Donnerstag, 10. Dezember 2020

Hexenherz. Goldener Tod: Fantasyroman Band 3 von Monika Loerchner

 Die göttinliche Ordnung, nach der nur Frauen Magie besitzen und über die schwächeren Männer gebieten, droht, ins Wanken zu geraten: Es ist den Rebellen gelungen, einem Jungen Magie zu verschaffen. Berauscht von seiner neuen Macht fiebert Kolja nun einem Kampf entgegen, der alles verändern könnte. Einem Kampf, den seine Mutter Helena um jeden Preis verhindern will. Denn, obwohl sie von der Goldenen Frau, der mächtigsten Frau des Reiches, verstoßen und ihrer Magie beraubt wurde, glaubt Helena noch immer an das Vorrecht der Frauen. Und während Rebellenanführer Adrian versucht, eine friedliche Lösung für ein gleichwertiges Zusammenleben der Geschlechter zu finden, schmiedet Helena einen eigenen Plan.


Als ich das erste Mal von Hexenherz hörte, hatte ich komplett andere Vorstellungen, von der Thematik.
Eine Welt in der Frauen die Macht haben, weil sie Magie wirken können, während die Männer nur für den Haushalt und die Kindererziehung taugen und von Frauen versorgt werden müssen, sie sind ohne Magie einfach zu schwach um für sich selbst zu sorgen.

Das klingt nach einer  Geschichte, in der die Männer das zu spüren bekommen, was für Frauen seit, jeher Alltag ist und worüber man Witze macht, wenn es doch mal einen Mann trifft. Eine Geschichte die  durch Humor besticht. 
Hexenherz ist aber viel mehr als eine lustige Fantasy – Trilogie, das will sie ja auch gar nicht sein und 
das wird mit dem dritten Band der Reihe besonders deutlich.

Die Rebellinnen um Adrian stehen kurz vor dem Durchbruch alle Männer, Großmütter und Fräuleins mit Magie auszustatten, damit wäre der wesentliche Vorteil der Frauen nicht mehr vorhanden und der Gleichberechtigung von Frau und Mann stünde nichts mehr im Weg.
Doch noch steht ihnen die Mehrheit der Frauen, allen voran die Goldene Frau im Weg, Friedensverhandlungen sollen zu einer Einigung führen, Verhandlungen von denen Helena nicht viel hält, sie glaubt auch nicht an die Gleichberechtigung von Frau und Mann. Ihrer Auffassung nach gehören Männer an den Herd in die Sicherheit eines Heims versorgt von einer starken Frau. Das alles wünscht sie sich auch für ihren Sohn Kolja, doch der brennt für die Rebellion.
Während des Lesens spürt man die Zerrissenheit Helenas, zwischen ihrem Wunsch ihr Kind glücklich zu sehen und dem festhalten an der alten Ordnung, denn die ist in ihren Augen Göttinnengegeben.

Die Autorin zeigt den schwierigen Weg zur Gleichberechtigung auf, Gleichberechtigung bedeutet nicht das alle Menschen die gleichen Fähigkeiten haben, Gleichberechtigung bedeutet das jeder nach seinen Wünschen und Fähigkeiten den Weg gehen darf, der ihn Glücklich macht.
Findet ein Mann sein Glück also in der Kindererziehung so ist das genauso wichtig, als wenn er einen Beruf erlernen möchte, niemand darf ihm das verweigern.
Das ist die meiner Meinung nach die Grundaussage der kompletten Geschichte.
Wir sind nicht alle Gleich in unseren Fähigkeiten und Begabungen, aber wir sind alle gleich wichtig und wertvoll.
Die Hexenherz Trilogie, bietet alles, was gute Fantasy braucht: Magie, Kampf, Liebe als Motivation sich selbst und seine Grenzen zu hinterfragen und vielleicht zu überwinden, sympathische und auch weniger sympathische Protagonisten.
Dazu noch der sehr angenehme Schreibstil der Autorin, der mich immer wieder dazu brachte, länger zu lesen als es meinem Schlafbedarf gut tat.
Die komplette Trilogie bekommt eine Leseempfehlung von mir.

  • Broschiert : 512 Seiten
  • ISBN-13 : 978-3862827886
  • ISBN-10 : 3862827887
  • Abmessungen : 13.9 x 3.5 x 20.5 cm
  • Herausgeber : Acabus Verlag; Originalausgabe Edition (28. September 2020)

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