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Mittwoch, 4. Oktober 2017

Dark Poems herausgegeben von Alisha Bionda

Zur Verlagsseite
Wieder einmal hat mich zu allererst das Cover eines Buches dazu verleitet es lesen zu wollen, die Augen der Frau haben mich in ihren Bann gezogen und nicht mehr losgelassen ich hätte da stundenlang drauf gucken können. Aber irgendwann sollte ich ja auch mal die Geschichten lesen und ich wusste ja das mich nicht nur Storys toller Autoren erwarten sondern auch weitere Illustrationen Mark Freiers.
Nun heißt es ja, man solle ein Buch nicht nach seinem Einband beurteilen, denn dies kann sowohl zu Enttäuschungen führen, falls der Inhalt nicht den Erwartungen entspricht, oder aber auch verhindern das man ein wirklich gutes Buch liest, wenn das Cover nicht gefällt und man es deshalb nicht zur Hand nimmt.Ob mich mein gutes Gefühl beim ersten Anblick des Buches getrogen hat,verrate ich euch natürlich auch.

Da mir einige der Autoren schon bekannt waren, wusste ich natürlich worauf ich mich einließ. Vincent Voss, Faye Hell und Markus Korb, sind mir als Verfasser von Horror Stories schon länger bekannt und ich liebe ihre Bücher, Rezensionen dazu findet ihr hier auf meinem Blog.
Mark Freier kannte ich bisher nur als Illustrator, aber als wäre das nicht genug, hat er auch noch ein nicht zu unterschätzendes Talent für düstere Geschichten. Andere Autoren die zu dieser Anthologie beitrugen, waren mir nur vom Namen her ein Begriff und den einen oder anderen kannte ich gar nicht.
Ich gehe nicht auf die einzelnen Geschichten ein, meiner Meinung nach, geht das bei Kurzgeschichten nicht ohne zu viel zum Inhalt zu verraten. Jede Einzelne zeichnet sich durch einen besonderen Schreibstil, eine besondere Idee oder die Umsetzung eines bewährten Themas aus. Seien es nun neue Erkenntnisse über Vampire die wir in einer der Geschichten gewinnen oder darüber das Geschwisterliebe nicht selbstverständlich ist. Alisha Bionda hat ein gutes Händchen bewiesen als sie die einzelnen Storys zusammentrug, nur die Uhrzeit zwang mich dazu das Buch aus der Hand zu legen, je mehr ich las, desto mehr freute ich mich auf die nächste Geschichte und die Nächste....

Vielen Dank an die Autoren: Tobias Bachmann, Barbara Büchner,Frank G. Gerigk, Faye Hell, Florian Hilleberg, Jörg Kleudgen, Markus K.Korb, David Seinsche, Vicent Voss, Guido Krain und Mark Freier, für die spannenden Geschichten.
Und natürlich an Alisha Bionda für das Leseexemplar.

Mit einem Klick auf das Cover, seid ihr wie immer, direkt auf der Verlagsseite.


Anthologie -Düstere Phantastik
Hardcover - 244 Seiten - 14,90 EUR
ISBN: 978-3-95810-021-3
eBook 4,99 EUR
Cover- und Innengrafiken: Mark Freier
Coverartwork: Mark Freier


Donnerstag, 22. Juni 2023

TTT- Top Ten Thursday Bücher mit braunem Cover

 Ich weiß, nicht wie viele Braunschattierungen es gibt, auf jeden Fall stehen einige Cover in Braun in meinem Schätzchenregal. 

Wie sich herausstellte, sind es überwiegend Fantasyromane.





Mit einem Klick auf den Buchtitel kommt ihr zu meiner Rezension, wenn ich eine geschrieben habe.


