Dienstag, 11. September 2018

8 Fragen 16 Antworten: Ein Interview mit Jana Damaris Rech und Nina Schellenbach





Viele von euch haben es sicher schon mitbekommen, in wenigen Tagen erscheinen die Geschichten aus den Herbstlanden im Verlag Torsten Low und ich durfte die Illustratorinnen Jana und Nina vorab interviewen. Im echten Leben hätte ich die beiden mit Kaffee und Kuchen versorgt, weil sie so richtig nett sind, andere bekämen nur eine Keksmischung. Leider haben wir uns nur virtuell getroffen, also gibt es auch nur virtuellen Kuchen. 



1. Vielleicht mögt ihr zuerst einmal kurz vorstellen, für die, die euch
nicht kennen.

Jana:
Ich bin ein kleiner Hobbit, der mit Mann und mittlerweile 3 Katzen im Norden Deutschlands haust und gerne Kaffee trinkt,
wenn er darf.
Wenn das Interview erscheint, habe ich gerade angefangen, mich umzuschulen zur PTA und werde bestimmt ab und an mal
weinen, weil ich so viel lernen muss :D

Jana
Hier seht ihr schon mal eine Kostprobe von Jana.




Nina: 
Mein Name ist Nina Schellenbach, ich bin 32 Jahre, und habe dieses Jahr mein Studium der Geschichtswissenschaften mit dem Bachelor of Arts abgeschlossen. Die Leidenschaft für‘s Malen und Zeichnen hat mich seit früher Jugend begleitet und vieles von dem, was ich heute kann, habe ich mir autodidaktisch beigebracht.


Nina

Und auch von Nina bekommt ihr natürlich eine Kostprobe ihrer Arbeit.
 

2. Jana, du hast ja schon Herbstlande illustriert, wie kam es dazu?

Naja, ich bin jetzt seit fast auf den Tag genau 4 Jahre mit Fabienne befreundet. Damals haben wir uns auf einer
Convention kennengelernt, als wir ganz „zufällig“ nebeneinander Tische hatten. Dann haben wir uns vorsichtig
beschnuppert, ob wir zueinander passen und seitdem einfach schon öfter zusammen gearbeitet. Auch wenn die Herbstlande
das erste große Projekt war, bei dem wir dann so richtig zusammen gearbeitet haben.


3. Nina, auch du bist bei der Anthologie als Illustratorin dabei wie kam es dazu?

Nina:
Ich wurde von Stephanie Kempin, einer der Autorinnen mit der ich gut befreundet bin, irgendwann gefragt ob ich mir nicht vorstellen könne Illustrationen für die Herbstlande Anthologie beizusteuern. Ich war natürlich sehr aufgeregt und glücklich an diesem Projekt mitwirken zu können, zumal ich noch nie als Illustratorin tätig war. Es ist schon etwas ganz Besonderes seine Werke auch mal in einem Buch abgedruckt zu sehen.

4. Ich gehe davon aus, das ihr Beide unterschiedliche Stile habt, ist
das manchmal ein Problem, weil vielleicht das eine nicht zum anderen
passt? Wie einigt ihr euch da, wer hat das letzte Wort?

Jana:
Wir haben gar nicht miteinander kommuniziert. Fabienne hat mir einiges von Nina ab und zu dann
mal weiter geleitet, damit ich wusste, was sie denn so macht und ich bin wirklich begeistert!
Dass wir so unterschiedlich arbeiten (wobei die Auflagen ja ähnlich waren – Aquarell und Schwarz-weiß),
hat da gar nichts gemacht und ich empfinde das eher als große Bereicherung, da auch die Stile für die Geschichten
durch die vielen unterschiedlichen Autoren viel besser abgedeckt haben. Wenn überhaupt ist das wohl ein stilistischer
Geschichten-zusammen-kleber, der letztendlich die Brücke bei allen Autoren zu schlagen vermag.
(außerdem durfte ich vorher schon mit-aussuch-entscheiden, wer mich unterstützen darf und da hab ich doch etwas gesucht, was nicht
total weit von mir entfernt war und gut zusammen funktioniert (; )

