Dienstag, 5. März 2019

Großes Sommertheater von Frank Goldammer


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Inhalt: Der Patriarch Joseph hat gerufen und seine Kinder strömen herbei.
Erwin, der aalglatte Politiker, Harald der in irgendwelche dubiosen Geschäfte verwickelt ist und Uwe der Hartz4 Empfänger. Gemeinsam mit ihren Familien beginnen sie das Wochenende auf dem Parkplatz einer imposanten Villa, die ihr Vater gerade gekauft hat und bangen schon mal um ihr Erbe.
Begrüßt werden sie von Agnes, der neuen Pflegerin Josephs, dessen Gesundheitszustand sich in der letzten Zeit rapide verschlechtert hat, so das er nicht ansprechbar und stinkend in seinem Rollstuhl dahinvegetiert.

Meine Meinung:
Eine Familie wie eine Naturkatastrophe.
Während des Lesen kam ich mir vor wie jemand der den Abgang einer Lawine aus sicherer Entfernung beobachtet, wohl wissend das er sie nicht aufhalten kann und deshalb den Anblick genießt.
Mit den gelesenen Worten hatte ich sofort einen Film im Kopf, einen Film über den Sommer am Strand, schmelzendes Eis, schwitzende, fröhliche Menschen zu Beginn und  Familientreffen, in denen zwar gesprochen aber nicht geredet wird.
Denn die Zwistigkeiten die die Familien und besonders die Brüder trennt, wären recht leicht aus der Welt zu schaffen würden sie miteinander sprechen und sich nur missgünstig beäugen.
Irgendwann habe ich aufgehört zu zählen, wie viele Personen die Familie zählt, aber während des Lesens ist das auch nicht wichtig. Jeder hat seine eigene Geschichte, Erwin zum Beispiel, wird von der Opposition genauso angegriffen wie von den eigenen Parteifreunden, irgendjemand aus seinem Büro gibt Informationen weiter, die nicht für andere bestimmt sind. Seine Tochter Regina kämpft mit der Erziehung ihres 4jährigen Sohnes Rocco, ein aufgewecktes Kerlchen um es mal freundlich auszudrücken.
Harald, von dem niemand so genau weiß, womit er eigentlich sein Geld verdient, aber sagt sein Kleidungsstil nicht eigentlich schon alles?
Und Uwe, der jüngste Bruder, der seine ganze Energie dafür aufwendet, dem Staat das Geld aus der Tasche zu ziehen, mit einem Bruchteil der aufgewendeten Energie wäre er im Berufsleben sicher sehr erfolgreich.Uwe ist ein Sonderling und Eigenbrödler um so erstaunlicher ist, das er eine absolute Traumfrau an seiner Seite hat.
Noch kurz zu Joseph, in Rückblenden wird sein Leben erzählt, das 1923 als Sohn eines Kohlenschauflers begann, der jede Berührung des Kindes vermied um dieses winzige, reine Wesen nicht schmutzig zu machen. Joseph vermisste den Kontakt zu seinem Vater schmerzlich, sogar eine Backpfeife wäre ihm willkommen gewesen, so dachte er, er wäre seinem Vater gleichgültig.
In seinem langen Leben erreicht Joseph viel und kann ein stattliches Vermögen anhäufen und dabei umschifft er fast immer alle politischen Gegebenheiten, mit Geschick und einem gewissen Maß an krimineller Energie.

Ich vergebe für das Große Sommertheater eine absolute Leseempfehlung, es ist amüsant ohne bemüht witzig zu sein.
Frank Goldammer kann also nicht nur Krimis schreiben, die Max Heller Reihe kann ich euch  sehr ans Herz legen.
Mit einem Klick auf das Cover, öffnet ihr den Vorhang und gelangt direkt zum Verlag.

  • Broschiert: 240 Seiten
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (28. Februar 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423262168
  • ISBN-13: 978-3423262163



3 Kommentare:

  1. Hey!

    Mensch, ich hatte ganz vergessen, wie toll deine Rezensionen sind! Und wie viel Lust ich jetzt auf dieses Buch habe. Ich suche immer wieder gerne nach Geschichten weg von dem, was ich sonst lese und freue mich, das Buch gefunden zu haben. Danke für deine Meinung!

    LG
    Tilly

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  2. Hallo,

    ich habe heute gerade ein Interview mit Herrn Goldammer geführt, und es ist als Podcast zu hören.

    Viel Spaß beim hören und alles Liebe

    Markus von der Literaturlounge

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