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Sonntag, 17. Dezember 2023

8 Fragen 8 Antworten 1 Interview mit Vincent Voss



Heute habe ich einen der erfolgreichsten Horrorautoren des Landes zu Besuch im Bücherhaus, ich freue mich sehr, dass er den weiten Weg aus Wakendorf II in die tiefste schwäbische Provinz gefunden hat. (Der Ort heißt wirklich so, ich habe ihn auf der Landkarte gefunden, früher dachte ich der Ortsnamen wäre erfunden, weil sich das so schön Postapokalyptisch klingt).

Herzlich willkommen im Bücherhaus, lieber Vincent, ich freue mich sehr dich heute zu Gast zu haben, Kaffee, Tee und Plätzchen stehen bereit, bedien dich bitte. Bevor wir anfangen, kommt natürlich das obligatorische:

Beschreibe dich bitte in 5 Worten.

Liebe, Horror, Hoffnung, Angst, Neugier 


Und nun kommen wir auch schon zu den Fragen.

1.Deine Kurzgeschichten haben bereits mehrmals den Weg in die Horroranthologien "Mängelexemplare" des Amrûn Verlags gefunden. Wie fühlt es sich an, an dieser fantastischen Reihe teilzuhaben? 
 
Ich freue mich vor allem über den langen Atem einer jeden Anthologie- oder Magazinreihe im Horror. Da gibt es ja viele, aber die meisten sind dann irgendwann eingestellt worden. Constantin, der Herausgeber, Jürgen, der Verleger, beweisen einfach, dass es auch anders geht. Dass ich dabei sein darf, und das vom ersten band, macht natürlich schon auch etwas stolz.

2. In "Mängelexemplare" begegnet man deinen Geschichten, die stets eine düstere und fesselnde Atmosphäre schaffen. Welche Inspirationen und Einflüsse treiben deine schaurigen Erzählungen an, und wie gehst du bei der Entwicklung deiner Charaktere vor, um sie so authentisch und beängstigend wie möglich zu gestalten? (Ich habe bei deiner Story Till und Aria, ja fast geheult, na gut ich habe geheult) 

 Ich muss meine Figuren spüren und gewissermaßen lieben. Was man liebt, will man gerne schützen. Wenn ich dann als Autor jemanden zu Tode kommen lasse, fällt es mir besonders schwer. Vor allem, wenn ich richtig an ihnen dran bin. Bei Till und aria wurde ich von dem Kopierraum bei mir auf der Arbeit inspiriert. Die Vorstellung die Tür fällt da hinter einem zu und irgendwie bist du dann eingeschlossen … Dreck! Habe ich eigentlich erzählt, dass ich auf der Metropolcon im Fahrstuhl stecken geblieben bin? Nein? Okay. Das beschäftigt mich offenbar immer noch …

3.Der Amrûn Verlag steht für qualitativ hochwertige Horrorliteratur. Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit dem Verlag, und inwiefern unterstützt er dich bei der Realisierung deiner kreativen Visionen? 

Mit Jürgen habe ich eigentlich nur auf Messen einen netten kontakt. Er ist dann aber meistens so eingebunden, dass wir nur wenige Worte wechseln können. Ansonsten ist er ja so mutig, Horroranthologien zu veröffentlichen. 😉 Und bei der Zombie-Zone Germany geht es mit einem tollen Team weiter. Je länger ich darüber nachdenke, stelle ich fest, dass es Jürgen gelingt, nette, kreative Menschen um sich zu sammeln. Weiter so!

4.Deine Kurzgeschichten zeichnen sich oft durch unerwartete Wendungen aus, die den Leser in ihren Bann ziehen. Wie schaffst du es, diese Elemente in deine Geschichten einzuflechten, ohne dabei vorhersehbar zu werden, und welchen Stellenwert haben für dich Überraschungsmomente in der Horrorliteratur? 

Puh, ich weiß nicht, ob mir das immer gelingt. Das ist natürlich toll, wenn es klappt. In der Kurzgeschichte macht das m.E. ja auch diese Gattung aus. Ein Ende mit Wende. Diese Kurzgeschichten bleiben bei mir am nachhaltigsten in Erinnerung. Oder aber eine wahnsinnige Abseitigkeit. Wahrscheinlich ist es ein Mix. Etwas Talent, gute Lehrmeister*innen, weil ich immer noch viel lese und einen durch Pen and Paper antrainierten Kreativspeicher.

5. Die folgende Frage habe ich auch Constantin Dupien gestellt.Jetzt bin ich gespannt auf deine Antwort, nicht spinksen bitte 😀 Du hast gemeinsam mit ihm den Horroroman "Das Vermächtnis: Ruf der Dunkelheit" geschrieben. Kannst du uns mehr darüber erzählen, wie die Idee für diesen Roman entstanden ist und wie ihr die Charaktere und die Handlung gemeinsam entwickelt habt? Sind da auch mal die Fetzen geflogen? 

Ganz genau erinnere ich mich nicht mehr, wie wir auf das Thema gekommen sind. Mit Constantin kann man toll zusammen Ideen austüfteln. Wir haben dann die Geschichte aus zwei Perspektiven geschrieben und uns in regelmäßigen Abständen die Kapitel zugeschickt. Fetzen sind bei uns noch nicht geflogen. Ich glaube, wir bringen beide eine gute Kompromissbereitschaft mit. (Horrorautoren sind wohl wirklich immer lieb zueinander)

6. In deinen Romanen "Im Eis" und "Der Fliegenmann" ist die Hauptfigur die Ethnologin Amelie Fischer. Wie gehst du beim Schreiben von Romanen im Vergleich zu Kurzgeschichten mit der Entwicklung von komplexen Charakteren um, und welchen Stellenwert hat für dich die emotionale Bindung der Leser an deine Figuren? 

Hier dasselbe, was man liebt, will man beschützen. Figuren auf lange Strecke zu quälen ist manchmal echt schwer. Das ging mir vor allem beim Fliegenmann so. Oder bei Im Eis in einer Szene. Ich träume, wenn ich richtig in Schreibphasen drin bin, von meinen Figuren. Und diese Bindung schleppe ich dann auch in meinem alltag herum. So entwickeln sich Figuren. Richtig spannend wird es, wenn Figuren während des Schreibens sagen: „Nein, das machst du jetzt nicht, du machst das jetzt so!“ Tja, und oft mache ich es dann eben so. (Das erinnert mich jetzt an Kinder, die machen auch oft das, was sie wollen)

7.Nach "Im Eis" und "Der Fliegenmann" bin ich gespannt auf deine zukünftigen Projekte. Gibt es bereits Pläne für weitere Romane, in denen Amelie Fischer eine Rolle spielt, oder hast du vielleicht andere düstere Welten, die du erkunden möchtest? 

Aktuell schreibe ich an einem weiteren Roman mit Amelie Fischer. Es wird maritim, so viel kann ich verraten. Dazu schreibe ich für die Zwielicht eine Kurzgeschichte durch die Angst vor der KI inspiriert. Und eine Geschichte, die zur Aufgabe hatte, dass ältere Musik eine rolle spielt. Bei mir ist es „Child in time“ von Deep Purple. Man sollte aufpassen, wenn man mich das Lied in Zukunft summen hört.

