Montag, 28. März 2016

Black Rabbit Hall von Eve Chase

Klappentext:
Amber Alton weiß, dass die Stunden auf Black Rabbit Hall, dem Sommersitz ihrer Familie, anders vergehen, ihren eigenen Takt haben. Es ist ruhig und idyllisch. Bis zu einem stürmischen Abend 1968. Vereint durch eine unfassbare Tragödie, müssen sich die vier Alton-Geschwister mehr denn je aufeinander verlassen. Doch schon bald wird diese Verbundenheit auf eine harte Probe gestellt.


Jahrzehnte später fahren Lorna Smith und ihr Verlobter Jon auf der Suche nach einem Ort für ihre Hochzeitsfeier durch die wilde Landschaft Cornwalls – und stoßen auf ein altes, leicht verfallenes, aber wunderschönes Haus. Ein Haus, das Lorna nach und nach seine schönsten Geschichten und traurigsten Momente verrät.

Meine Meinung:
Wie beschreibt man das Eintauchen in einen fiktiven Ort, in eine Zeit die man selber nicht bewusst erlebt hat, in eine Familie die von ihrer Lebensart der Eigenen so fremd ist?
Black Rabbit Hall, ist einer dieser Romane die den Leser entführen und ihn in seinen Bann ziehen, ich hörte die Tropfen die in die aufgestellten Eimer im maroden Haus fielen, hörte die knarzenden Stiegen und das Lachen der Kinder und später spürte ich fast körperlich ihre Verzweiflung.
Black Rabbit Hall ist ein gefühlvoller Roman, der zwar ein vorhersehbares Ende hatte, aber nichts desto trotz von der ersten bis zur letzten Seite lesenswert war, was nicht zuletzt am flüssigen Schreibstil der Autorin Eve Chase liegt, an den bildhaften Beschreibungen der örtlichen Gegebenheiten und dem Leben das sie ihren Protagonisten einhauchen konnte.

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden.

  • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
  • Verlag: Blanvalet Verlag (29. Februar 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3764505605
  • ISBN-13: 978-3764505608
  • Originaltitel: Black Rabbit Hall

Totgespielt von L.C.Frey

Klappentext:
Der erfolgreiche Thriller-Autor Andreas Herzog erwacht nach einem schweren Autounfall im Krankenhaus zu schrecklichen Neuigkeiten: Er soll seine Ex-Frau grausam verstümmelt und ermordet haben – vor den Augen ihres gemeinsamen Sohnes. Doch Herzog ist überzeugt von seiner Unschuld und stürzt sich in eine waghalsige Flucht mit der jungen Krankenschwester Lina. Während Herzog sich den Dämonen seiner Vergangenheit stellt, verschwimmen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion: Weitere brutal zugerichtete Leichen tauchen auf – ermordet nach dem Muster in Herzogs letztem Thriller.

Meine Meinung:
Man könnte meinen, es handelt sich bei Totgespielt um einen Thriller wie es einige gibt, brutal, spannend, fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite, ein Thriller von einem Autor der durchaus mithalten kann mit den Großen der Szene, nur war ich von dem ein oder anderen Großen in letzter Zeit etwas enttäuscht, sie waren zwar gut und unterhaltsam, aber etwas fehlte, das kleine Quentchen, das einen Thriller von *Gut zu Herausragend* aufsteigen lässt, das kleine Extra, das fehlt um ein Buch von *Gelesen und vergessen* zu *Bleibt in meinem Regal* zu kategorisieren.
Genug der Lobhudelei, worum geht es? Das steht ja schon im Klappentext, der des Mordes an seiner Frau und weiteren Menschen aus seinem Umfeld verdächtigte Thrillerautor Herzog, erinnert sich an nichts, 3 Tage fehlen ihm komplett in denen er  bestialisch gemordet hat, davon zumindest ist Kommissar Walkowiak überzeugt, während der Kriminalpsychologe Steinlein von einer Persönlichkeitsspaltung Herzogs ausgeht, denn er hat schon Gespräche mit ihm geführt. So weit  so üblich, dass besondere an Totgespielt, ergibt sich erst gegen Ende, wenn man sich die Gesprächsprotokolle und die Handlungen der einzelnen Personen nochmal durch den Kopf gehen lässt, denn kaum glaubt man alles zu Wissen alle Informationen zu haben die zum Täter führen, verwirrt einen der Autor so das man alle Theorien wieder über den Haufen wirft. Einer der Besten, wenn nicht der Beste Thriller, den ich in der letzten Zeit gelesen habe.

