Bisher kannte ich nur die historischen Romane des in Berlin lebenden Autors Claudius Crönert, das er auch Krimis schreibt habe ich zugegebener Maßen nur am Rande mitbekommen. Um so gespannter war ich nun natürlich auf dieses Buch.
Larissa hat sich vom Kommissariat für Sexualdelikte („Sitte“) ins Drogendezernat versetzen lassen, weil sie die schrecklichen Verbrechen rund um Menschenhandel, Vergewaltigung, Prostitution und Kindesmissbrauch nicht mehr aus dem Kopf bekommen hat. Die Fälle haben sie auch nach Dienstschluss verfolgt und emotional sehr belastet. Sie erhoffte sich durch den Wechsel etwas Distanz zu dieser Art von Leid. Die Stellenanzeige für das Drogendezernat "Bewerbungen von Kolleginnen sind uns besonders Willkommen" entpuppt sich aber schnell als Hohn. Larissa ist alles andere als Willkommen, ihre Kollegen Peter Bendix,Andy Morowitz,Heiner Wollmann und Gerd Klamroth zeigen ihr mehr als nur die kalte Schulter. Als es bei einem Einsatz zu dem Larissa zum "Wacheschieben" mitgenommen wurde zu einem tödlichen Schuss kommt, verhalten sich die Kollegen noch seltsamer als sonst und am Abend wollen eben diese Kollegen sie zur Befragung abholen. Larissa flieht, denn sie ahnt das ihr eine böse Falle gestellt wurde.
Larissa war mir von Beginn an sympathisch, das lag zu großen Teilen daran wie sie mit ihrem kleinen Sohn umging, trotz aller Müdigkeit war sie sehr geduldig, sie versucht alles um den Stress ihres Berufs nicht mit nach Hause zu bringen und so sympathisch sie mir war, so unsympathisch waren ihre Kollegen, die ihr von Beginn an das Leben schwer machten, so wunderte es mich nicht das sie vor ihnen flieht und versucht herauszufinden was das alles zu bedeuten hat,dazu muss sie die Frau des Getöteten finden.
Der Schreibstil Crönerts ist, wie ich ihn bereits aus seinen historischen Romanen kenne, sehr angenehm und perfekt dem Krimi Genre angepasst. Die Handlung zieht sich zu keiner Zeit, die Spannung bleibt bis zum Schluss auf einem konstant hohen Level. Besonders gefallen hat mir die sorgfältig konstruierte Krimihandlung, die mit der mysteriösen Befragungssituation beginnt und sich zu einem verzweigten Netz aus Verrat, Misstrauen und Machtspielen innerhalb des Drogendezernats entwickelt. Larissas verzweifelter Versuch, die Hintergründe des tödlichen Schusses zu klären und die Frau des Opfers zu finden, treibt die Geschichte voran und zeigt, wie sehr sie sich in einem feindseligen Umfeld behaupten muss. Crönert verwebt geschickt die Polizeiarbeit mit psychologischen Spannungen und macht die Auswirkungen von Kriminalität und Korruption greifbar, ohne dabei die emotionalen Konflikte und die menschliche Seite von Larissa aus den Augen zu verlieren.

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