8. Ich hatte dich auf einer Lesung im Rahmen der Leipziger Buchmesse kennengelernt und war sehr erfreut, wie nahbar du und auch deine anwesenden Kollegen gewesen sind. Wie wichtig ist dir der Kontakt zu deinen Leserinnen und Lesern? 

Sagen wir mal so, am meisten möchte ich auf Messen Spaß haben und den hat man doch am ehesten mit lieben Menschen, oder? Und auf Messen sind viele tolle Fantasten, deshalb bin ich für diese Momente auch so dankbar! Da weiß ich dann doch, dass soziale Medien eben nicht alle abbilden, wie es mir manchmal vorkommt, sondern, dass es auch viele nachdenkliche Menschen gibt, die ähnlich ticken. Mein problem ist, dass die Messen manchmal zu weit zeitlich auseinanderliegen und ich manchmal dann Schwierigkeiten habe, den richtigen Namen zur der vor mir stehenden Person griffbereit zu haben. Richtig peinlich habe ich mal ein Buch signiert und war mir sicher, dass der Mann Peter hieß. Hieß er aber nicht. Peinlich, wenn es dann schon im Buch steht. (😂 ich habe gerade mehr gelacht als ich sollte, Entschuldigung. Da bist du ja ganz schön in ein Fettnäpfchen getreten, aber falls es dich tröstet, die meisten sind immer für mich reserviert)


Und damit sind wir auch schon am Ende angekommen, ich danke dir für deinen Besuch, halt stopp, eine Frage die mich in letzter Zeit immer wieder umtreibt, habe ich noch:

8 1/2. Glaubst du, dass KI die Art und Weise, wie Bücher geschrieben, veröffentlicht und konsumiert werden, verändern wird? 

Ja, das glaube ich. Wenn sie genug Rechenkapazität hat, immer weiter lernt, dann wird sie Bücher schreiben können. Gute Bücher. Aber ich habe Zweifel, ob sie richtig Empathie rüberbringen kann. Und das beruhigt dann doch auch etwas.

Jetzt aber vielen Dank für deinen Besuch, ich hoffe bald wieder etwas lesen zu dürfen.
Und für euch habe ich noch eine sicher nicht ganz vollständige Liste von dem, was Vincent Voss bisher geschrieben hat. Einiges habe ich auch schon gelesen, einiges fehlt mir noch, aber was nicht ist kann ja noch werden.

  • 172,3, Luzifer Verlag 2012
  • Faulfleisch, Verlag Torsten Low 2012 
  • Töte John Bender!, Luzifer Verlag 2013 
  • Ich bin böse!, Bastei-Lübbe 2014 
  • Tödlicher Gruß, Bastei-Lübbe 2014 
  • Wasser, Verlag Torsten Low 2015
  • Du darfst mich nicht finden, Bastei-Lübbe 2015
  • Tag 78, Amrûn Verlag 2015
  • Ruf der Dunkelheit mit Constantin Dupien, Selfpublishing 2015
  • Frischfleisch – Nullpersonen, Verlag Torsten Low 2016
  • Alles zum Schein, Feder & Schwert 2018
  • Infiltriert, Verlag Torsten Low 2019
  • Im Eis, Verlag Torsten Low 2021
  • Der Fliegenmann, Verlag Torsten Low 2023
  • Mängelexemplare, Amrûn Verlag 2023

Montag, 3. Januar 2022

Im Eis von Vincent Voss

 


Amelie Fischer ist Professorin am Institut für Ethnologie in Hamburg und weiß alles über die dritte deutsche Polarexpedition 1878 zum Nordpol. Das denkt sie jedenfalls, bis ihr ein Dachbodenfund in die Hände gespielt wird. Nicht die Entdeckung einer eisfreien Passage, nicht die Erforschung des ewigen Eises war das eigentliche Ziel, sondern ein Schiff namens »Sirene« sicher ins Eis zu geleiten. Je mehr sie herausfindet, umso geheimnisvoller erscheint die Expedition in der Nachbetrachtung. Und als sie beschließt, selbst eine Gruppe von Wissenschaftlern in den Nord-Osten Grönlands zu führen, um die Sirene zu bergen, bringt sie ihr Leben in Gefahr.


Die Professorin Amelie Fischer hat sich völlig der dritten deutschen Polarexpedition verschrieben, sie verfügt über ein Wissen, das seinesgleichen sucht und sie ist der felsenfesten Überzeugung alles über die Expedition und seine Teilnehmer zu wissen. Bis zu dem Tag, an dem ihr jemand Tagebuchseiten in die Hände spielt, die verfasst vom Kapitän der *Teutonia* Johannes Werkmeister, den wahren Grund der Reise offenbaren. Ihr geheimer Auftrag lautete, mit der Teutonia und einem weiteren Schiff der *Morgenröte*: sicheres Geleit für die *Sirene* die unter dem Kommando des zwielichtigen Kapitäns Braun steht  bis zur Walfangstation Sabine Islands zu gewährleisten. Diese Tagebuchseiten erschüttern ihr fast romantisch zu nennendes Bild Werkmeisters zutiefst.  

Als sie das Angebot zu einer Forschungsreise erhält, um die Sirene im Eis zu finden, zögert sie nicht, trotz der eindringlichen Warnung eines Wissenschaftskollegen.

Mehr verrate ich euch zum Inhalt nicht, das ist nicht viel mehr als im Klappentext steht, aber wenn ich mehr schreiben müsstet ihr das Buch nicht lesen, weil ich aus dem nacherzählen nicht mehr herauskäme und das würde euch zwar Fakten aus dem Buch verraten, aber nichts von dem Gefühl vermitteln können, das ich auf jeden Fall beim Lesen hatte. 
Besonders der historische Teil des Buches, die Tagebucheintragungen Werkmeisters, die im Buch grau abgesetzt sind, vermittelten ein beklemmendes Gefühl, die Schiffe dringen in eine lebensfeindliche Umgebung vor, in der Gefahren lauern, denen man sich nicht gern aussetzt, Eisbären, Packeis, Kälte. Bald schon herrscht an Bord der Teutonia und der Morgenröte, die Angst und Wahnsinn scheint um sich zu greifen, denn vieles von dem, was geschieht und was Mannschaft und Kapitäne zu sehen und zu spüren glauben kann so nicht sein, oder doch?
Und wie ergeht es Amelie und ihrer Crew? Auch sie wird von seltsamen Ereignissen heimgesucht und zweifelt immer mehr an der Expedition, Zweifel, die sie in tödliche Gefahr bringen. Denn auch an Bord der  Frost ihrem Expeditionsschiff gehen seltsame Dinge, vor die ihren Höhepunkt am Ende der Reise erreichen.