Nina:
Die unterschiedlichen Stile waren eigentlich kein Problem. Jede Künstlerin hat eine gewisse Anzahl von Bildthemen bekommen und konnte diese sehr frei ausgestallten. Einzige Vorgabe vom Verlag war, dass die Bilder in Aquarell gemalt und in schwarz-weiß, also monochrom gehalten werden sollten. Die Autorin Fabienne Siegmund hat mir zudem einige Bilder von Jana geschickt und umgekehrt, sodass wir immer auch eine Vorstellung hatten wie die Werke der jeweils anderen sich entwickelten. Ich kannte Janas Bilder ja bereits aus dem ersten Teil von Herbstlande und Ihre Bilder haben mich immer wieder motiviert und inspiriert. Ich hoffe, dass die Arbeiten, die ich beisteuern konnte, mit ihren und vor allen mit den Geschichten im Buch sich zu einem tollen Gesamtwerk zusammenfügen werden.

5. Ihr habt mit vielen unterschiedlichen Autoren zusammengearbeitet,
jeder hat seine eigene Vorstellung davon wie es im Herbstland aussieht,
hat schon mal einer ein Bild von euch abgelehnt, wie geht es dann weiter?

Jana:
Also ehrlich gesagt hatten die armen Autoren bei der Anthologie gar kein sonderlich großes Mitspracherecht,
was das Bild zu ihrer Geschichte anbelangt. Die Kommunikation fand für mich eigentlich nur mit Fabienne statt,
die aber den neugierigen Autoren ihr Bild weitergeleitet in den verschiedenen Stadien weiter geleitet hat.
Ich glaube, ich war bei meiner eigenen Geschichte selbst sowieso der kritischste Autor. Man versucht es immer wirklich
so gut und perfekt zu machen, wie es zu der Geschichte halt passt, was nicht zu viel von der Geschichte verrät, wenn man nur
das Bild betrachtet.. Aber seine eigene Geschichte zu illustrieren war noch einmal etwas ganz Anderes.
Da konnte ich dem Autor nicht mehr aus dem Weg gehen *lach* und habe bestimmt vier oder fünf mal alles komplett
verworfen und neu angefangen. Die Kommunikation mit mir selbst war da richtig schwierig (;

Nina
Die Zusammenarbeit mit den einzelnen Autoren war zumindest für mich nicht direkt gegeben. Stattdessen hatte jeder Autor bereits zu seiner Geschichte eine Idee oder Vorstellung eines entsprechenden Motivs formuliert. Fabienne Siegmund fundierte dann zusätzlich als Bindeglied zwischen mir und den restlichen Autoren was für mich eine sehr angenehme Lösung war. Bei 16 unterschiedlichen Motiven für genauso viele verschiedenen Autoren wäre es sonst wohl sehr zeitintensiv geworden mit jedem einzelnen Autor Rücksprache zu halten. Ich habe Fabienne daher auch immer über meinen aktuellen Fortschritt auf dem Laufenden gehalten.

6. Was ratet ihr denen, die auch davon träumen  einmal Bücher zu
illustrieren?

Jana:

Dass sie sich ihre Traumblase zerplatzen und auf den Hosenboden setzen und hart arbeiten und über Bildern schwitzen müssen.
Ab und zu fließt dann auch mal die ein oder andere Träne.
Mal ganz im Ernst – es ist wirklich harte Arbeit. Es ist viel Zwischenmenschliches dabei, dem ich ein bisschen aus dem Weg gehen kann,
weil Fabienne in erster Linie die Verbindungen hat und ich das nicht hauptberuflich mache.
Wenn man das aber hauptberuflich machen möchte, muss man sich im Klaren darüber sein, dass man sich ständig und inständig überall
irgendwie verkaufen muss. Sei es bei Verlagen, Autoren, Conventions, Messen… Da nützt jedes noch so große Können nichts,
wenn man nicht menschlich auch total auf Zack ist und da Bock drauf hat. Es ist eine Lebensaufgabe 24/7 und nichts, was man mal
eben so auf Eis legen kann. Wenn man sich dessen bewusst ist und das Zeug mit bringt, dann ist es allerdings sehr belohnend.
Man gerät vielleicht mal mit Menschen aneinander, aber allein das Wissen, dass man mit dem Bild das ausdrücken kann,
was der Autor mit Buchstaben zu Papier bringt und man miteinander zahnrädert- das ist ganz wunderbar.
Aber eben kein Zuckerschlecken und auch kein wirklicher Beruf zum Träumen. Dafür hat man keine Zeit (;

