Klappentext: Mehr als vierzig Meter unter grönländischem Eis liegt die ehemalige US-Station Camp Century begraben. Hier sind große Mengen kontaminiertes Material und Diesel aus der Zeit des Kalten Krieges eingeschlossen – eine tickende Zeitbombe angesichts der abtauenden Eismassen. Als ausgerechnet hier eine Forschungsexpedition spurlos verschwindet, begibt sich Sonderermittler John Kaunak auf die Suche. Mit seinem Team arbeitet er sich tief in die weiße Wüste vor, wo er feststellen muss, dass die Station alles andere als verlassen ist. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.
Mein erstes Buch von Roland Muller und damit ist Eisfalle auch mein Einstieg in die Grönland-Reihe des Autors. Aber auch ohne Vorkenntnisse aus dem Vorgängerband fand ich problemlos Zugang zur Geschichte. Die eisige Atmosphäre wirkt sofort, Camp Century, diese unter dem großen Gletscher verborgene US-Station mit ihren Altlasten, hat mich schon beim Lesen des Klappentexts fasziniert.
In diesem Buch verbindet Muller aktuelle Themen wie Klimawandel und Umweltproblematik mit klassischen Spannungselementen. Mir gefällt besonders die Kombination aus Thriller und brisantem Zeitgeschehen, denn hier ist die Gefahr nicht nur menschlich, sondern steckt auch in der schmelzenden Umwelt und leider ist dieses Szenario realer als uns allen lieb sein kann. Viele Orte und zahlreiche Figuren tauchen auf, stellenweise wird es komplex, doch die Handlung bleibt verständlich und der rote Faden reißt nicht ab.
Die Hauptfigur John Kaunak war mir sofort sympathisch, schon auf den ersten Seiten mochte ich ihn sehr wer einen gut bezahlten Job aufgibt um eine neugegründete Organisation zu leiten, die Spezialabteilung zur Abwehr von Umweltgefahren, eine Abteilung die sich in einer Grauzone bewegt denn eigentlich unterliegen diese Aufgaben der dänischen Regierung, den muss man einfach mögen. Johns Team ist klein und das gibt dem Autor die Gelegenheit die einzelnen Personen namentlich kurz vorzustellen bevor sie zu ihrem ersten Auftrag aufbrechen müssen. Ein Expeditionsteam das die Stelle sucht an der besonders, hohe Temperaturen gemessen wurden, ist verschwunden und das sich in der Nähe befindliche Camp Century eine vor Jahren aufgegebene US-Station, ist alles andere als verlassen.
Für mich überzeugt "Eisfalle" vor allem als atmosphärischer, informativer Thriller, der zugänglich bleibt, auch wenn man neu in die Reihe einsteigt. Die Spannung hält bis zum Schluss, und die Verknüpfung von Fakten mit fiktiver Handlung macht das Buch besonders lesenswert. Wer Interesse an besonderen Schauplätzen und aktuellen Themen hat, wird hier bestens unterhalten. Und vielleicht ist es gerade diese Art von Literatur, die so manchem die Augen öffnet für die Problematik unserer Zeit.

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