Als ich dieses Buch erwarb, las ich in einer Empfehlung: Sie deutsche Antwort auf Dan Simmons' »Terror«: dunkel, spannend und atmosphärisch dicht. Dan Simmons' Buch kenne ich leider nur vom Titel, aber auf jeden Fall hält * Im Eis * das Versprechen auf eine düstere und spannende Story. Ich bin wieder einmal von der Gabe Vincent Voss' begeistert, seine Leser in den Bann zu ziehen. Die 400 Seiten lesen sich weg wie nix und von mir aus hätten es noch einmal so viele sein dürfen. Und wieder einmal trifft mich die Erkenntnis, dass ich kaum in Worte fassen kann, wie sehr mich ein Buch beeindruckt hat. Darum nochmal in der Kurzfassung: Lest das Buch.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Low, Torsten; Erstausgabe Edition (20. November 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 400 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3966290189
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3966290180


Sonntag, 4. Oktober 2020

Seelen unter dem Eis von Astrid Korten


 »Wer von euch noch nie gesündigt hat, werfe den ersten Stein« (Joh. 8, 7)

»Die Menschen um dich herum sind nun die reale Welt. Sie bestimmen, was die Wahrheit ist.«
Nach dem Tod seiner Mutter spürt der erfolgreiche Werbe-Macher Tom eine Leere in sich, die er durch einen Lehrauftrag an der Universität zu füllen versucht. Dabei kommt es zur Konfrontation mit der Studentin Amal, die weder talentiert noch schön ist. Gegen seinen Willen verfällt Tom der seltsamen jungen Frau mehr und mehr und gibt zum ersten Mal die Zügel aus der Hand. Obwohl Amal oft irrationales Verhalten an den Tag legt, vermag sich Tom ihrem erotischen Sog nicht mehr zu entziehen und verstrickt sich immer mehr in diese außereheliche Affäre – bis sein Doppelleben zu einer Katastrophe führt ...

Toms Affäre mit Amal endet für ihn im Todestrakt.
Vor seiner Hinrichtung beginnt Tom sein Leben aufzuschreiben, er berichtet von seiner ersten Begegnung mit Amal, die eine seiner Studentinnen ist und die ihn auf seltsame, verwirrende Art anzieht. Davon das sein Vater ihm immer wieder sagte *sich niemals zufriedenzugeben* und so fühlt er eine Leere in sich, die nichts von dem, was er erreicht ausfüllen kann, nicht der Porsche, nicht die eigene Werbeagentur und auch nicht seine Ehe.
Nach und nach enthüllt uns Astrid Korten das wahre Ausmaß der Geschichte, sie ist kein normaler Krimi, sondern lässt uns einmal mehr in die Abgründe der menschlichen Seele blicken und sie lässt uns erkennen was einen Menschen dazu treiben kann Verbrechen zu begehen.
Tom zu charakterisieren fällt mir schwer, ich schwankte zwischen Verachtung und  Mitleid, immer mehr Informationen kommen im Laufe des Buches an Licht, die mich teilweise sehr erschütterten.
Die Autorin schafft es den Spannungsbogen von der ersten bis zu letzten Seiten aufrechtzuerhalten.

Ich kenne und schätze fast alle Bücher der Autorin und doch überrascht sie mich immer wieder, schon seit ihrem letzten Buch Poppy, ist klar das sie sich mit Themen, auseinandersetzt die, wehtun beim Lesen direkt und auf jeden Fall im Nachklang, sie zwingen den Leser über das gelesene nachzudenken. Und auch über Seelen unter dem Eis gibt es sicher kontroverse Einstellungen, auch wenn wir in Europa die Todesstrafe nur noch aus den Geschichtsbüchern kennen, ist sie in den USA in manchen Bundesstaaten noch ein gängiges Strafmaß. Astrid Korten hat bei ihren Recherchen zu dem Buch u. a. das Staatsgefängnis in Huntsville besucht, sodass ihre Beschreibungen der Umstände im Roman sehr realistisch wirken.
Aber nicht nur das Thema hielt mich am Buch, auch die ausgefeilte Erzählweise der Autorin hielt mich beim Buch. Ich hätte zwar nicht gedacht das eine Steigerung noch möglich wäre, aber da habe ich mich geirrt.

Ich vergebe für
Seelen unter dem Eis 
eine absolute Leseempfehlung.

  • Seitenzahl der Print-Ausgabe : 210 Seiten
  • Herausgeber : Piper Spannungsvoll; 1. Auflage (5. Oktober 2020)
  • Sprache: : Deutsch

Donnerstag, 4. November 2021

Meine Bloggerhighlights #OBM2021

Im Rahmen der OBM sollen wir über unsere schönsten Bloggererlebnisse berichten. Über tolle Treffen mit anderen Blogger, mit Autoren und Verlagen und natürlich über besondere Events. Und wo fange ich da nun an?

Vielleicht ganz am Anfang oder eher mittendrin, mein Blog bestand schon eine Weile, als ich Nisnis Bücherliebe kennenlernte, im Gespräch mit ihr lobte ich ihr Biodesign und merkte an, dass ich mit meinem Header nicht wirklich zufrieden bin, was dann folgte, war ein Telefon- und Mailmarathon der seinesgleichen sucht, ohne zu zögern, designte Anja mir einen Header, den ich noch immer liebe. Oder Elena, die ich lange Zeit mit doofen Fragen löchern durfte und wahrscheinlich immer noch löchern darf.
Die meisten Bloggerinnen und Blogger die ich, sei es nun nur virtuell oder auch im echten Leben, sind nett und hilfsbereit, der Austausch mit ihnen ist einfach nur toll. Und die wenigen anderen? Pfft ;o)



Besondere Events gab es viele, allein die Messen rund ums Buch, verdienten jede für sich einen besonderen Beitrag, es wird so viel geboten: Lesungen, Bloggertreffen und Treffen mit Autoren.

Noch ein Highlight, das Meet&Greet mit der Autorin Astrid Korten, die Teilnehmer dieses Treffens dürften durch die Bank sofort bei mir einziehen, selten habe ich Menschen getroffen, mit denen auf Anhieb eine besondere Atmosphäre entsteht, es war wie ein Familientreffen, bei dem man nur die Familie trifft, die man wirklich sehr mag.



Eine Messe bleibt natürlich in besonderer Erinnerung:

  Leipziger Buchmesse 2018

 

Bildquelle:https://www.geek-germany.de/feature-leipziger-buchmesse-2018/
Bildquelle:https://www.geek-germany.de/feature-leipziger-buchmesse-2018/

 Ich weiß nicht mehr wie die Wettervorhersage für die Messewoche war, ich weiß nur noch das mein gebuchtes Hotel mitten in der Stadt im Dezember 2017 mein Zimmer stornierte, nicht nur ich, sondern viele andere Gäste mussten sich nach einer neuen Unterkunft umsehen. Ich kam dann im NH Hotel unter, 800 Meter vom Messegelände entfernt und ich war nicht begeistert, weil ich mit Freunden die Abende in der Stadt ausklingen lassen wollte und danach dann wieder zur Messe? Irgendwie doof, da ist es nachts doch ziemlich unheimlich, leer und irgendwie gruselig.
Dass mir nichts Besseres passieren konnte, wusste ich zu dem Zeitpunkt ja noch nicht. Während sich der Großteil der Messebesucher durch Eis und Schnee kämpfen musste, die öffentlichen Verkehrsmittel fuhren nur sehr eingeschränkt, die Straßen waren kaum geräumt, wurden die Gäste des NH Hotels, bequem mit dem Shuttle Bus gefahren.
Ein weiterer Pluspunkt:
Heike von Frau Goethe liest, logierte ebenfalls im NH-Hotel, wir hatten uns schon bei einem Online Event kennengelernt und hatten hier nun die erste Gelegenheit zu einem persönlichen Treffen, der Frühstücksraum wurde zum Besprechungszimmer und wenn ich mich recht erinnere, entstand dort auch der erste Gedanke zu: 



Samstag, 15. November 2025

Seemannsgräber von Vincent Voss


Klappentext:
 Das Leben ist unfair, wieso sollte es nach dem Tod anders sein?