Sternenflammen

Science-Fiction-Stories (DrachenStern Verlag. Science Fiction und Fantasy) 
Mein erster Kontakt mit Science Fiction waren Groschenromane, wie sie damals etwas abfällig hießen, genauer gesagt: Perry Rodan, das war neben Krimiheftchen und Arztromanen so ziemlich das einzige was an Lesestoff bei uns zu finden war. Diese Heftchen habe ich dann ziemlich schnell beiseite geschoben,gerade Perry Rodan war nicht interessant, ich war ja noch ein Kind.
Irgendwann fiel mir aber doch wieder ein SF Roman in die Hände und ich begriff, das auch Science Fiction Literatur ist, bis heute wird das ja leider von vielen bestritten. Dabei gibt es gerade in dem Genre so viele unterschiedliche Facetten, das jeder auf seine Kosten kommen müsste. Ganze Welten zu erschaffen und Technik zu beschreiben die einen Sinn ergibt, die möglich erscheint, ist meiner Meinung nach eine herausragende Leistung. Und was hat das jetzt mit Sternenflammen zu tun?
Dass es sich um eine SF-Anthologie handelt, ist ja aus der Artikelüberschrift in Verbindung mit dem Cover klar ersichtlich, das ich nur selten Bücher aus dem Genre lese, weiß jeder, der mich kennt. Ich brauchte aber mal wieder Abwechslung und ich liebe Kurzgeschichten.


Drei Lieder für die Königstochter von Juri Susanne Pavlovic

Im Kreise seiner Weggefährten erzählt der Spielmann Wolfram von Kürenberg von der Rettung der Königstochter Bertrandis, für die er sich selbst gefangen nehmen lassen muss.
Mehr erzähle ich euch nicht vom Inhalt, die Geschichte umfasst gerade mal 80 Seiten und wäre zu schnell nacherzählt und ich kann lange nicht so gut Geschichten erzählen wie Wolfram von Kürenberg, ich habe auch keinen Tee.





Zwischen Nacht und Dunkel von Stephen King 
Ich spiele so lange beim TTT mit, bis der Meister kein passendes Buch liefert, aber rezensiert habe ich dieses Buch nicht.
Stephen King gilt als größter Geschichtenerzähler unserer Zeit. Nun legt der »Meister des Schreckens« (SZ) vier Kurzromane vor, die alle ein Thema haben: Vergeltung! Ob als Täter oder Opfer, unschuldig oder schuldig, durch Schicksal oder mit Absicht – wir kommen in Situationen, die uns eine Entscheidung abverlangen: Wie weit muss ich gehen, bis mir Gerechtigkeit widerfährt? Manchmal muss man sehr weit gehen.


Ich stelle erst jetzt fest, dass ich längst nicht alle Bücher, die ich behalte, auch rezensiert habe.



Das Buch ohne Namen von Anonymus

In Santa Mondega bricht die Hölle los: Ein Buch ohne Titel und ohne Autor tötet jeden, der es liest. Ein geheimnisvoller blauer Stein ist plötzlich verschwunden - und alle suchen ihn. Eine Sonnenfinsternis wird das gesetzlose Städtchen bald in völlige Dunkelheit tauchen, und dann wird es blutig werden. Blutiger als es sich irgendjemand vorstellen kann. Denn ein Killer ist in der Stadt: The Bourbon Kid. Und er ist nicht der einzige - aber der durchgeknallteste.




Die Hilfskräfte - Die wahren Herren des Dungeons

Jeder von uns hat schon von Helden und Heldinnen gehört die Abenteuer bestehen und mit unermesslichem Reichtum, Ruhm, Ehre und manchmal mit der Prinzessin belohnt werden. Ihre Geschichten werden nachts am Lagerfeuer oder in der Taverne von Generation zu Generation weitergegeben, diese Geschichten sind es oft die, den Funken Abenteuerlust entzünden den es braucht um die Zuhörer selbst zu Helden werden zu lassen und die dann ausziehen um für Ruhm, Ehre, unermesslichen Reichtum und die Prinzessin gegen Monster, Magier und Drachen zu kämpfen, damit auch ihre Geschichte am Lagerfeuer und in den Tavernen......
Moment, das wiederholt sich ja alles. Und genau das ist der springende Punkt. Immer wieder werden Drachen getötet, Fallen ausgelegt, mal stirbt ein Monster mal ein Held, eine Mauer stürzt ein, ein magischer Trank wird getrunken und wer putzt und baut und füllt alles wieder auf? Genau die Hilfskräfte.


