Ernie, das schwarze Schaf der Cunningham-Familie, steht im Zentrum dieser interessanten Geschichte. Seit er seinen Bruder Michael ins Gefängnis gebracht hat, ist die Atmosphäre bei Familientreffen alles andere als herzlich, so das er sich meist vor einem Zusammentreffen drückt. Doch diesmal kann er sich nicht vor der Zusammenkunft drücken, denn Michael wird aus der Haft entlassen. Das ohnehin frostige Klima wird noch eisiger, als am Vorabend von Michaels Ankunft eine Leiche entdeckt wird. Ernie entschließt sich, eigene Ermittlungen aufzunehmen, da die behördlichen Ermittler das Resort nicht erreichen können, das allerdings gestaltet sich schwierig, da in dieser Familie fast jeder eine düstere Vergangenheit hat, die buchstäblich Leichen im Keller.
Der Roman beginnt mit den »10 Geboten des Detektivromans« von Ronald Knox aus dem Jahr 1929, an die sich Ernie, der gleichzeitig Erzähler ist, halten will. Ernie ist kein gewöhnlicher Erzähler. Bereits zu Beginn erfahren wir, auf welchen Seiten ein Mord geschieht, und er verspricht, immer die Wahrheit zu erzählen. Dieser unkonventionelle Ansatz sorgt für eine besondere Dynamik in der Erzählung.
Die Handlung, die sich in einem eingeschneiten Hotel abspielt, fesselt von Anfang an. Die begrenzte Anzahl an Verdächtigen aufgrund der isolierten Lage des Resorts erhöht die Spannung, während Benjamin Stevenson geschickt die klassischen Elemente des Kriminalromans nutzt, um die Leserinnen und Leser miträtseln zu lassen. Jeder könnte der Täter sein, und der Autor überrascht uns mit einigen unerwarteten Wendungen.
Allerdings muss ich anmerken, dass der Schreibstil auf Dauer etwas ermüdend sein kann. Der Humor wirkt mitunter etwas zu gewollt und dies könnte für manche Leserinnen und Leser etwas zu viel des Guten sein. Dennoch hat mir der Ausflug nach Australien zur mörderischen Familie Cunningham insgesamt gut gefallen.
»Die mörderischen Cunninghams« von Benjamin Stevenson ist ein gelungener Krimi, der mit ungewöhnlichen Erzählelementen und einer spannenden Handlung überzeugt. Für Fans des Genres bietet dieser Roman eine fesselnde Leseerfahrung, die trotz einiger kleiner durchaus empfehlenswert ist.
Verlag:: List Hardcover
Seitenzahl 384
Originaltitel: Everyone in My Family Has Killed Someone
Übersetzt von: Robert Brack
Sprache:Deutsch
ISBN:978-3-471-36057-6

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