Davy Jones; Fluch der Karibik 

Auf der Insel Föhr erscheint unnatürlich dichter Nebel, Schiffsglocken läuten und es werden Gonger, die Geister ertrunkener Seeleute, gesichtet. Inselpolizist Cord Asmussen ermittelt und stellt fest, dass den Phänomenen mit herkömmlicher Polizeiarbeit nicht beizukommen ist. Er wendet sich an Amelie Fischer, eine Professorin am Hamburger Institut für Ethnologie, die sich auf übersinnliche Fälle spezialisiert hat. Nach einem Todesfall voller Merkwürdigkeiten erkennen sie mit Schrecken, dass alles mit dem 1872 geborgenen Geisterschiff Mary Celeste und dessen damaliger Besatzung zusammenhängt. Ein Spiel gegen die Zeit beginnt. 

Schon auf den ersten Seiten hat mich Vincent Voss mit einer beklemmenden Atmosphäre eingefangen und während der gesamten Story nicht mehr losgelassen. Wir sind auf Föhr und Amrum. Immer wieder zieht dichter Nebel auf, aus dem unheimliche Klänge und Stimmen zu vernehmen sind. Auf den „sprechenden“ Grabsteinen des Inselfriedhofs erscheinen neue Inschriften (die musste ich sofort googeln, ob es diese wirklich gibt; es handelt sich hierbei um Grab- oder Gedenksteine, deren Inschriften vom Leben der Verstorbenen Zeugnis erzählen). Die Geister von Männern, die auf See geblieben sind, suchen ihre Liebsten heim. So wie Hannes, der Mann von Bente, die von den Inselbewohnern die Inselhexe genannt wird. Hannes warnt Bente eindringlich: Wenn er wiederkehrt, wird das nichts Gutes bedeuten. 

Cord Asmussen ist ein eher rational denkender Polizist, der bislang nichts von Spukgeschichten hält, aber er muss sich bald eingestehen, dass dieser Fall sich nicht mit Logik oder Routine lösen lässt. Er kontaktiert die Ethnologin Amelie Fischer, die ich bereits aus „Im Eis“ und „Der Fliegenmann“ kenne und für ihre glaubwürdige und sympathische Darstellung sehr schätze. Ihr Wiedersehen ist ein Highlight und bringt eine ausgewogene Balance zwischen Skepsis und Offenheit ins Geschehen. 

Die Atmosphäre im Buch wird weniger durch plötzliche Schreckmomente aufgebaut, sondern durch einen stetig wachsenden „Knoten im Bauch“. Dieses Gefühl kennt sicher jeder von uns, diese meist irrationale Angst, wenn man im Dunkeln allein irgendwo unterwegs ist. Der Nebel verbirgt, was niemand sehen möchte. Diese unterschwellige Angst trifft genau das Gefühl zwischen Gänsehaut und Faszination. Es ist jener Moment der Erkenntnis, in dem man weiß, dass man einen Ort besser meiden sollte. „Seemannsgräber“ verzichtet auf laute Effekte und wirkt dadurch noch nachhaltiger. Die bedrückende Stimmung blieb mir noch lange nach dem Lesen erhalten. Vincent Voss spielt grandios mit den Ängsten seiner Leser.Wer gute Horrorliteratur schätzt, findet hier eine Geschichte auf ganz hohem Niveau.



Herausgeber ‏ : ‎ Low, Torsten
Erscheinungstermin ‏ : ‎ 6. Oktober 2025
Auflage ‏ : ‎ Erstausgabe
Sprache ‏ : ‎ Deutsch
Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 410 Seiten
ISBN-10 ‏ : ‎ 3966290510
ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3966290517

Dienstag, 11. September 2018

8 Fragen 16 Antworten: Ein Interview mit Jana Damaris Rech und Nina Schellenbach





Viele von euch haben es sicher schon mitbekommen, in wenigen Tagen erscheinen die Geschichten aus den Herbstlanden im Verlag Torsten Low und ich durfte die Illustratorinnen Jana und Nina vorab interviewen. Im echten Leben hätte ich die beiden mit Kaffee und Kuchen versorgt, weil sie so richtig nett sind, andere bekämen nur eine Keksmischung. Leider haben wir uns nur virtuell getroffen, also gibt es auch nur virtuellen Kuchen. 



1. Vielleicht mögt ihr zuerst einmal kurz vorstellen, für die, die euch
nicht kennen.

Jana:
Ich bin ein kleiner Hobbit, der mit Mann und mittlerweile 3 Katzen im Norden Deutschlands haust und gerne Kaffee trinkt,
wenn er darf.
Wenn das Interview erscheint, habe ich gerade angefangen, mich umzuschulen zur PTA und werde bestimmt ab und an mal
weinen, weil ich so viel lernen muss :D

Jana
Hier seht ihr schon mal eine Kostprobe von Jana.




Nina: 
Mein Name ist Nina Schellenbach, ich bin 32 Jahre, und habe dieses Jahr mein Studium der Geschichtswissenschaften mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen. Die Leidenschaft für‘s Malen und Zeichnen hat mich seit früher Jugend begleitet und vieles von dem, was ich heute kann, habe ich mir autodidaktisch beigebracht.


Nina

Und auch von Nina bekommt ihr natürlich eine Kostprobe ihrer Arbeit.
 

2. Jana, du hast ja schon Herbstlande illustriert, wie kam es dazu?

Naja, ich bin jetzt seit fast auf den Tag genau 4 Jahre mit Fabienne befreundet. Damals haben wir uns auf einer
Convention kennengelernt, als wir ganz „zufällig“ nebeneinander Tische hatten. Dann haben wir uns vorsichtig
beschnuppert, ob wir zueinander passen und seitdem einfach schon öfter zusammen gearbeitet. Auch wenn die Herbstlande
das erste große Projekt war, bei dem wir dann so richtig zusammen gearbeitet haben.