Die Stadt der träumenden Bücher von Walter Moers

Das geniale Manuskript eines unbekannten Autors treibt den jungen Dichter Hildegunst von Mythenmetz nach Buchhaim. Wenn er dem Geheimnis des Verfassers irgendwo auf die Spur kommen kann, dann in den labyrinthischen Katakomben dieser buchverrückten Stadt. Der Geruch von Druckerschwärze durchzieht die Straßen, Bibliothek reiht sich an Bibliothek. Und in den Katakomben stürzen sich belesene Buchlinge und Bücherjäger auf alles, was Buchstaben hat. Als Mythenmetz nach unzähligen Abenteuern den Schattenkönig von Buchhain trifft, scheint er am Ziel 


Dark Poems präsentiert von Alisha Bionda

Wieder einmal hat mich zuallererst das Cover eines Buches dazu verleitet es lesen zu wollen, die Augen der Frau haben mich in ihren Bann gezogen und nicht mehr losgelassen, ich hätte da stundenlang drauf gucken können. Aber irgendwann sollte ich ja auch mal die Geschichten lesen und ich wusste ja, dass mich nicht nur Storys toller Autoren erwarten, sondern auch weitere Illustrationen Mark Freiers.
Nun heißt es ja, man solle ein Buch nicht nach seinem Einband beurteilen, denn dies kann sowohl zu Enttäuschungen führen, falls der Inhalt nicht den Erwartungen entspricht, oder aber auch verhindern, dass man ein wirklich gutes Buch liest, wenn das Cover nicht gefällt und man es deshalb nicht zur Hand nimmt.Ob mich mein gutes Gefühl beim ersten Anblick des Buches getrogen hat, verrate ich euch natürlich auch.


Hexenherz. Goldener Tod: Fantasyroman Band 3 von Monika Loerchner


Die göttinliche Ordnung, nach der nur Frauen Magie besitzen und über die schwächeren Männer gebieten, droht, ins Wanken zu geraten: Es ist den Rebellen gelungen, einem Jungen Magie zu verschaffen. Berauscht von seiner neuen Macht fiebert Kolja nun einem Kampf entgegen, der alles verändern könnte. Einem Kampf, den seine Mutter Helena um jeden Preis verhindern will. Denn, obwohl sie von der Goldenen Frau, der mächtigsten Frau des Reiches, verstoßen und ihrer Magie beraubt wurde, glaubt Helena noch immer an das Vorrecht der Frauen. Und während Rebellenanführer Adrian versucht, eine friedliche Lösung für ein gleichwertiges Zusammenleben der Geschlechter zu finden, schmiedet Helena einen eigenen Plan.


Keine Helden Piraten des Mahlstroms von Nils Krebber

"Was soll schon passieren?", mit diesem Satz stürzen sich Eberhart Brettschneider und seine Partnerin Aurelia aus Kammerbad, einer Küstenstadt des Imperiums, kopfüber in ein eher unfreiwilliges Abenteuer. Eigentlich wollte das Gaunerpärchen die seit kurzem in Kammerbad weilende Gräfin del Mar ausnehmen und werden dabei von der Adligen nach allen Regeln der Kunst übers Ohr gehauen. Bevor sie sich versehen, befinden sie sich auf dem Schiff des abergläubischen Akbash und in Begleitung des Nekromanten Joachim auf dem Weg zum Mahlstrom, wo sie den Schatz des legendären Schreckenskapitäns an sich bringen wollen. Was sie nicht ahnen, Gräfin del Mar und ihr Begleiter, der Hexenjäger verfolgen einen finsteren Plan.


Ja und dieses Buch erscheint erst im Juli und ich freue mich schon sehr aufs Lesen.


Das phantastische Antiquariat von Viola Eigenbrodt

Unglaublich, was die Menschen alles als Lesezeichen in ihren Büchern verwenden – und darin vergessen: Fotos, Briefe, Postkarten, persönliche Notizen oder auch mal ein Flaschenetikett. Die Heidelberger Antiquarin Christine Hoffmann kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.Zu den merkwürdigsten Fundstücken erzählt ihr ihr Kopf phantasievolle Geschichten. Die fallen, je nach Gegenstand, sehr unterschiedlich aus: Mal ist es eine romantische Liebesgeschichte mit einem Funken Magie, mal ein skurriles Märchen, ein tragisches Schicksal, eine Verkettung mysteriöser Zufälle oder eine dramatische Familiensaga, in der ein Drachen-Ei eine wichtige Rolle spielt. Christines reales Leben ist eng verwoben mit ihren phantastischen Geschichten. Und ein Besuch in einem kleinen Berliner Antiquitätengeschäft könnte für sie alles verändern.



