Freitag, 29. März 2019

8 Fragen 8 Antworten Ein Interview.Heute mit Christian Günther

Werbung unbezahlt wegen Linksetzung.
Im Vorfeld der LBM19 habe ich einen der Autoren des Amrûn Verlags genauer unter die Lupe genommen. Christian Günther hat sich nicht nur einen Namen als Autor der Faar Reihe gemacht, auch seine Illustrationen beeindrucken mich immer wieder.
2017 schaffte es Die Aschestadt aus der Faar Reihe auf die Longlist des renommierten Seraph Buchpreises ausgewählt.
Der aus Bielefeld (doch Bielefeld gibt es, ich habe es gesehen) stammende Schriftsteller lebt mittlerweile in der Nähe von Hamburg.
Aber nun genug geredet, jetzt zeige ich euch erst mal um wen es eigentlich geht.

Christin Günther: Autor, Illustrator und geborener Bielefelder.

©katharinabodmann

  1.)Magst du Dich den Lesern die Dich noch nicht kennen einmal vorstellen, bitte?

Aber gern. Ich bin 44 Jahre alt, stamme aus Ostwestfalen, genauer gesagt Bielefeld (ja, wirklich, doch, gibt es) und wohne inzwischen in der Nähe von Hamburg, zusammen mit meinem Hund Emil. Ich beschäftige mich mit dem Schreiben, seit ich etwa 18 war, zunächst waren es Artikel und Abenteuer für Rollenspiel-Zeitschriften, später dann Kurzgeschichten und Cyberpunk-Romane. Neben der Beschäftigung mit phantastischen Welten male und zeichne ich sehr gern, arbeite in meinem Hauptberuf als Grafiker und Webdesigner, streife mit dem Hund durch die Wälder oder beschäftige mich mit Fußball.

 

Hier seht ihr eine kleine Auswahl von Christans Illustrationen. Ich bin ja hin und weg.

  1. Du schreibst Fantasyromane, was hat Dich dazu gebracht ausgerechnet in diesem Genre zu schreiben?

Als Jugendlicher schon mit Rollenspielen in Kontakt gekommen, war dieser Weg fast vorgezeichnet. Die Phantastik in all ihren Ausprägungen hat mich seit jeher fasziniert und diese Begeisterung hat im Laufe der Jahre kein bisschen nachgelassen. Ich habe viel Fantasy gelesen, bin aber kein Fan von riesigen Epen mit zahllosen Bänden und aberhunderten von Seiten. Das passt eigentlich nicht so gut zusammen. Deshalb wollte ich Fantasy schaffen, die schneller, direkter funktioniert – so wie ich es aus dem Cyberpunk kenne. Dazu wollte ich eine Welt erschaffen, die nicht einfach nur die tolkienschen Völker abbildet, sondern eigenständiger ist. Kurz gesagt: Ich fand alles irgendwie blöd und war der Meinung: Das kann ich besser 😊

3.) Erzählst du uns ein bisschen etwas zu Deinen bisher erschienenen Bücher?

Wie oben schon beschrieben, die Welt sollte sich von den Tolkien-Klonen unterscheiden. Ich habe deshalb ohne Orks, Trolle oder Zwerge gearbeitet, ohne Magie (okay, ein bisschen schon). Dafür folge ich eher der Tradition früherer Fantasy-Autoren, Vorbilder sind da Robert E. Howard (Conan), Karl Edward Wagner (Kane) oder H.P. Lovecraft (der für die Schrecken aus dem Meer tolle Vorbilder lieferte). Es ist also eher klassische Barbaren-Fantasy, Sword & Sorcery eben, gepaart mit Horror-Elementen. Zu diesen Einflüssen gesellte sich dann die Idee, ein paar Heavy Metal-Zitate zu integrieren, weil ich meinen alten Helden Tribut zollen wollte. Und zu guter Letzt wollte ich noch aktuelle Themen verarbeiten, um dem Ganzen mehr Tiefe zu verleihen, so geht es nicht um die Rettung der Welt vor der üblichen dunklen Macht, die von einem Bösewicht angeführt wird, und auch nicht um einen Auserwählten, der diese Aufgabe übernehmen muss (gut, ein bisschen schon 😉). Es geht um Themen wie Menschlichkeit im Angesicht des Untergangs, um den Umgang mit dem Fremden, die Überwindung der Angst vor dem Unbekannten, Machtmissbrauch, Flucht, Religion und vieles mehr.
Aus der Welt von Faar gibt es bislang drei Romane, die aufeinander aufbauen und eine Novelle, die sozusagen den eineinhalbten Band darstellt. Sie ist auch gut geeignet, um die Welt kennenzulernen und um festzustellen, ob man meine Art zu erzählen mag.