3. Nina, auch du bist bei der Anthologie als Illustratorin dabei wie kam es dazu?

Nina:
Ich wurde von Stephanie Kempin, einer der Autorinnen mit der ich gut befreundet bin, irgendwann gefragt ob ich mir nicht vorstellen könne Illustrationen für die Herbstlande Anthologie beizusteuern. Ich war natürlich sehr aufgeregt und glücklich an diesem Projekt mitwirken zu können, zumal ich noch nie als Illustratorin tätig war. Es ist schon etwas ganz Besonderes seine Werke auch mal in einem Buch abgedruckt zu sehen.

4. Ich gehe davon aus, das ihr Beide unterschiedliche Stile habt, ist
das manchmal ein Problem, weil vielleicht das eine nicht zum anderen
passt? Wie einigt ihr euch da, wer hat das letzte Wort?

Jana:
Wir haben gar nicht miteinander kommuniziert. Fabienne hat mir einiges von Nina ab und zu dann
mal weiter geleitet, damit ich wusste, was sie denn so macht und ich bin wirklich begeistert!
Dass wir so unterschiedlich arbeiten (wobei die Auflagen ja ähnlich waren – Aquarell und Schwarz-weiß),
hat da gar nichts gemacht und ich empfinde das eher als große Bereicherung, da auch die Stile für die Geschichten
durch die vielen unterschiedlichen Autoren viel besser abgedeckt haben. Wenn überhaupt ist das wohl ein stilistischer
Geschichten-zusammen-kleber, der letztendlich die Brücke bei allen Autoren zu schlagen vermag.
(außerdem durfte ich vorher schon mit-aussuch-entscheiden, wer mich unterstützen darf und da hab ich doch etwas gesucht, was nicht
total weit von mir entfernt war und gut zusammen funktioniert (; )

Nina:
Die unterschiedlichen Stile waren eigentlich kein Problem. Jede Künstlerin hat eine gewisse Anzahl von Bildthemen bekommen und konnte diese sehr frei ausgestallten. Einzige Vorgabe vom Verlag war, dass die Bilder in Aquarell gemalt und in schwarz-weiß, also monochrom gehalten werden sollten. Die Autorin Fabienne Siegmund hat mir zudem einige Bilder von Jana geschickt und umgekehrt, sodass wir immer auch eine Vorstellung hatten wie die Werke der jeweils anderen sich entwickelten. Ich kannte Janas Bilder ja bereits aus dem ersten Teil von Herbstlande und Ihre Bilder haben mich immer wieder motiviert und inspiriert. Ich hoffe, dass die Arbeiten, die ich beisteuern konnte, mit ihren und vor allen mit den Geschichten im Buch sich zu einem tollen Gesamtwerk zusammenfügen werden.

5. Ihr habt mit vielen unterschiedlichen Autoren zusammengearbeitet,
jeder hat seine eigene Vorstellung davon wie es im Herbstland aussieht,
hat schon mal einer ein Bild von euch abgelehnt, wie geht es dann weiter?

Jana:
Also ehrlich gesagt hatten die armen Autoren bei der Anthologie gar kein sonderlich großes Mitspracherecht,
was das Bild zu ihrer Geschichte anbelangt. Die Kommunikation fand für mich eigentlich nur mit Fabienne statt,
die aber den neugierigen Autoren ihr Bild weitergeleitet in den verschiedenen Stadien weiter geleitet hat.
Ich glaube, ich war bei meiner eigenen Geschichte selbst sowieso der kritischste Autor. Man versucht es immer wirklich
so gut und perfekt zu machen, wie es zu der Geschichte halt passt, was nicht zu viel von der Geschichte verrät, wenn man nur
das Bild betrachtet.. Aber seine eigene Geschichte zu illustrieren war noch einmal etwas ganz Anderes.
Da konnte ich dem Autor nicht mehr aus dem Weg gehen *lach* und habe bestimmt vier oder fünf mal alles komplett
verworfen und neu angefangen. Die Kommunikation mit mir selbst war da richtig schwierig (;

Nina
Die Zusammenarbeit mit den einzelnen Autoren war zumindest für mich nicht direkt gegeben. Stattdessen hatte jeder Autor bereits zu seiner Geschichte eine Idee oder Vorstellung eines entsprechenden Motivs formuliert. Fabienne Siegmund fundierte dann zusätzlich als Bindeglied zwischen mir und den restlichen Autoren was für mich eine sehr angenehme Lösung war. Bei 16 unterschiedlichen Motiven für genauso viele verschiedenen Autoren wäre es sonst wohl sehr zeitintensiv geworden mit jedem einzelnen Autor Rücksprache zu halten. Ich habe Fabienne daher auch immer über meinen aktuellen Fortschritt auf dem Laufenden gehalten.

6. Was ratet ihr denen, die auch davon träumen  einmal Bücher zu
illustrieren?

Jana:

Dass sie sich ihre Traumblase zerplatzen und auf den Hosenboden setzen und hart arbeiten und über Bildern schwitzen müssen.
Ab und zu fließt dann auch mal die ein oder andere Träne.
Mal ganz im Ernst – es ist wirklich harte Arbeit. Es ist viel Zwischenmenschliches dabei, dem ich ein bisschen aus dem Weg gehen kann,
weil Fabienne in erster Linie die Verbindungen hat und ich das nicht hauptberuflich mache.
Wenn man das aber hauptberuflich machen möchte, muss man sich im Klaren darüber sein, dass man sich ständig und inständig überall
irgendwie verkaufen muss. Sei es bei Verlagen, Autoren, Conventions, Messen… Da nützt jedes noch so große Können nichts,
wenn man nicht menschlich auch total auf Zack ist und da Bock drauf hat. Es ist eine Lebensaufgabe 24/7 und nichts, was man mal
eben so auf Eis legen kann. Wenn man sich dessen bewusst ist und das Zeug mit bringt, dann ist es allerdings sehr belohnend.
Man gerät vielleicht mal mit Menschen aneinander, aber allein das Wissen, dass man mit dem Bild das ausdrücken kann,
was der Autor mit Buchstaben zu Papier bringt und man miteinander zahnrädert- das ist ganz wunderbar.
Aber eben kein Zuckerschlecken und auch kein wirklicher Beruf zum Träumen. Dafür hat man keine Zeit (;

Nina
Einen wirklichen Ratschlag habe ich nicht parat, bei mir war es am Ende eher ein Zufall, dass sich mir diese Möglichkeit eröffnet hat. Was man natürlich sagen kann, ist dass jeder Künstler an sich und das eigene Talent glauben sollte um bereit zu sein eine Chance zu ergreifen die sich bietet. Außerdem sind Kontakte und Zugang zur „Szene“ wohl ebenfalls sehr von Vorteil.