Und jetzt bin ich gespannt, ob eines der Bücher auch schon von einem von euch gelesen wurde.

Freitag, 31. August 2018

The Coven interviewt Faye Hell




Wie vielleicht schon der eine oder andere weiß, bin ich seit kurzem stolzes Mitglied des Bloggerteams der wunderbaren Faye Hell. Und damit ihr die Autorin auch besser kennen lernen könnt, haben wir ihr einige Fragen gestellt.

Die vielen Gesichter der Faye Hell


Das Interview



Wenn dich jemand fragt warum er ausgerechnet deine Bücher lesen soll. Was antwortest du?
Man sollte meine Bücher lesen, weil sie herausfordernd sind. Literarisch komplex auf der einen Seite, erschreckend aufrichtig und direkt auf der anderen. Man sollte sich als Leser nicht nur immer in die Komfortzone zurückziehen, ein Buch kann mehr sein als bloße Unterhaltung.
Ich erfinde meine Geschichten nicht nur, ich spüre sie. Genau so geht es mir auch mit meinen Charakteren und ich denke, das fühlen meine Leser. Lesen sich meine Bücher leicht? Sicher nicht, wenn man dem Leser etwas vermitteln will, dann hat das einfach Gewicht. *zwinker*
Wie bist du zum Schreiben gekommen? Gab‘s Inspiration? Wolltest du nur hobbymäßig schreiben?
Ich habe als Kind bereits geschrieben. Mit elf Jahren wollte ich bereits Horrorautorin werden. Im jungen Erwachsenenalter habe ich allerdings damit aufgehört. „Keine Menschenseele“ hat als therapeutisches Projekt begonnen, das mir dabei helfen sollte, ein Trauma zu bewältigen. Das ist mir auch gelungen. Aber was an Texten da war, war zwar extrem intim, aber dennoch viel zu gelungen für die Schublade. Also habe ich es überarbeitet. Inspiriert hat mich definitiv das Haus, in dem ich lebe. Ein über hundert Jahre altes Kurhotel. „Keine Menschenseele“ spielt in diesem Hotel. Das Schreiben ist für mich deutlich mehr als ein Hobby, es ist ebenso Selbsterfüllung wie Therapie. Möchte ich nur vom Schreiben leben? Zum jetzigen Zeitpunkt wäre das gar nicht mein Ziel, da ich meinen Job als Lehrerin liebe.
Man fragt sich ja immer, wie krank ein Gehirn sein muss, um auf solche Ideen zu kommen, also, woher kommen deine Inspirationen?
Man kann generell nichts schreiben, das nicht in einem drin ist. Ja, es sind meine Fantasien, aber es sind nicht meine Wunschvorstellungen. Dass ich die Fähigkeit habe, mir so etwas auszudenken, heißt noch lang nicht, dass ich mir so etwas auch wünsche. Das verwechseln viele! Beispiel? In „Keine Menschenseele“ wird eine Katze bestialisch ermordet. Eher würde ich mir einen Finger abbeißen, als einer Katze auch nur ein Schnurrbarthaar zu krümmen. Die Inspiration kommt aus einem tiefen, schwarzen Brunnen, voller Schlamm und Dreck. Ich schraube mich ganz hinunter, greife nach dem schlimmsten Monster, das mir zwischen die Finger kommt und zerre es mit mir ans Tageslicht. Ehrlich, so stelle ich mir das immer vor.
Wann kommt endlich der große, romantische Nackenbeißer von dir?
Und ich dachte, mich könnte keine Frage schockieren. In meinen Büchern geht es meist um die Liebe. In „Tote Götter“ ist sie genau genommen sogar eines der zentralen Themen überhaupt. Die stärkste Kraft im Universum, ihr wisst schon Bescheid. Romance werde ich aber garantiert nie schreiben. Warum ich das so genau weiß? Weil ich es einfach nicht kann! Ich habe es sogar mal versucht, eine Kurzgeschichte für die Anthologie einer Freundin. Das war wirklich die Hölle und es war grauenvoll schlecht. Ich habe die Datei sogar ganz gelöscht. Ich bin leider so romantisch wie eine Waschmaschine.
Ich habe selbst schon versucht, mir Horror Stories auszudenken und sie zu schreiben. Allerdings scheitere ich daran, dass mir die ausgedachten Geschichten so eine sch... Angst machen, dass ich irgendwann aufhören muss. Kennst Du das und wenn ja: Wie gehst Du damit um?
In meinem dritten Roman „Rigor Mortis“ (erscheint im November) kommt ein Ich-Erzähler vor, der mich wahrhaftig das Fürchten gelehrt hat. Ich hasse ihn und er hat mich massiv in die Enge getrieben. Ich habe geflucht, geweint, gespuckt … und dann weitergemacht. Weil ich dadurch Macht über ihn hatte! Wie die meisten wissen, liebe ich Amerika. Dieser Ich-Erzähler ist die Personifikation von allem, was mir an meinem geliebten Amerika derzeit Angst macht. Er ist die schlimmste Figur, die mir einfallen konnte, vielleicht ist er deshalb so gut gelungen.
Wie hat dein persönliches/familiäres Umfeld reagiert als du angefangen hast Horror zu schreiben?
