Also die Heike eigentlich nicht, aber da wir häufiger als als 2blogs1buch zusammen arbeiten, haben wir uns im Rahmen der OBM2021 dazu entschieden uns gegenseitig vorzustellen.
Heike von Frau Goethe liest, habe ich bei einem gemeinsamen Buchprojekt einer Literaturagentur kennengelernt, damals lebte sie noch in Mexiko und trotzdem funktionierte unsere Zusammenarbeit hervorragend. Aus dieser Zusammenarbeit ist ein reger Kontakt entstanden und wir haben uns nach Heikes Rückkehr nach Deutschland auch schon das eine oder andere Mal auf Buchmessen getroffen.
Heike ist sehr hilfsbereit und hat mir schon über so manche technische Hürde hinweggeholfen, obwohl ich sie so manches Mal bestimmt zur Verzweiflung getrieben habe. Hey ich brauche halt klare Anweisung und manchmal auch mehr als einmal. Aber Heike ist ein sehr geduldiger Mensch und so kamen wir immer auf einen gemeinsamen Nenner.
Sie hat schon für einige Verlage als Pressereferentin gearbeitet und ist dementsprechend strukturiert, wir ergänzen uns ganz gut, denn Struktur fehlt mir völlig. Außerdem macht sie eine Ausbildung als Hörbuchsprecherin, ich bin gespannt welche Werke mit ihrer Hilfe vertont werden und vor allem welche Projekte sie danach in Angriff nimmt, denn Stillstand ist nicht ihr Ding.
Mittlerweile arbeitet sie in der Hamburger Speicherstadt und wenn sie aus dem Fenster sieht, sieht sie das:
Eine große Liebe in ihrem Leben ist Scott, sie verfiel ihm schon in Mexiko und da diese Liebe gegenseitig ist, hat er sich entschlossen sein bisheriges Leben aufzugeben und mit ihr nach Deutschland zu gehen.
Und natürlich haben wir uns Fragen gefragt, wie man das eben so macht mit Fragen.
Hast du schon einmal ein Geschenk für jemanden
gekauft, weil du es unbedingt selbst lesen wolltest?
Ein Buch noch nicht, aber ich habe jemanden
mal eine Karte für eine Lesung geschenkt, weil sie auf seinen Geburtstag fiel
und wir nur zu zweit Essen gehen wollten. Das kann man vor oder nach einer
Lesung ja noch genauso gut. War doch trotzdem ein schöner Geburtstag, oder?
·
Hast du schon einmal eine Ausrede benutzt, um
statt auf eine Veranstaltung/Feier zu gehen, lieber zu lesen?
Eine Ausrede habe ich noch nicht benutzt,
aber ich habe mich mal gründlich in der Zeit vertan, weil der Roman so spannend
war. Da bin ich dann über eine Stunde zu spät zu einem Geburtstag gekommen. Zum
Glück hat niemand gefragt.
·
Welchen Fetisch hast du im Zusammenhang mit
Büchern?
Bücher müssen bei mir nach dem Lesen noch genauso
aussehen wie davor. Knicke im Buchrücken sind Blasphemie. Oder Eselsohren! Wer
markiert sich so seinen Lesestatus?! Da hat man doch irgendwas anderes zur
Hand, was man zwischen die Seiten legen kann. Allerdings habe ich da mal was
erlebt. Vor einigen Jahren habe ich fast mal in der S-Bahn eine Leserin darauf
hingewiesen, dass diese Behandlung wohl kein Buch verdient habe. Sie hatte
diese dreieckigen Sandwiches mit Mayonäsefüllung gerade abgebissen als ihr
Telefon klingelte. Was macht sie? Sie benutzt das fettige Ding als Lesezeichen,
quatscht ellenlang und der Rand unterm Brot wurde immer intensiver. Ich konnte nicht
wegsehen und bekam Schnappatmung. Wäre ich nicht so mit atmen beschäftigt
gewesen, hätte ich ihr das arme Buch sicher entrissen.
·
Was hältst du von Mitmachbüchern? Du weißt
schon, reinmalen, zerschneiden, mit dem Auto überfahren, usw.
Dementsprechend muss ich auch das Genre
Mitmachbücher differenzieren. Malbücher kann ich gerade eben noch akzeptieren. Da
soll man ja offensichtlich mit Farbe rummalen. Wenn man das ordentlich macht,
ist das kein Problem. Übern Rand malen sieht ja nicht so schön aus. Aber mit
der Schere verletze ich keine Bücher.
·
Hast du mal ein Buchgeschenk erhalten, das du
ungelesen weggeben hast?
Nicht mal weggeben, sondern direkt in die
Grüne Tonne (in Niedersachsen war die für Papier). Ein fieser flüchtiger
Bekannter ließ mir damals ein Buch zuschicken, das in meinen Augen nicht zu mir
passte. Wieso ich weiß, dass er es war? Na, die Buchhändlerin konnte ihn
beschreiben, als ich das Buch umtauschen wollte. Sie lehnte meinen Wunsch
übrigens ab, weil „sowas kauft hier keiner“. Ja, das liest bei mir auch keiner.
·
Hast du mal ein Buch gekauft, es hat dir nicht
gefallen und du hast es dann im Laden umgetauscht?
Nein, noch nie. Bücher sind ja schließlich
keine Jacken, mit denen man zum Schulabschlussball geht, vorsichtshalber den
Zettel nicht abschneidet und hinterher lieber eine andere Farbe trägt. Nicht,
dass so etwas je irgendwo vorgekommen wäre. Bei Büchern bin ich großzügig und
stelle sie anderen Lesern zur Verfügung.
·
Kaufst du Bücher blind und aufgrund von
Rezensionen?
Buchkäufe sind bei mir heilige, fast schon
rituelle Handlungen. Die kaufe ich nicht einfach so. Ich schlendere durch die
Buchhandlung und lasse mich inspirieren. Wenn mich ein Buch – oder mehrere Bücher
– ansprechen fängt das Zeremoniell an. Ich trage alle zu einer Leseecke und
blättere vorsichtig darin herum. Ich lese etwas aus den ersten 20 Seiten, ein
bisschen aus der Mitte und überlege, ob ich das Ende wissen möchte. Dann gucke
ich im Internet, ob es ein einzelnes Buch ist, oder zu einer Reihe gehört. Falls
ja, kommt es auf den Vielleicht-Stapel, falls Band 1 auch vorrätig ist. Falls nein,
gucke ich, wie viele Seiten es hat und überlege, ob ich zu dem Thema schon viel
gelesen habe. Nein? Super! Ja? Macht nix. Um die Frage zu beantworten: Nein,
ich kaufe nach Thema und ansprechendem Cover. Lieblingsautoren sind davon
ausgeschlossen. Die lese ich sowieso, selbst wenn ich beides nicht kenne.
Vielen lieben Dank, Heike, für deine Zeit und die ehrlichen Antworten.
Die gleichen Fragen habe natürlich auch ich ihr beantwortet, bzw. wir beiden haben ein gemeinsames Interview gegeben, das ihr auf You Tube hören könnt.