Mittwoch, 14. Januar 2026

Jäger der Finsternis - Cathbad, der Zauberer (Die Cathbad - Chroniken 1) von Rhya Wulf


Irland 300 Jahre vor Christus. Die schwangere Fee Aíne und ihr menschlicher Gefährte Fearghas fliehen vor ihren erbarmungslosen Brüdern Ailean, Áed und Artair. Die Elfen sind voller Hass auf Fearghas und das ungeborene Kind. Aíne und Fearghas hoffen auf Hilfe vom legendären Zauberer Cathbad, der einsam im Dunklen Wald haust. Heimlich beobachtet werden  sie von  Aengus und Dian Cecht. Deren Absichten und Identitäten bleiben länger im Verborgenen, so wie sie selbst. Niemand sieht sie, es sei denn, sie erlauben es.

Ein Zeitsprung führt uns weiter. Aíne und Fearghas leben nun mit ihrer kleinen Tochter Niamh am Rand des Waldes. Das Kind fühlt sich seit ihrer Geburt eng mit dem grimmigen, versoffenen Cathbad verbunden. Doch der uralte Zauberer zieht sich von allen zurück. Auch Laoghaire, der Druide des Dorfes und einst sein Lehrling, kennt diese Zurückweisung nur zu gut.

Am Anfang brauchte ich etwas, um in die Geschichte zu finden. Ich hatte  mehr Humor um Cathbads Trunksucht erwartet, wie es in manchen Büchern üblich ist. Rückblickend freue ich mich, dass Rhya Wulf dieses Klischee vermeidet. Stattdessen zeigt sie ehrlich, wie die Sucht Cathbad zerfrisst. Nur durch die Heilkünste von Dian Cecht und seine eigenen Kräfte kann er seine Rolle als Beschützer der Menschen vor den Wesen der Anderswelt  erfüllen. Schrittweise enthüllt sich, was ihn mit Selbstvorwürfen quält. Niamh ist ein Kind, das alle Erwachsenen um den Finger wickeln kann, klug, freundlich und liebenswert, und doch wird sie von den anderen Kindern des Dorfes ausgeschlossen. Ihr einziger Freund ist ein magisches Wesen Púca, das sich in alles verwandeln kann, mal ist es ein Wolfshund, mal ein Pony. Und dann ist da noch der Wanderer, der die Geschehnisse ebenfalls beobachtet. Er verbreitet die düstere und bedrohliche Stimmung die sich immer weiter aufbaut.

Der Schreibstil der Autorin ist etwas gewöhnungsbedürftig. Immer wenn ich eine Erklärung erwarte, springt die Handlung  woanders hin, ohne alles sofort aufzulösen. Dazu kommen regelmäßig Einschübe einer Off-Stimme, die manchmal das Offensichtliche erzählt."Na bitte" Ich stelle euch vor: Cathbad, der Zauberer.Er musste ja auch früher oder später auftauchen" Das wirkt erst mal ungewohnt.

Fazit: Als Jugendbuch funktioniert „Jäger der Finsternis - Cathbad der Zauberer“ gut. Besonders hat mir gefallen, dass Cathbad kein strahlender Held ist, sondern ein Mensch mit vielen Fehlern und Schwächen. Fehler, mit denen er konfrontiert wird, kann er nicht eingestehen. Nur wenn er sie selbst erkennt, vermag er sich sogar zu entschuldigen. Er ist überheblich und arrogant, manchmal sogar zu Recht, denn seine Fähigkeiten sind phänomenal. Und er beherbergt einen Leprechaun. Ich will auch einen. 😊


  • Herausgeber ‏ : ‎ Legionarion Verlag
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 13. März 2026
  • Auflage ‏ : ‎ 1.
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 268 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3969371945
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3969371947

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