Das Buch kann direkt beim Autor bestellt werden, sogar signiert: http://lcfrey.com/buecher-3/
  • Taschenbuch: 378 Seiten
  • Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform; Auflage: 1.0 (7. Februar 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 1523901527
  • ISBN-13: 978-1523901524


Mittwoch, 23. März 2016

Wir kommen von Ronja von Rönne

Klappentext:
„Maja ist nicht tot. Wenn Maja gestorben wäre, hätte sie mir davor Bescheid gesagt. Solche Dinge haben wir immer abgesprochen.“



Wenn jemand stirbt, zieht man sich schwarze Kleider an und geht zur Beerdigung. Oder man flieht gemeinsam mit seinen drei Beziehungspartnern und einer Schildkröte ans Meer. Nora entscheidet sich für Letzteres. Als ob Polyamorie helfen würde. Als ob Flucht helfen würde. Als ob man den Dämonen der Vergangenheit so einfach entkommt.


Nora lebt in einer Viererbeziehung mit Menschen die sie nicht mag, die sich gegenseitig nicht leiden können und die nur noch zusammen sind um anderen zu beweisen wie glücklich sie sind, als sie vom Tod ihrer Kindheitsfreundin Maja erfährt, flieht sie mit ihren Beziehungen ans Meer, immer darauf wartend das Maja lachend auftaucht und das Ganze als Scherz ab tut, denn so war Maja, immer für einen Spaß zu haben. Nur so funktioniert das nicht, im Haus am Meer bröckelt die Fassade die sich die Vier aufgebaut haben immer mehr.
Bis kommt was kommen muss, die Beziehung löst sich auf und Nora muss erkennen das ihre Freundin tot ist und das es sinnlos ist, Beides zu leugnen.

Was will mir die Autorin sagen, will sie mir überhaupt etwas sagen? Ich kann mich nicht mit den Protagonisten identifizieren, der Lebensstil ist mir völlig fremd, ebenso das Umfeld in dem Nora und ihre Freunde sich aufhalten, vielleicht liegt es daran, vielleicht bin ich nicht Hipp genug, vielleicht bin ich zu alt, zu realistisch? Mir wäre auch mit 20 klar gewesen das eine Vierbeziehung nicht funktioniert, Zweierbeziehungen sind schon schwierig genug.

Ich habe allerdings auch positives zu schreiben, der Schreibstil der Autorin ist gut, sie schreibt flüssig und die einzelnen Sequenzen sind durchaus interessant, so schreibt Nora auf Anraten ihres Psychologen Tagebuch und in dem erzählt sie von ihrer Kindheit mit Maja. Hätte sie es jetzt noch geschafft mir zu vermitteln was sie mir sagen will, dieses Buch hätte ein Highlight seien können.


Gebunden mit Schutzumschlag, 208 Seiten
Aufbau Verlag
978-3-351-03632-4

Hallo meine Schöne von Katy Buchholz

Klappentext:
Sie war zur falschen Zeit am falschen Ort. 
Ein kurzer Augenblick reichte aus, damit er 
sie sah. Sie, die Frau, die er begehrte. Die
Frau, die er unbedingt besitzen musste.
Ihre Pläne sahen anders aus. Doch das 
konnte er nicht zulassen. Sie war sein!
Minutiös spionierte er ihren Tagesablauf 
aus und begann sie zu terrorisieren.
“Hallo, meine Schöne” ist ein Krimi, der
sich mit dem Thema Stalking befasst.
Witzig, spannend und lebensnah erzählt 
die Autorin die Qualen von Opfer und Täter.
Meine Meinung:
Lydia erlebt den Alptraum ihres Lebens, sie wird von einem Fremden verfolgt, von jemandem der jeden ihrer Schritte kennt, der weiß wann sie arbeitet, wann sie ausgeht, immer mehr Raum nimmt er in ihrem Leben ein, er legt ihr Blumen vor die Tür und durchstöbert ihre Wohnung, er ruft sie an, mit *Hallo meine Schöne* spricht er  sie an. Er geht soweit zu behaupten sie hätten eine Beziehung. Und Lydia zerbricht fast an der Situation, die Polizei kann ihr nicht helfen, Stalking wird erst ernsthaft verfolgt wenn etwas geschehen ist.Einzig ihre Freundin Mareike unterstützt sie wo sie kann. Und so kommt es zu einem dramatischen Showdown. Mehr wird hier natürlich nicht verraten.
Die Autorin Katy Buchholz, hat einen recht lesenswerten Krimi  geschrieben, mit ihrem Schreibstil musste ich mich erst anfreunden, ebenso mit der Art das die Gedanken ihrer Protagonisten in einer anderen Schriftart gedruckt wurden, dachte ich doch zuerst, da wäre in der Druckerei etwas schief gelaufen.
Ich war noch nicht zu 100% von dem Krimi überzeugt, mir fehlte ein bisschen die Spannung, die sich aber zum Ende hin deutlich steigerte, ich wurde auch mit den Protagonisten nicht so richtig warm, Mareike die beste Freundin Lydias nervte z.B. damit, das sie sie selten mit Namen ansprach sondern fast durchgehend mit *Süße*

