Samstag, 22. August 2020

Jägerin und Sammlerin von Lana Lux

Lana Lux erzählt vom Schmerz der Kinder, vom Schmerz der Mütter, vom Schmerz, die Heimat zu verlieren – so leicht, so tief, so aufregend, dass es einen glücklich macht. Ihre Literatur ist das, was Deutschland jetzt so dringend braucht.« Anna Prizkau

Alisa ist zwei Jahre alt, als sie mit ihren Eltern die Ukraine verlässt, um nach Deutschland zu ziehen. Aber das Glück lässt auch im neuen Land auf sich warten: Alisas schöne Mutter ist weiter unzufrieden, möchte mehr, als der viel ältere Vater ihr bieten kann. Die Tochter, die sich so sehr um ihre Liebe bemüht, bleibt ihr fremd. 15 Jahre später ist Alisa eine einsame junge Frau, die mit Bulimie und Binge-Eating kämpft. Mia, wie sie ihre Krankheit nennt, ist immer bei ihr und dominiert sie zunehmend …
Lana Lux erzählt hellwach und mit großer Intensität von Mutter und Tochter, die – so unterschiedlich sie sind – gefangen sind im Alptraum einer gemeinsamen Geschichte.

Triggerwarnung.
Wer kennt ihn nicht: 
Diesen kritischen Blick in den Spiegel.
Bin ich zu fett?
Und seltsamerweise beantwortet fast jede Frau diese Frage mit
Ja
Und aus den verschiedensten Gründen kann diese Antwort dazu führen, dass die betroffene Person in eine Essstörung rutscht, aus der sie ohne Hilfe nicht wieder herausfindet.



Lana Lux erzählt in ihrem neuen Buch, die Geschichte Alisas, deren Eltern vor 15 Jahren mit der damals zweijährigen die Ukraine verließen, um in Deutschland ihren Traum von einem glücklicheren Leben zu erfüllen. 
Alisa ist eine sehr gute Schülerin und steht kurz vor dem Abitur, sie hat mehrere Jobs und Alisa hat Bulimie: Ihr Leben dreht sich um Essen und um ihren Körper, den sie immer für zu fett hält.
Wäre sie erst einmal dünn, ihre Mutter würde sie sicher lieben, diesem Trugschluss erliegt die junge Frau und kann so der Spirale aus Fressattacken und Erbrechen nicht entkommen.
In einer Klinik wird ihr als Therapieansatz geraten ihre Geschichte aufzuschreiben und so erfahren wir von dem schwierigen Verhältnis zu ihrer Mutter und haben schon bald eine Schuldige gefunden. Tanya ihre Mutter.
 Die Autorin hat, wie schon in ihrem ersten Roman Kukolka, ein Thema aufgegriffen, das berührt und entsetzt, das seine Leser gefangen nimmt und nicht wieder loslässt.Es liegt aber nicht nur am Thema Bulimie, der Schreibstil der Autorin macht auch dieses Buch wieder zu etwas besonderem, sie schreibt mit leichter Hand über ein Thema das erschüttert, als Leser bekommt man hautnah mit wie Alisa in die Bulimie abrutscht.Alisa ist so unendlich traurig und unglücklich, das es fast körperlich beim Lesen schmerzt, man will ihr die Hand reichen und trösten. Doch leider kann man nur hilflos zusehen.
Weder das Buch zu lesen noch darüber zu schreiben ist einfach und das sogar, wenn man nicht betroffen ist, wie schmerzhaft muss es dann erst für Menschen sein, die betroffen sind, die genau nachvollziehen können was mit Alisa und ihre Mutter Tanya geschehen ist um diese Entwicklung heraufzubeschwören?
Jägerin und Sammlerin wirkt noch lange nach.

  • Gebundene Ausgabe : 304 Seiten
  • ISBN-10 : 3351037988
  • ISBN-13 : 978-3351037987
  • Größe und/oder Gewicht : 12.5 x 3 x 21.5 cm
  • Herausgeber : Aufbau Verlag; 1. Auflage (10. März 2020)
  • Sprache: : Deutsch


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