Freitag, 3. Juli 2020

Schoofseggl von Axel Ulrich

Franz Walzer Ex - Anwalt und mittlerweile freier Berater in Geld und Steuerangelegenheiten, hat jede Menge zu tun, als eine  CD mit den Namen etlicher Steuersünder verkauft wird, doch schon bald kann er Entwarnung geben, der Datendieb den er aufspürt versichert, das nur Daten von A-H auf der CD waren. Damit kann er auch den Stuttgarter Bordellbetreiber Kneller beruhigen. Doch wie es scheint, gab es nicht nur einen Datendieb. Und den kann nicht nur Walzer ausfindig machen, auch Kneller kommt ihm auf die Spur.

Es geht rund im beschaulichen Ländle, Steuerhinterziehung Geldwäsche, Erpressung, Mord und Selbstjustiz sind die Zutaten zu diesem sehr amüsanten und gleichzeitig sehr spannenden Regionalkrimi.
Axel Ulrich greift ein Thema auf, das vor einiger Zeit die Medien beherrschte:
Der Diebstahl und Verkauf, von Daten aus Schweizer Banken, an die deutschen Finanzbehörden.
In Deutschland werden nach einer neuen Studie jährlich Steuern im Umfang von 125 Milliarden Euro hinterzogen. Die Studie beruht auf Daten aus dem Jahr 2015, allzu viel dürfte sich seit dem nicht geändert haben.
Angesichts einer solchen Summe, fällt es mir schwer Sympathien für die Opfer des Datenklaus zu entwickeln im Gegenteil ich gönnte jedem von ihnen die schlaflosen Nächte und die Angst vor dem Besuch der Steuerfahndung. Aber keiner von ihnen hat soviel kriminelle, bösartige Energie wie Kneller, der Bordellbetreiber schreckt auch vor Mord nicht zurück, wenn ihm etwas nicht passt und er hat keine Skrupel andere auszunutzen, um sein Vermögen zu mehren. Sein neusten Opfer ist Olli, der in seinem Auftrag Steuerhinterzieher erpressen muss, wie genau es dazu kommt, verrate ich euch an dieser Stelle aber nicht. Olli bekommt Unterstützung von Walzer, der sich trotz seiner Tätigkeit als Geldwäscher, ein klein wenig von meiner Sympathie erschleichen konnte. Gemeinsam setzen sie alles daran Kneller das Handwerk zu legen.

Ich hatte ein klein wenig Angst, das der Autor zu viel schwäbischen Dialekt in das Buch einbaut, persönlich habe ich zwar nach 30 Jahren im Ländle kaum noch Probleme den Dialekt zu verstehen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es vielen anders geht. Aber meine Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet, der Dialektanteil hält sich in Grenzen und alles wird im Text hervorragend erklärt.

Ein weiterer Punkt, vor dem ich ein klein wenig Angst hatte: Wirtschaftskriminalität ist ein kompliziertes Thema, dem man ohne Fachkenntnisse kaum folgen kann, aber Axel Ulrich weiß als ehemaliger Wirtschaftsjournalist wovon er schreibt und auch wie er es schreiben muss, um seine Leser nicht zu überfordern oder schlimmer noch zu langweiligen. Seine Erklärungen zur Geldwäsche und dem Umgang mit Schwarzgeld in der Schweiz, sind in sich schlüssig und  allgemein verständlich.

Ich vergebe für Schoofseggl eine absolute Leseempfehlung.

  • Taschenbuch: 284 Seiten
  • Verlag: Oertel u. Spörer; Auflage: 1 (7. März 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3965550071
  • ISBN-13: 978-3965550070




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hier dürft ihr mir eure Kommentare hinterlassen. Bitte beachtet: DATENSCHUTZ: Mit dem Abschicken des Kommentars nehme ich zur Kenntnis und bin einverstanden, dass meine Daten gespeichert und weiterverarbeitet werden!