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Doch mit der Idylle ist es vorbei, als kurz nacheinander zwei grausam ermordete Frauen gefunden werden.
In Rückblenden erfährt der Leser von erschreckenden Vorkommnissen im örtlichen Kinderheim, in dem die ermordeten Frauen gearbeitet haben.
Meine Meinung:
Märchenblut ist soweit ich weiß der erste Thriller aus der Feder Nadja Roths.
Die Idee des Thrillers ist nicht neu, traumatische Erlebnisse, die einen Menschen zum Killer machen gibt es häufig, das ist kein Spoiler, das ist jedem der schon ein paar Thriller gelesen hat nach den ersten Seiten klar. Allerdings werden die Mordszenen nicht immer in so einer Deutlichkeit wie hier beschrieben, das Buch ist also nichts für zartbesaitete Leser.
Der Mörder nimmt mit Zetteln, die er seinen Opfern schickt, Bezug auf Grimms Märchen, die meiner Meinung nach in ihrer Ursprungsform nicht in Kinderhände gehören.
"Was rumpelt und pumpelt in meinem Bauch herum? Ich meinte, es wären sechs Geißlein, so sind’s lauter Wackerstein ..."
Was Elli nicht ahnt, auch sie ist schon längst im Visier des Killers.
Für den Thriller Teil, vergebe ich eine absolute Leseempfehlung, würde ich Sterne vergeben, es wären 5/5.
Nur leider geht es ja auch um Ellis Leben, ihre Probleme, Sorgen und Nöte. Mir ist klar, dass eine Figur aufgebaut werden muss, der Leser soll sie kennen und nach Möglichkeit lieben oder von mir aus auch hassen lernen (ja auch unsympathische Ermittler haben durchaus ihren Reiz).
Aber Ellis Gedanken zu ihrem Privatleben müssten nicht andauernd wiederholt werden, der Leser begreift spätestens beim zweiten Mal, das Elli sich für zu dick und unsportlich hält und deswegen erst mal auf Diät gehen will, er muss das nicht jedes Mal aufs neue erfahren, wenn auch nur das Wort Essen fällt.
Immer wieder denkt sie über das Ende ihrer Beziehung nach, sie grübelt immer wieder über die Gründe nach und beantwortet sie sich gleich selber. s.o. zu dick, zu unsportlich und sowieso sind alle Männer Schweine. Na bis auf einen. Ihr neuer Chef Thomas Brunner, den sie in Gedanken George Cloney nennt und bei dessen Anblick sie bildlich gesprochen anfängt zu sabbern, das gehört doch eher in einen Ladykrimi und nicht in einen knallharten Thriller.
Wobei ich auch nicht verstehen kann, was sie an Brunner findet, viele seiner Sätze beendet er mit
"nich", eine sehr nervende Angewohnheit, die im Nachhinein aber schon fast amüsant ist, dachte ich doch zwischendurch "Muss ich noch einmal "nich" lesen, gibt es noch einen Toten.
Die Szenen, in denen Elli einfach nur ihren Job macht, mochte ich sehr, da ist Elli die Kommissarin, die um jeden Preis den Killer fassen will und doch die Menschlichkeit nicht verliert, die es braucht um Opfer zu schützen.
Wer also Thriller mit Ladykrimi Elementen mag, ist mit Märchenblut sehr gut bedient.
- Taschenbuch: 364 Seiten
- Verlag: SadWolf Verlag; Auflage: 1 (1. August 2018)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3946446876
- ISBN-13: 978-3946446873
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