7. Wie sieht die Arbeit an so einem aufwendigen Projekt genau aus?

Jana:

Bei mir ist das wohl so… man versucht frühzeitig anzufangen und sich einen Plan aufzustellen, um alles möglichst gut einzuteilen,
damit man nicht in Verzug gerät… und am Ende steht das Leben lachend neben dem Schreibtisch, vollkommen außer Atem,sich den
Bauch haltend und sagt „Nein.“. Gerade bei dieser Anthologie ist mir so viel blödes Zeug dazwischen gekommen, dass ich zwischendrin ernsthaft
richtig verzweifelt war, wie ich das alles bloß fertig bekommen soll. Natürlich ist am Ende alles gut gewesen, weil das A und O die Kommunikation ist,
aber trotzdem.
Es gehört wirklich sehr viel Selbstdisziplin dazu und im besten Fall hat man 1-2 liebe Menschen, die konstant Kontakt mit ihrem Fuß zu meinem Hintern
pflegen, damit ich das auch ja nicht vergesse. Aber manchmal kann man an bestimmten Umständen nichts ändern und dann hilft nur aufstehen, Krone richten,
weiter machen. Und eine Umarmung von Fabienne abholen.

Nina:
Sobald ich die Geschichten mit den jeweiligen Bildvorschlägen bekommen hatte, ging es erstmal ans Lesen. Zu jeder Geschichte hatten die Autoren bereits Bildvorstellungen und Bildbeschreibungen notiert, ich wollte mir jedoch auch darüber hinaus selbst ein möglichst umfassendes „Bild“ von den Handlungen und den jeweiligen Figuren machen. Dazu habe ich im Text die Stellen markiert, die mir relevant für die Darstellung der Motive erschienen, zum Beispiel Beschreibungen vom Aussehen von Figuren oder ähnliches.
Danach ging es ans Skizzieren. Ich habe nach und nach alle Geschichten abgearbeitet, bis ich für alle Texte zufriedenstellende Entwürfe hatte. Diese habe ich dann mit einem Lichtzeichentisch auf Aquarellpapier übertragen und mit Aquarellfarben coloriert. Dabei ist es durchaus vorgekommen, dass ich ein Motiv zwei bis dreimal neugemalt habe, bis ich endgültig damit zufrieden war.



8. Welche Frage wolltet ihr schon immer mal beantworten, es hat sie nur
noch niemand gestellt? 
In Bezug auf eure Arbeit natürlich.

Jana:
Auf die letzte Frage fällt mir so keine Fragen ein, die mir noch nicht gestellt wurde. Tut mir leid

Nina:
Nina ich habe hier dieses Buch über Meerjungfrauen geschrieben, würdest du gerne die Illustrationen zu diesem Buch beisteuern?“
Ja natürlich, liebend gerne. In meinem Lieblingsgenre Fantasy sind Meerjungfrauen schließlich meine absoluten Lieblingswesen.“
So oder so ähnlich könnte es sich abspielen (*lach*)

Ich bedanke mich bei Nina und Jana für ihre Bereitschaft auf meine Fragen zu antworten, es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich nun noch mehr auf Die Geschichten aus den Herbstlanden.






Montag, 28. März 2022

Shinigami von M.H.Steinmetz



Die Söldnerin Ghost lebt am Limit.

Der Anruf ihres Dealers verspricht einen Job, der sie zurück in den New Babylon Megaplex führt, wo Seelen in Chrom gewogen werden und holografische Geishas überhöhten Göttern gleichen. Dazu muss sie nur die Netrunnerin Amy töten. Rein. Kugel in den Kopf. Raus. Absolut easy.

Doch die Götter des Cyberspace haben andere Pläne.

In einer total vernetzten Welt, mit Neuroprozessoren im Schädel und durch Implantate übers Limit getunten Körpern schicken sie Amy und Ghost auf einen Höllenritt zwischen Realität und virtuellem Pantheon.

Und dann ist da noch diese ominöse Katze, die sich selbst Wichian Mat nennt.

Eigentlich müsste diese Rezension mit einer umfassenden Begriffserklärung beginnen, es beginnt ja schon mit dem Titel.

Shinigami

die kurze Erklärung, Shinigami sind japanische Totengeister. 

Dann geht es munter weiter, Cyberspace, Cyberpunk, Netrunner usw. usw.

Im Anschluss an meine Rezension erzähle ich ein bisschen was zu dem Begriff Cyberpunk und Links zu weiteren Rezensionen und tatsächlich ist vieles im Buch, dank M.H. Steinmetz Art, die Story zu erzählen quasi selbsterklärend.
Rezension:
Ghost ist in der Gosse aufgewachsen, ihre Mutter war kaum fähig sich um ihr Kind zu kümmern, statt Schulbildung gab es Anime, die in dem Kind den Wunsch weckten eine Kämpferin zu werden. Als Soldatin in den Konzernkriegen verliert sie alle Illusionen. Bis zu dem Tag, an dem sie Amy kennenlernt, die sie eigentlich töten soll, dazu kommt es nicht, denn die beiden jungen Frauen fühlen sich stark zueinander hingezogen und Ghosts Auftraggeber hat sie verraten. Gemeinsam machen sich die Frauen auf der Suche nach den Hintermännern und dem Grund, aus dem sie sterben sollten. Bald schon erkennen die Frauen, dass sie benutzt werden wie die Figuren eines Puppenspiels. Ghost und Amy sollen die wilde KI Shinigami befreien und an den Hattori Konzern übergeben.

Doch sind die KI, die hinter dem schwarzen Eis *leben* wirklich künstliche Intelligenzen oder sind sie Götter, die sich dorthin zurückgezogen haben, nachdem sie in der Welt der Menschen nicht mehr die benötigte Aufmerksamkeit bekommen hatten, die sie brauchen, um ihre Existenz aufrechtzuerhalten. Ich war mir nie ganz sicher, welches der Wesen, denen wir begegnen, auf Algorithmen beruhen und welche uralte Götter sind, vielleicht sind sie mittlerweile auch untrennbar miteinander verbunden?

Für diese Story braucht man die Kraft sich vorzustellen wie es im Cyberspace aussieht, der eine oder andere Film aus dem Genre ist da sicher hilfreich, ebenso braucht man die Vorstellungskraft wie z.B. Ghosts Körperoptimierungen aussehen und funktionieren. Lässt man sich darauf ein, dann taucht man ein in eine Neonbunte Welt hinter deren schillernde Fassade aus Lichtern und Reklametafeln die Welt alles andere als bunt ist. Mir hat dieser Ausflug in Welt des Cyberpunks wirklich gut gefallen.

Am Ende des Buches finden wir noch zwei wundervolle Zeichnung, die Tochter des Autors hat damit Amy und Ghost auf tolle Art visualisiert.

                                  

Der Begriff Cyberpunk wurde von Bruce Bethke geprägt, der US-Amerikanische Autor veröffentlichte seine erste Kurzgeschichte unter dem Titel Cyberpunk.


(Cyberpunk erzählt die Geschichte einer Gruppe von Computerkids, die sich die Zeit damit vertreiben, in dem Computernetz CityNet, was man sich wohl als eine Art Internet vorstellen muss, Unfug und Verwirrung zu stiften, ihren Lehrern Streiche zu spielen und sich zwischendurch auch einmal (The Big One) an einer Bank zu vergreifen.) In einem weiteren Roman aus dem Jahr 1995 Headcrash erhielt er dann den Philip K. Dick Award 1996. Hauptfigur ist Jack Burroughs, wieder ein Nerd, nun erwachsen, der Probleme mit seiner Mutter und einen wenig interessanten Job als Programmierer bei einer Computerfirma hat. Umso interessanter ist sein Leben in der virtuellen Welt, wo er unter dem Nick MAX_KOOL als eine Art Hacker-Samurai die Aufgabe erhält, dem Recht zum Sieg zu verhelfen, indem er in ein Unternehmen einbricht, um dort Beweise dafür zu finden, dass der Sohn des Gründers dessen rechtmäßiger Erbe ist.)