Natürlich waren sie nicht überrascht. Immerhin habe ich auch davor kein Geheimnis daraus gemacht, dass ich Horror liebe und dass das einfach meine Welt ist. Teile meiner Familie haben viel mehr ein Problem damit, dass ich in Interviews sehr offen über Persönliches spreche und das mit der Welt teile. Zum Beispiel die Tatsache, dass ich mit schweren Depressionen zu kämpfen hatte. Das war für die viel mehr der Horror als der Horror an sich. Deshalb ist auch der Kontakt abgebrochen, was übrigens immer noch und immer wieder höllisch weh tut. Aber was macht man? Man macht weiter! Und ich werde nichts an dem ändern, wie es ist. Schon gut so. Auch in meinem Job als Lehrerin gab es Probleme. Die Menschen denken in Schubladen, so richtig in die Schublade Lehrer passe ich halt nicht und damit können manche (zum Glück nur sehr wenige) nicht umgehen.
Glaubst du, du wirst irgendwann so eine verrückte Katzenoma sein, die mit ihren 20 Miezen zurückgezogen in einem alten Haus wohnt?
Jeder Mensch braucht doch Ziele, oder? Also ja, verdammte Kacke, natürlich werde ich mal eine verrückte Katzenoma mit zwanzig Miezen sein! Wir werden uns einen alten Bauernhof in Andalusien teilen und uns gemeinsam um meine Seidenhühner und meine Alpakas kümmern. Und natürlich um Mister Hell. Aber sagt ihm das nicht, er weiß das mit den zwanzig Katzen noch nicht, das wird eine schnurrrrrende Überraschung.
Welche Rolle/Protagonist aus deinen Büchern liegt dir am meisten am Herzen? Und warum grade er/sie?
Das wäre dann wohl Hannah aus „Tote Götter“. Als ich begonnen habe, diesen Roman zu schreiben, habe ich auf eine Diagnose gewartet. Es stand der Verdacht auf Multiple Sklerose im Raum. Zum Glück hat sich dieser Verdacht nicht bestätigt, aber ich musste ein Monat auf die entsprechende Untersuchung warten und dann noch eine Woche oder so auf das Ergebnis. Ich habe all diese Angst und überhaupt die gesamte Krankheit meiner Hannah auf den Leib geschrieben. Schlussendlich ist es sogar diese Krankheit, die sie so stark macht. Auch trägt diese Ich-Erzählerin sehr viele Wesensmerkmale, die sie wohl von mir gestohlen hat. Manchmal bedaure ich schon fast, dass ich ihr im Roman so übel mitgespielt habe.
Wie viele Tattoos hast du, wo und was? Haben diese auch eine Bedeutung für dich?
Ich habe wirklich einige Tattoos und die meisten davon gehen ineinander über, also kann ich sie nicht so genau trennen. Gänseblümchen für meine Mama, Vergissmeinnicht für meine Oma, eine Tigerente für meinen Mann, einen Seerose für meine Katze Lilli. Libellen, weil mir mein Mann mal erzählt hat, dass Libellen nie sterben, sondern nur den Winter über nach Afrika fliegen. Deshalb steht unter den Libellen auch indestructible. Ein roter Stern aus meiner Kommunistenphase (habe ich Phase gesagt?!). Eine schwarze Witwe, das erklärt sich selbst. Meine neuesten Tattoos sind Sachmet und Bastet, immerhin bin ich der altägyptischen Mythologie und vor allem Bastet sehr verbunden.
Traust du dich, uns einen der intimsten Momente aus deinem Leben zu verraten, den du in einem Text verarbeitet hast?
Ja, ich trau mich. Es fällt mir aber nicht leicht, das will ich hier zugeben. Es ist auch eines der Themen, die immer tabuisiert werden und das obwohl #metoo grad überall ist. Ich wurde in meinen Zwanzigern vergewaltigt und das hat tiefe Narben hinterlassen. Dieses Trauma habe ich in „Keine Menschenseele“ aufgearbeitet. Also nicht die Fantasien eines potentiellen Triebtäters, sondern der Bewältigungsmechanismus eines Opfers.
Liebe Faye, was macht dich glücklich?
Die Natur, ein ausgedehnter Spaziergang, eine Wanderung. Allein oder mit einem Menschen, den ich liebe. Wenn ich am Wochenende bereits am Morgen zu lesen beginne, während Mister Hell noch stundenlang tief und fest schläft .Wenn ich einen Film sehe, der mich so sehr fesselt, dass ich förmlich den Atem anhalte. Wenn ein Buch mich die Welt um mich vergessen lässt. Wenn sich eine Szene in einem Roman oder einer Geschichte wie von Geisterhand schreibt, weil die Ideen gleich so fließen. Das alles macht mich glücklich. Und ja, ich bin jeden Tag vorsätzlich sehr glücklich, weil sonst die Dunkelheit gewinnen würde und ich wieder depressiv wäre. Glück passiert mir nicht, Glück ist mein Vorsatz!
Schreiben ist ein Teil von dir, das merkt man in jeder Zeile. Doch was wäre, wenn du nicht mehr schreiben dürftest? Wenn du zum Beispiel, einen Menschen retten könntest, indem du es aufgibst?
Wahrscheinlich wäre es total verrückt, wenn ich es aufgeben würde, weil nicht zu schreiben mich auf Dauer zerstören würde. Da sind zu viele Gedanken in meinem Schädel und die meisten davon sind nicht gerade nett und flauschig. Aber ich würde ein Menschenleben gewiss über meine Berufung stellen. Wäre das dann noch das Leben eines Menschen, den ich liebe, dann würde ich nicht mal zögern, das zu tun. Da ich weiß, dass dieser Mensch dann mich retten würde, wenn das “nicht Schreiben” meinen Verstand in Gefahr brächte. Oh, das klingt irre … Was ich eigentlich sagen will: Ich liebe dich, Mister Hell.

