Sonntag, 7. Mai 2023

Acht Wochen Dunkelheit: Eine Anthologie

 


Klappentext:Jahre nach der überstandenen Zombieapokalypse entdecken Aufräumtrupps unglaubliches: handschriftliche Notizen, Tagebücher, Zeitzeugenberichte! Die Forscher können ihr Glück kaum fassen, denn niemand will sich an diese Zeit erinnern. Beim näheren Betrachten der Fundstücke wird schnell klar, dass es Berichte über den härtesten Winter aller Zeiten sind. Die Hälfte der Überlebenden, die die Zombies nicht umgebracht hatten, sind in diesem Zeitraum gestorben. Diese Epoche wird auch als „Acht Wochen Dunkelheit“ bezeichnet. Und das sind die einzigen Aufzeichnungen darüber. *präsentiert von Chefzombieistin Juliane Schiesel.

Meinen ersten Zombiefilm habe ich verbotenerweise mit ungefähr 15 Jahren in dem kleinen, heruntergekommen Kino unserer Stadt gesehen, ich erinnere mich nicht mehr an den Film, nur noch daran, dass es eine Kontrolle gab, an der uns der Kinobetreiber vorbeischleuste. Jede verkaufte Eintrittskarte zählte fürs Überleben des Kinos. 

 Im Gegensatz zu diesem Kino hat das Genre überlebt und ich liebe es. Längst sind Zombies nicht mehr nur die schlurfenden, hirnfressenden Leichen, in manchen Storys entwickeln sie sogar etwas wie Intelligenz. Vor allem steht in modernen Zombiegeschichten längst nicht mehr nur der Splatter im Vordergrund, ein gutes Beispiel dafür ist die vorliegende Anthologie. 

ACHT WOCHEN DUNKELHEIT


Der Aufbau des Buches ist ungewöhnlich, diverse Autorinnen und Autoren haben gemeinsam ein Tagebuch geschrieben, in dem die Geschichten der Menschen in einem der härtesten Winter während der Apokalypse dokumentiert wurden. Die Vorräte gehen zur Neige, sowohl Lebensmittel als auch Medikamente und Munition werden knapp, alles was den Menschen bleibt, die der Zusammenhalt innerhalb der Kolonie, aber auch dieser bröckelt, je mehr Zeit vergeht. 

Einer der Berichterstatter ist Johannes, sein Status ist unbekannt, doch seine Zeilen stehen am Beginn jedes neuen Tagebucheintrags und mit ihm beginnt auch das Buch, am 23.12. schreibt er über die aussichtslose Situation, in der sie sich befinden, aber auch das Aufgeben, keine Option ist.

Nach und nach aber ändert sich die Lage, die Menschen hungern und wer hungert, verliert die Nerven, Angst macht die Menschen aggressiv und so geschieht es, dass die Überlebenden nicht nur Zombies töten, sondern sich auch gegenseitig umbringen, manchmal unbeabsichtigt, denn völlig entkräftete Menschen im Schneegestöber sind kaum von Zombies zu unterscheiden, manchmal um sich gegen andere Überlebende zu verteidigen, die die Kolonie angreifen.

Die Tagebucheinträge spiegeln die Gemütslage der verschiedenen Verfasser und Verfasserinnen wider, man spürt die Not und die Angst und bei so manchem auch die schwindende Menschlichkeit, die sie kaum noch von den Zombies unterscheidet und nicht nur die Menschlichkeit schwindet, auch der Verstand des einen oder anderen Überlebenden leidet, was das Überleben aller in der Kolonie gefährdet.

Nicht jede Story konnte mich zu 100 % überzeugen, aber es wäre auch utopisch zu hoffen, dass alles meinen Geschmack trifft, aber bei denen, die mir nicht ganz so gefielen, lag es an Kleinigkeiten, nichts, was mich bis zur nächsten Story vorblättern ließ.
Die gesamte Anthologie hat mich überzeugt und so vergebe ich eine absolute Leseempfehlung.

Obwohl, eines muss ich doch kritisieren, aber das ist Meckern auf ganz hohem Niveau, ich hätte gern noch etwas mehr über die Zeit nach der Apokalypse erfahren, über die Forscher, die das Tagebuch gefunden haben usw., aber wer weiß, vielleicht erfreut uns der Verlag mit einer weiteren Anthologie. 

  • Herausgeber ‏ : ‎ Alea Libris Verlag; 1. Edition (23. September 2022)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Broschiert ‏ : ‎ 300 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3945814952
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3945814956

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