Ich habe mich mal wieder an ein Genre gewagt, das ich normalerweise nicht lese, aber da ich anderen immer sage: Ihr müsst auch mal über den Tellerrand hinauslesen, darf ich selber nicht starr an meinen Lesegewohnheiten festhalten. Da kam mir
Der wunde Himmel von Jeannette Oertel
gerade recht.
Das Buch vereint einen Politikthriller, Liebe und Erotik in einer Geschichte und das erstaunlich gut und flüssig. Das liegt sicherlich daran das die Autorin selbst im Diplomatischen Dienst gearbeitet hat und deshalb weiß, wovon sie spricht. Die Geschichte entführt uns in die deutsche Vergangenheit und gewährt Einblicke in Tabeas Kindheit die sie in der DDR verbrachte. Die Liebes- und Erotikgeschichte fügt sich harmonisch ein, erstaunlich für ein Debüt, habe ich doch sonst oftmals das Gefühl, der Holzhammer der Erotik kommt zum Einsatz, wenn den Autoren gerade die Ideen ausgehen, das war hier definitiv nicht so, alles was geschieht, geschieht fließend und zur Geschichte passend.
Ich habe nur einen kleinen Kritikpunkt, etwas zu oft betont Tabea als Ich-Erzählerin ihre Beziehungen und Gefühle zu ihren Mitmenschen, z.B. zu dem Geheimdienstchef Rayan Mansur, der widersprüchliche Gefühle in ihr auslöst, das ist nur ein Beispiel. Ich mag das nicht, meiner Meinung nach reicht es diese Gefühle einmal zu beschreiben und dann erst wieder aufzugreifen, wenn sie sich ändern, dazwischen gilt: Show don´t tell.
Da dies aber mein einziger Kritikpunkt ist, bekommt
Der wunde Himmel
Eine Leseempfehlung von mir.
- Taschenbuch: 510 Seiten
- Verlag: konkursbuch (20. Februar 2020)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3887694759
- ISBN-13: 978-3887694753

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