*Hallo meine Schöne* Ist das Krimidebüt der Autorin und wie ich schon schrieb, durchaus lesenswert. Man sollte sie also nicht aus den Augen verlieren.

  • Broschiert: 240 Seiten
  • Verlag: Karina-Verlag (1. März 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3903056758
  • ISBN-13: 978-3903056756


Donnerstag, 10. März 2016

Rotwein für drei alte Damen

Klappentext:Die aufgeweckten, sehr agilen Witwen Siiri, Irma und Anna-Liisa sind Nachbarinnen in der Senioren­residenz »Abendhain«. Die rüstigen Damen, alle Mitte 90, verbringen den Tag mit Kartenspielen und zu viel Rotwein. Um keine Osterhäschen basteln zu müssen, lassen sie sich gerne von der Straßenbahn kreuz und quer durch Helsinki fahren. Die fröhliche Routine endet mit einem Todesfall, doch hat es nicht etwa einen der greisen Mitbewohner dahingerafft, sondern Tero, den jungen Koch. Mit diesem Unglück beginnt eine ganze Reihe zwielichtiger Vorfälle, die das Leben der drei Freundinnen kräftig durchschütteln und alles, was als sicher galt, über den Haufen werfen. Welches böse Spiel treibt die Oberschwester, und hat die Heimleiterin tatsächlich keine Ahnung, was in »Abendhain« vor sich geht?
Ein Buch über beste Freundinnen, die trotz ihres hohen Alters weder ihren Humor noch ihren Sinn für das, was im Leben zählt, verlieren und einfach nur wollen, dass man sie für voll nimmt.



Meine Meinung:

Das Cover ist wirklich wunderschön gestaltet und zwingt den Krimiliebhaber förmlich dazu, das Buch zu ergreifen. Dich leider hält der Inhalt nicht, was das Cover verspricht. Die Sprache wirkt sehr trocken und fade, es fehlt Schwung, Wortwitz und Emotionalität. Wer bei dem Titel, der Illustration oder dem Klappentext an Mrs Marple denkt und ähnliches erwartet, wird bitter enttäuscht. Sehr langatmig sind die sich wiederholenden Beschreibungen der S-Bahn Linien, mit denen Siiri so gerne durch ihre Stadt fährt.

Dennoch sind die drei Damen durchaus liebreizend und man schließt sie sofort ins Herz. Das eigentliche Verbrechen hier ist nicht der Tod des jungen Mannes oder die Brandstiftung. Es ist der Umgang mit den alten Menschen, die aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden, derer man sich schämt und die man in einem Heim vor der Öffentlichkeit versteckt.

Die Ohnmacht der alten Menschen, wie sie als unmündig abgestempelt werden, ist erschütternd. Ihr Verstand wird durch eine Vielzahl von Medikamenten systematisch zerstört. Aus der resoluten, energischen und lebenslustigen Irma wird ein geistiges Wrack.

Der sozialkritische Aspekt über das System ist für mich das eigentlich spannende an diesem Roman. Die Autorin nimmt kein Blatt vor der Mund und prangert die Missstände in ihrem Land scharf an. Menschen jenseits 70 haben anscheinend in der europäischen Gesellschaft keine Existenzberechtigung mehr, sie haben keine Stimme oder finden kein Gehör. Minna Lindgren spricht für sie.

Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden