Dienstag, 18. August 2020

Schattenkind von Eva Lirot


Klappentext:
An der Nordküste Cornwalls spukt es, wenn man den Küstenbewohnern glaubt. Menschen sind verschwunden, geholt vom fahlen Seemann, der dazu verdammt ist über die Meere zu fahren, bis ihn jemand aus seiner Einsamkeit erlöst. Luna Walker, eine junge Frau aus London, hält nichts von dieser Sagengestalt. Sie hat das Häuschen ihrer Tante geerbt und möchte an der Küste Fuß fassen, sich aus der versnobten Londoner Gesellschaft lösen.
Robert Byrne, der aus der Gegend stammt, aber längst nicht mehr dort lebt, belächelt den Aberglauben der Küstenbewohner ebenfalls. Er ist nur zurück, um endlich sein Elternhaus zu verkaufen. Zu viele schlechte Erinnerungen lasten auf dem schlossähnlichen Gebäude oben auf den Klippen. Erinnerungen an die Familie, die Byrne dort verlor. Er und Luna begegnen sich im Pub. Die junge Frau macht Eindruck auf Byrne. Doch dann geschieht etwas, was niemals geschehen dürfte ...


Ein neues Buch von Eva Lirot, auf das ich mich genau wie auf die vorigen sehr gefreut hatte. Es soll anders sein, hatte ich gehört, anders als das was ich bisher von der Autorin gewohnt war. Der Klappentext deutet es ja schon an, bei Schattenkind wird es sich um eine etwas emotionalere Geschichte handeln, oder geht sie doch eher ins Mystische?

Ich muss zugeben, mit dem, was ich dann bekam, hatte ich so nicht gerechnet.

Eva Lirot führt ihre Leser an die Küste Cornwalls, sie lässt sie den Wind und die Wellen spüren und die unvergleichliche Schönheit dieser Region vor dem inneren Auge entstehen und amüsiert las ich von dem Aberglauben der Menschen, an den ich genau wie Luna die Hauptprotagonistin nicht so recht zu glauben vermochte. Ein fahler Seemann der über die Weltmeere fahren muss bis jemand ihn aus seiner Einsamkeit befreit.

Doch wenn es ihn nicht gibt, wer ist, dann der Spieler der nur Nachts seine Behausung verlässt und die Menschen meidet und der ein schreckliches Geheimnis zu haben scheint.

Ist er der fahle Seemann?

Luna zu beschreiben fällt mir etwas schwer, zunächst erschien sie mir etwas seltsam, ihre Ausdrucksweise eher kindlich trotzig, sie spricht von Windwesen und verheimlicht ihrer Familie das sie nicht auf Weltreise ist, sondern sich im Haus ihrer verstorbenen Tante Mae aufhält.

Als Robert Byrne auftauchte wurde mir ein klein wenig bange, reich, gutaussehend, ein Aussenseiter im Ort und einziger Überlebender seiner Familie. Robert kommt nur sporadisch in das herrschaftliche Familienanwesen zurück, um nach dem Rechten zu schauen, schon lange versucht er das Haus zu verkaufen um endgültig mit seiner Vergangenheit abzuschließen, bislang allerdings ohne Erfolg.

Ach ich habe ja erwähnt, das mir etwas bange wurde, als er auftaucht.

Luna und Robert, das wäre doch die perfekte 08/15 Lovestory, sie ergäben das perfekte Paar: Sie das naive Mädchen, das sich trotz aller Naturliebe auch auf dem Parkett der besseren Gesellschaft zu bewegen weiß und der reiche, geheimnisvolle gutaussehende Außenseiter.

Aber Eva Lirot wäre nicht Eva Lirot wäre es wirklich so gekommen, soviel darf ich verraten, das Geheimnis des Buches wird erst am Ende gelüftet, bis dahin hält sich auch der Spannungsbogen und ich bin wieder einmal begeistert von der Fantasie der Autorin, von ihrer Schreibfreude die man in jedem Satz lesen darf.

Von mir bekommt das Schattenkind eine Leseempfehlung.

  • Taschenbuch: 219 Seiten
  • Verlag: Independently published (15. Juli 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 979-8666253298

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