Mittwoch, 24. August 2011

Der Ruf des weißen Raben von Sanna Seven Dee

ich habe mir viel mehr versprochen


mehr Einblick in die Kultur der Indianer,mehr zum Leben der Indianer.

Leider wurde jede Reise Myras in die Vergangenheit oder Zukunft nur sehr kurz gehalten hier wäre mehr besser gewesen 100 Seiten mehr auf denen ihre Besuche ausführlicher hätten erzählt werden können, hätten dem Buch sehr gut getan. Die handelnden Personen blieben etwas blass ich konnte mich nicht in sie hineinversetzen, bzw. große Sympathien oder Antipathien gegen ihren Widersacher zu entwickeln, aber auch das schreibe ich, für die Fülle der Handlungsstränge, der Kürze des Buches zu, es blieb einfach nicht genügend Platz um Myra und Chad, Heather und Emma so einzuführen wie es ihnen gebührten.

Ein paar Textstellen haben mich sehr gestört, sie passten meiner Meinung nach nicht in einen mystischen Roman *sie schlürften Kaffee und mampften Muffins* überhaupt schien mir der Schreibstil etwas schlicht, ich hatte mir auf Dauer doch mehr und tiefgründigeres erwartet, der Schreibstil hatte allerdings den Vorteil das ich sehr schnell durch war mit dem Buch, dessen Thema mich wirklich brennend interessiert hatte.

Stirb von Hanna Winter

ich habe schon lange kein Buch mehr so schnell durchgelesen, wie dieses.

Hanna Winter schreibt flüssig und versteht es die Spannung bis zum Schluss aufrecht zuerhalten.

Lara, die eigentlich ein Cafe eröffnen wollte wird von einem Serienkiller verfolgt muss diesen Plan allerdings aufgeben und gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter, die nach einem Angriff des Serienkiller traumatisiert die Sprache verlor fliehen.

Auf Rügen bauen sie sich ein neues Leben auf, an der Seite von Frank einem Pensionsbesitzer, beginnen sie den Alptraum der Vergangenheit zu überwinden, doch dann geschehen seltsame Dinge und schnell ist klar: Es ist noch nicht vorbei.

Die Autorin legt gerade gegen Ende einige falsche Spuren so das nie sicher war, wem Lara trauen kann und wem nicht und wie so oft liegt der Schlüssel zum Ganzen in der Vergangenheit.

Ich kann das Buch durchaus empfehlen,auch wenn es nicht ganz so blutig war wie die Leseprobe *versprach*

Raum von Emma Donoghue



Für Jack ist Raum die ganze Welt. Dort essen, spielen und schlafen er und seine Ma. Und dort versteckt sie ihn im Schrank, wenn Old Nick kommt … »Raum« trifft mitten ins Herz und wurde in den USA über Nacht zum Bestseller.


Auch seinen fünften Geburtstag feiert Jack in Raum. Raum hat eine immer verschlossene Tür, ein Oberlicht und ist 12 Quadratmeter groß. Dort lebt der Kleine mit seiner Mutter. Dort wurde er auch geboren. Jack liebt es fernzusehen, denn da sieht er seine »Freunde«, die Cartoonfiguren. Aber er weiß, dass die Dinge hinter der Mattscheibe nicht echt sind – echt sind nur Ma, er und die Dinge in Raum. Bis der Tag kommt, an dem Ma ihm erklärt, dass es doch eine Welt da draußen gibt und dass sie versuchen müssen, aus Raum zu fliehen …



Über den Inhalt des Buch will ich nicht mehr verraten als in der Leseprobe steht. Der 5jährige Jack lebt seiner Geburt, mit seiner Mutter in einem kleinen Raum, der nur das Nötigste enthält, sie leben nach einem geregelten Tagesablauf und eigentlich ist Jack glücklich, er hat seine Ma, seine Freunde im Fernseher, er kann lesen und schreiben, das Einzige was er nicht hat, ist die Freiheit zu gehen wohin er will, aber da er das nicht kennt vermisst er nichts. Für ihn sind nur die Dinge und Menschen im Raum real, alles andere ist nur Fernsehen, nicht echt. So wie auch Old Nick, der regelmäßig kommt den Müll entsorgt, Lebensmittel und manchmal Kleidung und so weiter bringt und wegen dem Jack im Schrank schlafen muss.

Raum ist ein Buch das den Leser bis ins Herz trifft, sobald man sich einlässt auf die Geschichte die durchgehend von dem kleinen Jack erzählt wird, lässt sie einen nicht mehr los, man muss wissen wie es weitergeht und was vorher geschah. Feinfühlich berichtet die Autorin von einer ungewöhnlichen Mutter Kind Beziehung, die die Beiden stark macht um ihr Schicksal gemeinsam zu meistern. Wie ich schon in meinem Leseeindruck schrieb, ist diese Geschichte etwas das jederzeit und überall geschehen kann auch in unserer direkten Nachbarschaft, da bleibt nur zu hoffen, das die wirklich betroffenen nur halb so stark sind wie Jack und Ma.

Ein kurzes Wort zu dem ungewöhnlichen Schreibstil.

*Ich springe auf Stuhlschaukel, damit ich Uhr sehen kann*

Ein wenig hat mich gestört, das die Mutter, die im Rahmen ihrer begrenzten Möglichkeiten viel Wert auf Bildung und Erziehung legt, immerhin kann Jack schon lesen und schreiben, zu lässt das er die Artikel einfach weg lässt, möglich das die Autorin diese Sprachweise genutzt hat um dem Leser noch eindringlicher zu vermitteln, das es sich bei Jack um ein noch sehr kleines Kind handelt, aber das wäre nicht nötig gewesen.