Vor Faar habe ich zwei Cyberpunk-Romane veröffentlicht, „under the black rainbow“ und „Rost“, die das Genre, das meistens in den USA spielt, nach Norddeutschland holen und eine dystopische Zukunft beschreiben.




Am Seelenbrunnen erscheint im März 2019

4. Weiß dein Umfeld das Du Bücher schreibst und was sagen sie dazu?

Ja, ich mache daraus kein Geheimnis. Der Umgang damit bzw. das Interesse daran ist ganz unterschiedlich – einige Freunde und auch mein Bruder sind zu begeisterten Lesern geworden. Andere können mit dem Genre nichts anfangen, woran auch meine Bücher nichts geändert haben. Wieder andere sind gar nicht weiter leseinteressiert, finden es aber durchaus spannend, wenn ich davon erzähle (hoffe ich zumindest) und können sich gar nicht vorstellen, wie und warum man so etwas macht, wenn man damit gar nicht reich werden kann.

5. Hattest du schon mal den Wunsch alles hinzuschmeißen und nie wieder eine Zeile zu schreiben, wenn ja, was hat dich motiviert weiter zu machen?

Nein, eigentlich nicht. Wobei ich, wie wahrscheinlich die meisten Autoren, beim Schreiben verschiedene Phasen durchlebe, die von „Boah, ist das geil“ bis zu „Oh Nein, ich glaube, ich kann nicht mehr schreiben, was ist das alles für ein Mist“ reichen. Da ich größtenteils das schreibe, worauf ich Lust habe und nicht nach irgendwelchen Vorgaben von Markt, Verlagen oder Publikum, ist die Gefahr wohl auch nicht so groß, auszubrennen. Ich mache aber auch viele Schreibpausen, bin nicht so produktiv wie manch anderer, aber dafür habe ich einfach zu viele andere Interessen neben dem Schreiben.

6) Was macht Christian Günther wenn er nicht schreibt?

Wie schon erwähnt – malen, wandern, Fußball. Ich finde es unglaublich entspannend, zu malen, also nicht digital, sondern so richtig an der Staffelei stehen und mit Farben, Pinseln und Leinwand zu hantieren. Daneben bin ich viel mit meinem Hund unterwegs. Und ich schaue gern zusammen mit anderen Fußball. Sonst lese ich natürlich gern, mag Kunst und Design, Flohmärkte, Spiele (gerade wieder eingestiegen ins Fantasy-Rollenspiel), Filme, Reisen in den Norden, Fotografieren, Heavy Metal, laufen, radfahren, alle Sportarten, bei denen ein Ball mitspielen darf.

7) Deine Bücher werden unter anderem bei Amrûn verlegt. Warum hast Du Dich für diesen Verlag entschieden?

Ich habe den Verlag ursprünglich kennengelernt, weil ich Cover für einige Bücher gestaltet habe. An den Erstkontakt kann ich mich gar nicht mehr genau erinnern. Dann habe ich mich mit dem Verleger gut verstanden und einfach mal mein Konzept eingereicht. Die Lektorinnen, die das dann gelesen haben, haben ihm wohl dazu geraten, meine Bücher zu verlegen. Dass dann vier Bände daraus werden, hätte ich am Anfang auch nicht gedacht.

8. Nach dem Buch ist vor dem Buch, worauf können wir uns als nächstes freuen?

Momentan hantiere ich mit mehreren Ideen, die meisten davon haben nichts mit Faar zu tun, sondern gehen in Richtung Science Fiction/Cyberpunk. Ich habe mir einfach mal etwas Abwechslung gewünscht, und ich merke, dass das mir und dem, was ich schreibe, gut tut. Von vielen Lesern wurde ein dritter Band meiner Cyberpunk-Reihe gefordert, vielleicht kann ich die demnächst zufriedenstellen. Aber auch für Faar habe ich noch einige Ideen, die Reise dorthin geht mit Sicherheit weiter.

Ich bedanke mich für die ausführlichen Antworten und freue mich natürlich auf weitere Bücher.
Ihr seid neugierig geworden?
Dann schaut doch mal beim Amrûn-Verlag vorbei, dort könnt ihr die Bücher sogar signiert bestellen.












2 Kommentare:

  1. Hallo Manuela!

    Ein wirklich tolles Interview. Von Christian Günther hab ich bis jetzt noch nichts gelesen, aber seine Cover sind wirklich der Wahnsinn! Vielleicht sollte ich mir die Faar-Bücher mal genauer ansehen. :-D

    Liebe Grüße
    Tilly

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  2. Huhu Tilly, das lohnt sich auf alle Fälle. Nur Lesezeit wird immer nicht mitgeliefert. seufz.

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