Freitag, 17. Februar 2017

Die Frauen von La Principal von Lluís Llach

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Inhalt: Drei Frauen bestimmen über Jahrzehnte, die Geschicke des Weinguts La Principal. Drei Frauen die übrigens alle Maria heißen.
Die erste Maria um die es geht übernimmt 1883 die Leitung des Weinguts, nicht freiwillig, denn ihr Vater bestimmt das sie das Gut das kurz vor der Zerstörung durch die Reblaus steht, hütet während er mit den Brüdern nach Barcelona geht, wo sich die jungen Männer eine glanzvolle Zukunft aufbauen sollen.
Weiter geht es mit der zweiten Maria, die während des Francoregimes das Weingut führt und es endet mit Maria Nummer 3, die in der Gegenwart gegen die immer noch gleichen Vorurteile in der Geschäftswelt ankämpfen muss.


Meine Meinung:
Ich hatte eine Familiensaga erwartet, die Geschichte Dreier Frauen die sich durchsetzen müssen, jede in ihrer Zeit und jede auf ihre ganz eigene Art, das habe ich im Großen und Ganzen auch bekommen, allerdings bekam ich auch unfreiwillig einen Krimi dazu, das war leider aus dem Klappentext nicht ersichtlich und da ich mich nach Klappentext und Cover für ein Buch entscheide, war ich doch ziemlich überrascht.
Der Mord an einem Vorabeiter des Weingut ruft 1936 den Ermittler Recader auf den Plan, der aber durch den 2. Weltkrieg daran gehindert wird den Mord aufzuklären, erst Jahre später nimmt er die Suche nach dem Mörder wieder auf und erfährt nach und nach die Geschichte der Marias. Gleichzeitig spannt der Autor einen Bogen in die Gegenwart, in der die 3. Maria von ihrem Vater, viele Geheimnisse erfährt die nicht nur sie staunen lassen.
Verwirrt? Ja, das war ich während des Lesens teilweise auch und erst am Ende, ergab sich für mich ein rundes Bild.
Die Protagonisten sind gut dargestellt und bildhaft beschrieben, ich hatte gleich ein Bild vor Augen wie sich die fast bewegungsunfähige, weil fettleibige Maria Nr. 1 in einer Sänfte zur Kirche tragen ließ, diese Sänfte diente nicht nur ihrer Bequemlichkeit sondern symbolisierte gleichermaßen ihre Macht über die Menschen die vom Weingut abhängig waren.
Der Schreibstil des Autors passt hervorragend zu der Geschichte ohne aufgesetzt zu wirken und er ist in der Lage die Begebenheiten der einzelnen Zeitabschnitte glaubhaft zu erzählen, die Art wie die Menschen früher miteinander umgingen, die Stellung der einzelnen Personen innerhalb eines Haushaltes, scheinen authentisch.

Der Aufbau des Buches verlangt seinen Lesern viel ab, immer wieder springt der Autor in der Zeit hin und her, so das ein konzentriertes Lesen gefordert wird. Also auf gar keinen Fall ein Buch das sich auf die Schnelle lesen lässt.
Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden.





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