Nina
Einen wirklichen Ratschlag habe ich nicht parat, bei mir war es am Ende eher ein Zufall, dass sich mir diese Möglichkeit eröffnet hat. Was man natürlich sagen kann, ist dass jeder Künstler an sich und das eigene Talent glauben sollte um bereit zu sein eine Chance zu ergreifen die sich bietet. Außerdem sind Kontakte und Zugang zur „Szene“ wohl ebenfalls sehr von Vorteil.

7. Wie sieht die Arbeit an so einem aufwendigen Projekt genau aus?

Jana:

Bei mir ist das wohl so… man versucht frühzeitig anzufangen und sich einen Plan aufzustellen, um alles möglichst gut einzuteilen,
damit man nicht in Verzug gerät… und am Ende steht das Leben lachend neben dem Schreibtisch, vollkommen außer Atem,sich den
Bauch haltend und sagt „Nein.“. Gerade bei dieser Anthologie ist mir so viel blödes Zeug dazwischen gekommen, dass ich zwischendrin ernsthaft
richtig verzweifelt war, wie ich das alles bloß fertig bekommen soll. Natürlich ist am Ende alles gut gewesen, weil das A und O die Kommunikation ist,
aber trotzdem.
Es gehört wirklich sehr viel Selbstdisziplin dazu und im besten Fall hat man 1-2 liebe Menschen, die konstant Kontakt mit ihrem Fuß zu meinem Hintern
pflegen, damit ich das auch ja nicht vergesse. Aber manchmal kann man an bestimmten Umständen nichts ändern und dann hilft nur aufstehen, Krone richten,
weiter machen. Und eine Umarmung von Fabienne abholen.

Nina:
Sobald ich die Geschichten mit den jeweiligen Bildvorschlägen bekommen hatte, ging es erstmal ans Lesen. Zu jeder Geschichte hatten die Autoren bereits Bildvorstellungen und Bildbeschreibungen notiert, ich wollte mir jedoch auch darüber hinaus selbst ein möglichst umfassendes „Bild“ von den Handlungen und den jeweiligen Figuren machen. Dazu habe ich im Text die Stellen markiert, die mir relevant für die Darstellung der Motive erschienen, zum Beispiel Beschreibungen vom Aussehen von Figuren oder ähnliches.
Danach ging es ans Skizzieren. Ich habe nach und nach alle Geschichten abgearbeitet, bis ich für alle Texte zufriedenstellende Entwürfe hatte. Diese habe ich dann mit einem Lichtzeichentisch auf Aquarellpapier übertragen und mit Aquarellfarben coloriert. Dabei ist es durchaus vorgekommen, dass ich ein Motiv zwei bis dreimal neugemalt habe, bis ich endgültig damit zufrieden war.



8. Welche Frage wolltet ihr schon immer mal beantworten, es hat sie nur
noch niemand gestellt? 
In Bezug auf eure Arbeit natürlich.

Jana:
Auf die letzte Frage fällt mir so keine Fragen ein, die mir noch nicht gestellt wurde. Tut mir leid

Nina:
Nina ich habe hier dieses Buch über Meerjungfrauen geschrieben, würdest du gerne die Illustrationen zu diesem Buch beisteuern?“
Ja natürlich, liebend gerne. In meinem Lieblingsgenre Fantasy sind Meerjungfrauen schließlich meine absoluten Lieblingswesen.“
So oder so ähnlich könnte es sich abspielen (*lach*)

Ich bedanke mich bei Nina und Jana für ihre Bereitschaft auf meine Fragen zu antworten, es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich nun noch mehr auf Die Geschichten aus den Herbstlanden.






2 Kommentare:

  1. Hallo Manuela,
    Interessantes Interview. Es macht Lust auf die "Herbstlande". Den beiden Illustratorinnen wünsche ich weiterhin viel Erfolg.
    Liebe Grüße
    Gesa

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