Kent Nerburn wird eines Tages von einer jungen Frau angerufen, die ihn bittet, ihren Großvater in einem weit entfernten Reservat aufzusuchen.Nerburn erfüllt ihren Wunsch und trifft Dan, einen uralten Lakota-Indianer, der über viele Jahre hinweg Aufzeichnungen gemacht hat, aus denen – mit Nerburns Hilfe – ein Buch entstehen soll.
Dan jedoch erkennt in Nerburns Text nicht mehr wieder, was er sagen will und worum es ihm eigentlich geht. Die beiden geraten fortwährend in Streit über die Unterschiede zwischen weißen Amerikanern und Native Americans – es entspinnt sich ein sehr persönlicher Austausch, unterhaltsam und voller Ironie.
Nerburn soll auf Bitten des Lakota-Indianers Dan aus dessen Aufzeichnungen ein Buch schreiben, doch Dan ist mit dem was Nerburn schreibt, nicht einverstanden und so streiten sich die beiden Männer und Nerburn gibt das Projekt beinahe auf. Doch nur beinahe, sonst hätten wir jetzt nicht das Buch über eine Reise durch das Land. Ein Roadtrip der besonderen Art.
Kent Nerburn lernt auf dieser Reise mehr über die Geschichte der Native Americans als er sich je zu erhoffen wagte und fast mehr als er ertragen kann. Anders kann ich mir seine andauernden Entschuldigungen für das Leid, das den Native Americans (im Buch wird noch häufig der Begriff Indianer verwendet) angetan wurde, nicht erklären. Es scheint fast so, als fühlte sich Nerburn persönlich für verantwortlich für die Verbrechen an den Indianern.
Ich bin der festen Überzeugung, dass die Geschichte aller Völker, egal wo auf dieser Welt, die verfolgt, versklavt und ermordet wurden, niemals in Vergessenheit geraten darf und dass jeder Mensch die Pflicht hat, sich nach seinen Möglichkeiten gegen Rassismus und Ausgrenzungen jedweder Art entgegenzustellen. Aber ich glaube nicht an eine Art Erbschuld, die jedem Weißen Rassismus unterstellt, nur, weil er weiß ist.
Zitat:("„Ich habe noch nie einen Indianer getroffen, der nicht tiefe Trauer und Zorn über das empfunden hätte, was seinem Volk widerfahren ist, und ich bin auch noch nie einem ehrlichen und sensiblen Amerikaner nicht-indigener Herkunft begegnet, der in seinem tiefsten Innern nicht ein schlechtes Gewissen gehabt hätte“.")
Lässt man all die Schuldzuweisungen, und vor allem das schlechte Gewissen des Autors und die verständliche Wut und Trauer Dans kurz außen vor, bleibt für mich die Erkenntnis, dass die Menschheit die Vergangenheit nicht ungeschehen machen kann, aber dass wir gemeinsam daran arbeiten sollten, alle Menschen, egal welcher Herkunft, Geschlecht oder Religion gleichzubehandeln und allen die gleichen Möglichkeiten zu bieten. Wunschdenken Ich weiß, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Und das beinhaltet meiner Meinung nach auch dieses Buch. Die gemeinsame Aufarbeitung der Geschichte, ist ein Weg die Wunden der Vergangenheit zu heilen.
- Herausgeber : dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG; 1. Edition (16. November 2022)
- Sprache : Deutsch
- Taschenbuch : 352 Seiten
- ISBN-10 : 3423148403
- ISBN-13 : 978-3423148405
- Originaltitel : Neither Wolf Nor Dog

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