Sonntag, 20. Juli 2025

Lindis und der verschwundene Honigtopf : (Die merkwürdigen Fälle von Lindis, dem Keltenjungen 1) von Viola Eigenbrodt


Bendix, der Häuptling des Keltendorfs Taigh, ist außer sich: Jemand hat seinen Honigtopf gestohlen! War der Dieb hinter der wertvollen Amphore her oder hinter deren speziellem Inhalt? Für Lindis, den Ziehsohn der Dorfdruidin Kundra und dessen Freunde Finn und Veda ist klar: Der Dieb kann nur einer der fahrenden Händler gewesen sein, die vor kurzem im Haus des Häuptlings waren. Da müssen sie den Honigtopf mitgenommen haben. Sind sie am Ende auch für das rätselhafte Verschwinden einer jungen Dorfbewohnerin verantwortlich? Unter dem Vorwand, fischen gehen zu wollen, machen sich die drei Jugendlichen heimlich auf die Suche nach den Händlern und kommen dabei einem großen Geheimnis auf die Spur.


Ein Kinderbuch im Bücherhaus – das ist eher selten. Doch dieses hier spielt im Hecken- und Strohgäu, einer Gegend, die nicht allzu weit von meinem Wohnort entfernt liegt, zur Zeit der Kelten, etwa 30–40 Jahre vor Christus. Und es ist ein Krimi. Das sind gleich drei Gründe, die für das Buch sprechen. Ein weiterer: Ich kenne die Krimis der Autorin und war neugierig, ob sie auch für Kinder schreiben kann.

Eins vorweg: Sie kann.

Wir lernen die Kinder Lindis, Finn und Veda kennen. Sie leben im Dorf Taigh, nahe eines römischen Militärlagers. Veda ist die Tochter des Keltenhäuptlings Bendix, Finn der Sohn des Dorfschmieds, und Lindis, unsere Hauptfigur, ist der Ziehsohn der Druidin Kundra. Die drei sind unzertrennlich. Als der größte Schatz von Bendix, ein besonderer Honigtopf, gestohlen wird, beschließen sie, den Dieb zu finden.

Viola Eigenbrodt schildert das Leben in der keltischen Siedlung detailreich, aber dennoch gut verständlich. Junge Leser:innen können nicht nur miträtseln, sondern erfahren ganz nebenbei viel über das Alltagsleben, die Bräuche und die sozialen Strukturen der damaligen Zeit. Die unterschiedlichen Hintergründe der drei Kinder machen das Ermittlerteam abwechslungsreich und glaubwürdig – jede Figur bringt eigene Stärken und Perspektiven mit ein.

Die Spannung wird altersgerecht aufgebaut, der Kriminalfall wird konsequent aus Kindersicht erzählt, genau richtig für die Zielgruppe. Es gelingt der Autorin, historische Fakten flüssig und fast spielerisch in die Handlung einbringen, etwa, wenn Werkzeuge, Rituale oder die Rolle der Druiden zur Sprache kommen, ohne dabei belehrend zu wirken.
Der Schreibstil hat mir besonders gut gefallen. Meiner Meinung nach ist er genau richtig für die Zielgruppe: klar und gut verständlich, aber keineswegs schlicht oder oberflächlich. Viola Eigenbrodt schreibt so, dass man gut folgen kann, ohne dass es langweilig wird. Ihre Sprache ist lebendig, mit feinen Beobachtungen und stimmigen Dialogen. Ich hatte den Eindruck, dass sie ihre jungen Leser:innen ernst nimmt – und das merkt man jeder Seite an.

Ein historischer Kinderkrimi, der sowohl unterhält, als auch Wissen vermittelt, ein echter Glücksfall für junge Krimifans und alle, die ein originelles Kinderbuch suchen.



  • ASIN ‏ : ‎ B0FGDMS543
  • Herausgeber ‏ : ‎ Independently published
  • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 1. Juli 2025
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe ‏ : ‎ 130 Seiten
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 979-8290451268
  • Lesealter ‏ : ‎ 10–14 Jahre

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