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Nach einer Katastrophe hat Japan die Verbindungen zur Außenwelt gekappt. Die Auswirkungen sind nur in kleinen Details zu spüren, die beim Lesen erst nach und nach, dafür umso eindringlicher, ins Bewusstsein sickern – erzählt in der leichten, glasklaren Sprache Yoko Tawadas. Erzählt wird die Geschichte von Yoshiro und seinem Urenkel Mumey. Es schimmern viele andere Geschichten durch: wie Japaner und wie Europäer mit Katastrophen umgehen, »japanische Psyche«, Historisches … Geschichten und Bewegungen laufen parallel, queren sich, kommen zusammen, steuern auf das Ende zu.
Alle Kinder in der Zeit werden krank geboren, zugleich sind sie weise und fröhlich, ein Hoffnungsschimmer. Die Alten hingegen leben immer länger. Yoshiro kümmert sich mit großer Liebe um Mumey. Als Student war er mit einer Frau aus Deutschland befreundet. Manchmal fragt er sich, ob sich die Umwelt dort auch so verändert hat wie in Japan. Wie es deren Urenkeln geht. Als der Alltag schwieriger wird, versucht eine geheime Organisation, ausgewählte Kinder als »Sendboten« ins Ausland zu schmuggeln, zu Forschungszwecken.
Meine Meinung:
Ich wusste über das Buch nicht mehr als die Buchbeschreibung auf der Verlagsseite und da mir auch die Autorin völlig unbekannt war, konnte ich mich völlig unbedarft dem Lesevergnügen hingeben.
Und ein Lesevergnügen war Sendbo-o-te auf jeden Fall, die Autorin lässt viel Raum für die Fantasie ihrer Leser, z. B. um die Frage zu beantworten, was genau geschah bevor sich das Leben der Japaner auf so drastische Weise veränderte: Ein Krieg, eine Nuklearkatastrophe in einem Kernkraftwerk? Mir kam sofort Fukushima in den Sinn. Auch die Frage, ob es sich um eine weltweite Katastrophe handelt, wird nicht beantwortet. Ich blieb allein mit meinen Vermutungen und konnte mir so meine eigenen Gedankenspiele erlauben.
Wie gehen Menschen mit einer vollkommen veränderten Umwelt um, wie arrangieren sie sich mit dem Verschwinden von Tieren und Technik (Tiere sind bis auf reinrassige Hunde fast vollständig ausgestorben, es gibt kein Internet, kein Telefon) und niemand weiß, wie lange die Alten leben werden und wann die krank geborenen Kinder sterben werden. Warum protestiert niemand gegen die schlechte Versorgungslage, warum verlangt niemand Aufklärung darüber was genau die Untersuchungen der Kinder ergeben haben? Liegt es in der japanischen Kultur alles so stoisch über sich ergehen zu lassen und zu versuchen das Beste aus der Situation zu machen?
Hätte ich mir mehr Informationen gewünscht?
Ja und Nein
Und ein Lesevergnügen war Sendbo-o-te auf jeden Fall, die Autorin lässt viel Raum für die Fantasie ihrer Leser, z. B. um die Frage zu beantworten, was genau geschah bevor sich das Leben der Japaner auf so drastische Weise veränderte: Ein Krieg, eine Nuklearkatastrophe in einem Kernkraftwerk? Mir kam sofort Fukushima in den Sinn. Auch die Frage, ob es sich um eine weltweite Katastrophe handelt, wird nicht beantwortet. Ich blieb allein mit meinen Vermutungen und konnte mir so meine eigenen Gedankenspiele erlauben.
Wie gehen Menschen mit einer vollkommen veränderten Umwelt um, wie arrangieren sie sich mit dem Verschwinden von Tieren und Technik (Tiere sind bis auf reinrassige Hunde fast vollständig ausgestorben, es gibt kein Internet, kein Telefon) und niemand weiß, wie lange die Alten leben werden und wann die krank geborenen Kinder sterben werden. Warum protestiert niemand gegen die schlechte Versorgungslage, warum verlangt niemand Aufklärung darüber was genau die Untersuchungen der Kinder ergeben haben? Liegt es in der japanischen Kultur alles so stoisch über sich ergehen zu lassen und zu versuchen das Beste aus der Situation zu machen?
Hätte ich mir mehr Informationen gewünscht?
Ja und Nein
Ja, weil ich gern wüsste, wie es mit den Hauptprotagonisten Yoshiro und Mumey weitergeht, besonders der liebevolle Yoshiro, der sein gesamtes Leben auf das Wohlergehen seines Urenkels ausgerichtet hat, ist mir ans Herz gewachsen. Oder die Frage, ob
ein Land es schaffen kann, vollkommen abgeschottet vom Rest der Welt,
seine Bürger mit allem notwendigen zu versorgen, ob aus einer
Katastrophe wirklich etwas vollkommen positives erwachsen kann.
Nein, weil mir dann genau das genommen worden wäre, was ich so mochte, der Raum für meine eigenen Gedanken.
Ich mag Bücher, bei denen ich mehr als bei meinen bevorzugten Genre nachdenken muss, auf die ich mich einlassen muss.
Nein, weil mir dann genau das genommen worden wäre, was ich so mochte, der Raum für meine eigenen Gedanken.
Ich mag Bücher, bei denen ich mehr als bei meinen bevorzugten Genre nachdenken muss, auf die ich mich einlassen muss.
Ich empfehle dieses Buch für Liebhaber der japanischen Literatur,für alle die gern einmal etwas anderes als Main-Stream lesen möchten und für die Liebhaber schöner Worte. Also für fast jeden Leser meines Blog.
- Taschenbuch: 200 Seiten
- Verlag: konkursbuch; Auflage: 2. (1. März 2019)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3887696883
- ISBN-13: 978-3887696887
- Originaltitel: Kentoshi
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