Stilprägend für das Genre ist die Neuromancer Trilogie von William Gibson. (Alles beginnt in der Stadt Chiba, in die der ehemalige Konsolen-Cowboy gereist ist, um sein Nervensystem reparieren zu lassen. Dieses wurde durch seinen ehemaligen Auftraggeber mit Hilfe eines russischen Mykotoxins so beschädigt, dass er sich nicht mehr in den Cyberspace einloggen kann.)


Gehört haben wir das Wort alle schon mal, vielleicht auch unbewusst den einen oder anderen Cyberpunk-Roman gelesen und mit aller Wahrscheinlichkeit einen Film gesehen, denn Cyberpunk ist ein Sub-Genre der Science-Fiction. In Cyberpunkromanen ist die Welt nicht sauber und steril, oft wird sie beherrscht von Großkonzernen, die die Menschen und die Umwelt ausbeuten und kontrollieren, ihnen gegenüber stehen jene, die sich gegen die Konzerne auflehnen.

Die Menschen in dieser Welt verbinden sich mit der Technik, durch Implantate entsteht eine Verbindung mit Großrechnern, jeder Schritt, jeder Gedanke wird überwacht und auch die Körper der Menschen werden modifiziert. Niemand kann sich diesen Modifikationen entziehen, sei es, weil sie durch die Machthaber, seien das nun Großkonzerne oder die Regierung, dazu gezwungen werden oder weil es notwendig ist, um ein lebenswertes Leben zu führen. Ich habe Bruchstücke eines Films im Kopf, in dem die Menschen so sehr mit Computern verbunden sind, dass sie auf jedem Schritt Werbung oder Propaganda sehen, wie mit einer VR-Brille nur ohne den heute notwendigen technischen Hintergrund. Dieser schönen neuen Welt, steht oft eine andere gegenüber, eine Welt aus Not und Elend, aus demselben Film (irgendwann fällt mir der Titel auch wieder ein) leben Menschen in Hütten aus dem Abfall der Reichen, Hunger und Kriminalität beherrschen hier den Alltag. Diese Menschen sind aus irgendeinem Grund aus dem Raster gefallen, vielleicht weil sie wertlos für die *Gesellschaft* sind, aus welchem Grund auch immer oder weil sie nicht die notwendigen finanziellen Mittel haben, manchmal verweigern sie sich aber ganz bewusst der technischen Modifikationen, sie entziehen sich der kompletten Vernetzung. Hauptprotagonisten im Cyberpunk sind oftmals Hacker.


Und jetzt nochmal die Wikipedia Erklärung zu Shinigami:



Der Begriff Shinigami entstammt nicht der traditionellen japanischen Mythologie, er entstand erst später und ist eine Zusammensetzung aus japanisch 死 shi, deutsch ‚Tod‘[1] und 神 Kami (–gami), deutsch ‚Gott oder Geist‘. Er unterscheidet sich vom westlichen Gottesbegriff und ist eher als Totengeist aufzufassen. Die Shinigami sind in der japanischen Kultur nicht als allmächtig angesehen, wie die Götter der westlichen Gottestraditionen und Mythen.












  • ASIN ‏ : ‎ B09P42PMQ5
  • Herausgeber ‏ : ‎ BookRix (16. Dezember 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch

Dienstag, 8. Januar 2013

Der Thron der Welt von Robert Lyndon

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  • Verlag: Wunderlich; Auflage: 2 (2. Januar 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3805250266
  • ISBN-13: 978-3805250269
  • Originaltitel: Hawk Quest


Amazonkurzbeschreibung:

Man schreibt das Jahr 1072 nach Christi Geburt. Der fränkische Krieger Vallon hat nichts mehr zu verlieren. In den Alpen begegnet er dem jungen Gelehrten Hero, unterwegs mit seinem Meister. Als dieser stirbt, bittet Hero Vallon um seine Begleitung nach England, wo er einem normannischen Ritter die Lösegeldforderung des türkischen Sultans für seinen Sohn überbringen soll. Doch der Preis für die Freiheit des jungen Sir Walter Olbec ist unermesslich hoch: vier weiße Gerfalken, kostbare Vögel, die überaus selten sind. Nur hoch im Norden, im ewigen Eis, hat man schon Exemplare davon gesehen. Für Vallon, Hero und ihre Gefährten beginnt eine atemberaubende Odyssee durch die entlegensten Länder der Welt – von Grönland über Russland bis nach Konstantinopel, über das tobende Nordmeer und blutgetränkte Schlachtfelder. Grausame Wikingerkrieger und rachsüchtige Normannen stellen sich ihnen in den Weg, wilde Flüsse und unweg­same Pfade gilt es zu überwinden, bis sie endlich ans Ziel kommen – und die Welt plötzlich nicht mehr so ist, wie sie einmal war.

Meine Meinung:
Der Ritter Vallon, ist wegen des Mordes an seiner Frau auf der Flucht und trifft dabei auf den Medizinstudenten Hero und seinem Meister, die beiden sind auf dem Weg nach England um eine Lösegeldforderung an den Normannen Olbrec zu überbringen dessen Sohn und Erbe Walter in der Gewalt eines türkischen Sultans ist, als der Meister stirbt, bittet Hero Vallon um Begleitung und Schutz. Widerwillig stimmt Vallon zu. Am Ziel angekommen zeigt sich, das Walter bei der Beschreibung des Vermögens seines Vater maßlos übertrieben hat und gar nicht genügend Geld vorhanden ist um sie auszulösen, alternativ zum Geld soll das Lösegeld aus vier weißen Gerfalken bestehen, die es nur im hohen Norden gibt. Ausgestattet mit etwas Geld von Walters Mutter, machen sich die Gefährten auf den Weg. Als ich das Buch das erste Mal in Händen hielt, schreckte ich ein wenig zurück, über 900 Seiten, ich war mir sicher das ich Wochen bräuchte um es zu Lesen und war erstaunt und ein wenig traurig,dass ich es nach wenigen durchlesenden Nächten schon wieder zuklappen musste, die abenteuerliche Reise Vallons und Heros zog mich voll in ihren Bann, jeden ihrer Schritte habe ich mitgeplant und in jedem Sturm auf See gebangt, bei jedem Kampf gehofft, das weder Vallon noch Hero oder Wayland dem stummen Falkner, Raul dem trinkfreudigen Deutschen oder jedem anderen aus der bunt zusammen gewürfelten Truppe etwas geschieht.Die Personen sind mir wirklich ans Herz gewachsen. Da ich mich mit der Zeit um 1100 überhaupt nicht auskenne, kann ich nicht beurteilen ob der Autor genau recherchiert hat, ob seine Angaben über geschichtliche Ereignisse oder die Beschreibungen der Lebensumstände korrekt sind, aber für mich las sich alles schlüssig und nachvollziehbar. Die Karte im vorderen Teil des Buches half sehr dabei die Reise zu verfolgen. Im Laufe des Buches wächst die Gruppe zu einer Art Familie zusammen, besser ausgedrückt sie werden Freunde, denn auf Familienbande kann man nicht unbedingt zählen, das ist etwas was man in diesem Buch erfahren muss, Freunde allerdings stehen in jeder Situation zu einem und das ist ein viel stärkeres Band, vielleicht ist diese Erkenntnis auch das Fazit des Buches, das was der Amazontext des Buches verspricht am Ende steht dort der Satz .....und die Welt plötzlich nicht mehr so ist, wie sie einmal war möglich das damit eigentlich das Geheimnis gemeint ist, das Hero in Form eines Buch bei sich trägt, für mich enthielt es aber keine welterschütternde Information, für mich ist die Botschaft des Buches, das wahre Freundschaft seelische Wunden heilt und Hass und Wut verebben lässt.

