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Wigmar wird zu Widukind
Marigard, Wigmars Schwester, nennt ihren Bruder „Waldkind“ auf sächsisch „Widukind“. Dieser Spitzname begleitet ihn fortan und bleibt ihm, wie wir wissen, sein ganzes Leben erhalten. Und so wird aus dem jungen Wigmar, im Laufe der Geschichte die historische Gestalt Widukind.
Widukind ist nicht von Anfang an der große Anführer, als den man ihn aus der Geschichte kennt. Stattdessen erlebt man ihn zunächst als jungen Mann, der seinen Platz finden muss. Er muss nicht nur gegen die Franken bestehen, sondern sich auch mit den unterschiedlichen Vorstellungen und Streitigkeiten innerhalb der eigenen Reihen auseinandersetzen.
Die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven
Gut gefallen hat mir außerdem, dass die Geschichte nicht nur aus der Sicht der Saxonen erzählt wird. Auch die fränkische Seite bekommt Raum. So begleitet man beispielsweise Rutger auf seinem Weg zum Reichstag nach Worms, wo er König Karl seine Treue bekunden soll.
Dieser Perspektivwechsel hat mir gut gefallen, weil man dadurch nicht nur eine Seite des Konflikts kennenlernt. Man bekommt auch einen Einblick in die Gedanken und Beweggründe der Menschen auf der jeweils anderen Seite.
Neben der eigentlichen Geschichte erfuhr ich auch viel über das Leben der Menschen zu dieser Zeit. Ich bekam einen Eindruck davon, wie sie unterwegs waren, wie lange Reisen dauern konnten und wie schwierig es damals war, Nachrichten über größere Entfernungen weiterzugeben.
Gerade solche Dinge machen die Zeit für mich lebendig. Heute ist es selbstverständlich, dass man schnell irgendwohin kommt oder innerhalb von Sekunden eine Nachricht verschicken kann. Damals war das ganz anders. Reisen dauerten lange, Nachrichten gingen verloren, das Leben im Allgemeinen war hart und Claudius Crönert beschreibt Alltagssituationen so, dass ich eine gute Vorstellung davon hatte.
Für mich hatte „Axt & Krone“ allerdings noch eine ganz besondere persönliche Seite.
Ich bin selbst in der Nähe der heutigen Orte aufgewachsen, die mit Widukind verbunden sind, den wir allerdings Wittekind nannten, und kenne die Sagen und Geschichten rund um diese historische Figur deshalb schon seit meiner Kindheit. Es war spannend, eine Figur, deren Geschichte mir durch meine Heimat schon lange vertraut ist, auf diese Weise neu kennenzulernen, als jungen Mann, der sich in einer gefährlichen Zeit behaupten muss und erst nach und nach in seine spätere Rolle hineinwächst.
Mein Fazit
Claudius Crönert verbindet historische Ereignisse mit einer spannenden Romanhandlung und vermittelt gleichzeitig ein Gefühl dafür, wie unsicher und gefährlich das Leben im 8. Jahrhundert gewesen sein muss.
Für mich war die Story mehr als nur ein historischer Roman über Widukind und die Zeit Karls des Großen. Es war auch eine interessante neue Begegnung mit einer historischen Figur, deren Name und Geschichte mir durch meine eigene Verbindung zu dieser Region schon lange bekannt sind.
Wer historische Romane mag und sich für die Saxonen, Widukind und die Zeit Karls des Großen interessiert, findet mit „Axt & Krone“ einen gelungenen Auftakt zu einer neuen Saga.
Details: 368 Seiten | Independently published | ISBN: 979-188945756
Bewertung: ⭐⭐⭐⭐⭐ (5/5 Sterne)

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