiller ist, auch wenn die Autorin zwischendurch andere Spuren legt, was das ganze dann doch noch etwas spannender machte, weil ich hoffte das mein erster Verdacht sich nicht bestätigt. Es gab schon den einen oder anderen Protagonisten der einen Grund gehabt hätte, dem Treiben im Haus ein Ende zu machen.
Richtig gut gefallen haben mir die Erzählungen des Killers, sein Motiv, seine Erfahrungen, die er im Leben gemacht hat, waren interessant und teilweise sehr erschütternd. Auch wenn das alles natürlich keine Entschuldigung dafür ist zu morden, so tat er mir doch leid.
Ebenso ist die Eigentümerin der Villa, Dorothea ein interessanter Charakter, welcher Art dieser ist, kommt nach und nach immer mehr zutage, da will ich aber nicht zu viel erzählen, nur so viel: Auch die Abschnitte über Dorothea sind sehr lesenswert.
Sprachlich habe ich an dem Buch überhaupt nichts auszusetzen. Gisela Witte beschreibt ihre Protagonisten und die Örtlichkeiten sehr anschaulich. Zwar kam beim Lesen keine atemlose Spannung aber, das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen. Je mehr ich darüber nachdenke, vielleicht wäre hier mehr auch mehr gewesen?
Auszug aus dem Klappentext:
Die Arbeit mit den Kunden ist schwieriger als gedacht, ebenso das Zusammenleben in der Villa. Täglich muss sie erleben, wie ihre Mitbewohner sich mit kleinkarierten Intrigen und Gemeinheiten gegenseitig bekämpfen.
Das kam etwas zu kurz, man zickt sich vielleicht mal etwas an, der eine oder andere Kunde ist aufdringlicher als gewünscht, aber das hätte gern ausführlich sein können, die aufkommende bedrohliche Stimmung wäre so sicherlich anschaulicher gewesen und hätte der Spannung gutgetan.
Ich werde die Autorin Gisela Witte auf jeden Fall weiterhin im Auge behalten, sie ist mir schon als Autorin von Kurzgeschichten in diversen Anthologien aufgefallen.
Ich werde die Autorin Gisela Witte auf jeden Fall weiterhin im Auge behalten, sie ist mir schon als Autorin von Kurzgeschichten in diversen Anthologien aufgefallen.
- Broschiert: 268 Seiten
- Verlag: edition krimi; Auflage: 1 (15. Mai 2019)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3946734561
- ISBN-13: 978-3946734567

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