Dienstag, 3. Juli 2012

Engel aus Eis von Camilla Läckberg

Das kleine Fjällbacka ist in Aufruhr: Der pensionierte Geschichtslehrer Erik Frankel wurde ermordet. Die Schriftstellerin Erica Falck vermutet das Motiv in Frankels Vergangenheit. Gemeinsam mit ihrer Mutter hatte er im Zweiten Weltkrieg den Widerstand gegen die deutschen Besatzer unterstützt, und diese Spur bringt Erica mitten ins Visier des Mörders.


http://www.ullsteinbuchverlage.de
ISBN: 9783548610634

Leider stimmt der Klappentext nicht so ganz, nicht die Mutter Ericas und der Geschichtslehrer Erik haben aktiv den Widerstand  unterstützt sondern Eriks Bruder Axel. Da ich aber den Klappentext nicht gelesen hatte bevor ich ihn hier her kopierte, störte mich das  nicht sonderlich.

Zum Inhalt: Erica lebt gemeinsam mit ihrem Mann Patrick und ihrer kleinen Tochter im Haus ihrer verstorben Eltern, beim Sichten des Nachlasses ihrer gefühlskalten Mutter stößt sie auf deren Tagebücher, einen Naziorden und Babykleidung, Erica macht sich auf die Suche nach der Vergangenheit ihrer Mutter und dem Grund für deren Lieblosigkeit, denn das Tagebuch zeichnet das Bild eines mitfühlenden, sanften jungen Mädchen.
Sie übergibt den gefundenen Naziorden an Erik, der als Experte auf dem Gebiet des Nationalsozialismus gilt, doch bevor sie Antworten erhält, wird Erik ermordet, schnell wird ein Zusammenhang zwischen dem Nachlass Elsys, Erikas Mutter und den Vorfällen vor 60 Jahren klar.

Meine Meinung:
Camilla Läckberg, schafft es mühelos den Leser von der ersten Seite an zu fesseln durch die Rückblenden in Elsys und Eriks Vergangenheit, die gemeinsam mit ihren Freunden, Frans, Britta und Axel während des 2. Weltkrieges aufwachsen und sich kurz vor Kriegsende mit dem norwegischen Flüchtling Hans anfreunden, fügt sich das Puzzle Schritt für Schritt zusammen um am Ende nicht nur den Mörder zu erkennen sondern auch die Gründe für Elsys Verhalten.
Engel aus Eis ist der 5 Band einer Reihe um Erica und Patrick, die als Schriftstellerin und Polizist im kleinen Örtchen Fjällbacka leben und arbeiten, es wäre von Vorteil die Bücher in  chronologischer Reihenfolge zu lesen um ihre Geschichte nachvollziehen  zu können, die parallel zu den aufzuklärenden Morden erzählt wird, wen es allerdings nicht stört, nicht zu wissen wie Ericas und Patricks leben beisher verlief, der wird diesen unblutigen und trotzdem spannenden Krimi lieben.

Mittwoch, 11. Oktober 2023

Der Fliegenmann von Vincent Voss


Vincent Voss’ »Der Fliegenmann« entführt den Leser in die malerische Kulisse der norddeutschen Kleinstadt Wakendorf II. In dieser vermeintlich idyllischen Umgebung entfaltet sich ein spannender Horrorroman, der die Familie Baumann in den Mittelpunkt des Geschehens stellt. Sie sehen sich unerklärlichen und übernatürlichen Ereignissen ausgesetzt, die ihr Leben von Grund auf verändern werden.

Amelie Fischer, eine Professorin für Ethnologie, hat eine ungewöhnliche Berufung. Sie hilft Menschen die mit der Manifestation des Paranormalen kämpfen.  Sie reaktivierte das Hexentelefon, eine Verbindung, über die Menschen übernatürliche Phänomene melden können. 

Die Baumanns, allen voran die junge Mia, stehen im Zentrum der Erzählung. Mia wird von einem grausamen Dämon besessen, und ihre verzweifelten Eltern, Paul und Rieke, sehen keine andere Möglichkeit, als die Unterstützung von Amelie Fischer zu suchen. Zusammen mit dem katholischen Titularbischof Markus Jakobus setzen sie alles daran, das Geheimnis hinter Mias Besessenheit zu lüften. Es entfaltet sich ein atemberaubendes, Kräftemessen zwischen Gut und Böse, das die Leser in Atem hält.

Ein bemerkenswertes Merkmal von »Der Fliegenmann« ist Vincents Voss’ meisterhafte Verwendung subtilen Horrors, anstatt auf blutige und brutale Szenen zu setzen, erzeugt er eine unheimliche Atmosphäre, die die Leser auf einer tieferen, psychologischen Ebene gruseln lässt. Diese Herangehensweise verleiht der Geschichte eine einzigartige Atmosphäre und macht sie zu einem besonderen Erlebnis für Horrorfans.

Die unkonventionelle Struktur des Romans ist ebenfalls erwähnenswert. Anstatt in traditionellen Kapiteln zu verlaufen, ist die Geschichte in einzelne Szenen unterteilt, die sich um die Familie Baumann drehen. Paul, Rieke, Mia und Jonas sind lebendige Charaktere, die den Leser in ihre Welt hineinziehen und an ihren Schicksalen teilhaben lassen.

»Der Fliegenmann« ist ein Buch, das den Leser von Anfang bis Ende in seinen Bann zieht. Wenn ihr intelligente und subtile Horrorliteratur schätzt, werdet ihr von diesem Roman begeistert sein. Vincent Voss unterstreicht erneut sein Können als Meister des Genres, und es bleibt spannend, welche weiteren Geschichten er noch für uns bereithält.

»Der Fliegenmann« kann übrigens unabhängig von »Im Eis« gelesen werden, dem ersten Buch mit Amelie Fischer.


  • Herausgeber ‏ : ‎ Low, Torsten; Erstausgabe Edition (27. April 2023)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 448 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3966290294
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3966290296