Hier noch ein paar Fakten über die Autorin:
Romane

Keine Menschenseele
Tote Götter

Ihre Kurzgeschichten sind vertreten in folgenden Anthologien

Dark Poems
Fleisch 4
Blutgrütze 

Sachbuch

the little Virus Book of Satan

Seit ihrer frühesten Kindheit ist Faye vom Bösen fasziniert. Im Alter von elf Jahren schreibt sie ihre erste Horrorgeschichte. Eltern und Lehrer sind sich sicher: Das ist nur eine Phase, das vergeht. Doch es ist alles andere als eine Phase und vergeht erst recht nicht, viel eher verfeinert sich ihr Hang zum Diabolischen und nimmt professionelle Züge an.

Seit 2007 ist sie Redakteurin des VIRUS Magazins (unter dem Namen Lili Marlene), dort verfasst sie vorrangig Rezensionen zu Horrorfilmen abseits des Mainstreams. In ihrer schriftstellerischen Arbeit verbindet sie subtiles Grauen mit expliziter Gewalt und Obszönität. Ein Leben ohne Horror, das ist für Faye undenkbar.

Warum das Pseudonym Faye Hell? Weil nicht nur das fiktive Leben die Hölle sein kein. Aber auch, weil selbst der schwärzesten Nacht stets etwas Helles innewohnt. Und sogar der Teufel ein Lichtbringer ist.

Ihr Debütroman "Keine Menschenseele" wurde 2016 mit dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet.

Quelle: Amazon Autorenseite