Mein Fazit, ein beeindruckendes Buch, das ich sehr gern gelesen habe und auch gerne weiterempfehle.


  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch (12. November 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492301290
  • ISBN-13: 978-3492301299
  • Originaltitel: Room


Dienstag, 17. Mai 2011

Staubige Hölle von Roger Smith

Roger Smith:
Staubige Hölle
331 Seiten, € 19,95 (D) gebunden mit Schutzumschlag

Eine Hetzjagd quer durch ein Land, das von AIDS, Korruption und blutigen Stammesfehden zerrissen ist. Ein weißer Politaktivist und sein rassistischer Vater werden von Jägern zu Gejagten. In greller Härte zeigt uns Roger Smith die Abgründe des neuen Südafrika.


Tropen bei Klett-Cotta
ISBN:
978-3-608-50210-7

Erscheint am 24. Mai 2011

Robert Dell ist auf der Flucht. Seine Frau und Kinder sind auf grausame Weise umgebracht worden, er selbst steht plötzlich unter Mordverdacht.Dells einziger Verbündeter ist sein verhasster Vater, ein ehemaliger CIA-Killer und überzeugter Rassist, der gerade aus dem Gefängnis entlassen ist. Auf einem blutigen Roadtrip, der sie tief ins Landesinnere führt, machen Dell und sein Vater Jagd auf den wirklichen Mörder – und decken dabei eine Verschwörung auf, die bis in die höchsten Regierungskreise reicht. Immer weiter eskalieren Gewalt und Vergeltung, denn im Zeitalter der Post-Apartheid scheint ein Menschenleben nicht mehr viel wert zu sein.


Meine Meinung:

Südafrika: Traumland, paradiesische Landschaften, Toleranz,freundliche Menschen. So stellen sich viele das Land nach der Apartheid vor, die Realität sieht anders aus, eher so, wie Roger Smith, das Land und seine Menschen in seinen Büchern beschreibt, besonders sein neuestes Werk *staubige Hölle* zeichnet ein hartes und brutales Bild des von Aberglauben und Korruption geprägten Landes, eine der häufigsten Todesursachen ist Aids.

Vor diesem Hintergrund spielt die Story.
Rosie wird Zeugin des Mordes an ihrem Geliebten Bakers, sie kann entkommen, wird aber erkannt und stirbt mit ihren Kindern bei einem provozierten Autounfall, einziger Überlebender des Mordanschlags ist ihr Mann Dell, als die Mörder erkennen das es einen Überlebenden gibt, versuchen sie ihm den Mord anzuhängen, doch Dell kann fliehen und sinnt auf Rache unterstützt von seinem Vater einem ehemaligen Söldner und vorzeitig entlassenem Sträfling begibt er sich auf die Suche nach Inja, dem wahren Mörder, dem machthungrigen Handlanger eines Politikers, der skrupellos alle tötet die ihm im Wege stehen.

Am Ende des Buches ist klar das es keine Gewinner geben kann, in diesem Land haben alle verloren die Jenseits des Geldes leben, die sich keine Ausbildung und Medizin leisten können. Mir ist bewusst das es sich natürlich um einen fiktiven Thriller handelt, allerdings rückte bei mir diese Handlung etwas in den Hintergrund, was dem Lesevergnügen keinen Abbruch tat, im Gegenteil das Buch war von der ersten bis zur letzten Seite spannend.
Schreibstil, Thema und Umsetzung haben 5 Sterne verdient, in Anbetracht der Tatsache das ein so teures Buch vor Schreibfehlern nur so wimmelte, ziehe ich einen ab.

Freitag, 11. Februar 2011

So unselig schön von Inge Löhning



Ullstein Taschenbuch Verlag
ISBN:
978-3548282084
 http://www.ullsteinbuchverlage.de




 In einer leerstehenden Brauerei im Süden Münchens wird eine enthauptete Frauenleiche gefunden. Kommissar Dühnfort wird bald klar, dass er einen Serientäter jagt, der von Bildern besessen sein muss.

Ullstein Taschenbuch Verlag
ISBN:
9783548282084



Die junge Fotografin Vicki hingegen, die die Leiche gefunden hat, ermittelt auf eigene Faust. Sie kommt dem Mörder schließlich gefährlich nahe...

Dühnforts dritter Fall ist wieder sehr spannend, die Suche nach dem Mörder führt uns in die Abgründe der menschlichen Seele, was muss ein Mensch erleiden um solch grausame Morde zu begehen wie den, den die junge Vicky entdeckt, Inge Löhning führt sie uns vor Augen, die grausamen Kindheiten der Mordverdächtigen, die Abgründe in ihren Leben. Sie lässt uns aber auch Mitleid empfinden, mit den vermeintlichen Monstern und sie lässt eines der *Monster* auf Vicky, das ehemalige Straßenkind einwirken, so das diese sich erinnert das in ihrer frühen Kindheit nicht alles schlecht war, nichtsdestotrotz entkommt er seiner Strafe nicht.

Einzig störend an diesem Roman, war die Unentschlossenheit Dühnforts was sein Liebesleben betrifft, dieses rumgeier passt nicht zu dem Bild das ich von ihm habe.