Berlin 1940: Alliierte Luftangriffe treffen die Reichshauptstadt, es herrscht Verdunkelung bis zum Morgengrauen. Die Männer sind an der Front, während die Frauen die Betriebe am Laufen halten, oft bis spät in die Nacht. Doch ihr Weg nach Hause wird zur Gefahr: in den dunklen S-Bahnzügen Berlins treibt ein Serienmörder sein Unwesen. Um dem Täter auf die Spur zu kommen, setzt die Polizei auf die Abteilung der weiblichen Kriminalpolizei. Kriminalassistentin Luise Adler soll den attraktiven Lockvogel spielen, doch kommt man bei den Ermittlungen nicht wie gewünscht voran. Fadenscheinig wittert der politische Apparat einen Komplott von Staatsfeinden und schnell wird klar: Es geht nicht mehr um den Fall, sondern um planmäßige Demütigung und Vernichtung all derer, die nicht ins Weltbild der Nationalsozialisten passen.
- Krimis, die kurz nach dem 2. Weltkrieg spielen, gibt es viele, Krimis, deren Handlung mitten drin angesiedelt ist, sind mir bisher wenige untergekommen. Umso gespannter war ich auf
Adler, weiblichen Kriminalpolizei, Berlin.
Die Straßen in Berlin sind dunkel im Jahr 1940, die Alliierten sollen ihre Ziele zum Bombardieren in der Nacht nicht ohne weiteres finden, was den Alliierten das Leben schwer macht, erleichtert einem Serienvergewaltiger sein grausames Tun.
Als es ein erstes Todesopfer gibt, gründen Kriminalrat Lüdke und Grete Hartmann, Leiterin der weiblichen Kriminalpolizei, die Sonderkommission Quadriga.
Die junge Kriminalassistentin Luise Adler wird als Lockvogel eingesetzt und um ihr die Aufgabe schmackhaft zu machen, bekommt sie im Gegenzug die Beförderung zur Kommissarin.
Gemeinsam mit der Sicherheitspolizei will man dem Vergewaltiger und Mörder auf die Spur kommen, doch während die Kriminalpolizei in alle Richtungen ermittelt, wie es so schön heißt, hat sich die Sicherheitspolizei unter der Leitung von Kurt Eugen Görnitz schon längst darauf eingeschossen, dass es sich bei dem Täter um einen Staatsfeind handeln muss und agiert dementsprechend.
Neben der verzweifelten Suche nach dem Täter, lenkt der Autor den Blick der Leserinnen und Lesern auf das, was während der NS-Zeit noch an Grausamkeiten geschah, die Zustände im Kinderheim "Knabenrettungsheim", die jedem, der sich auch nur einen Hauch von Menschlichkeit bewahrt hat, den Magen umdrehen, sind ebenso Thema wie geplante Anschläge auf das Regime. Immer wieder sind Zitate von Himmler, Goebbels oder Hitlers eingestreut, die zum Inhalt passen und das menschenverachtende Gedankengut der damaligen Machthaber widerspiegelt.
Ich mochte an dem Buch, dass der Autor Stephan Weichert augenscheinlich gut recherchiert hat, er hat Fiktion und Wirklichkeit gut miteinander verwoben. Nicht so gut gefallen hat mir, dass die Hauptprotagonistin und ihr Kollege Zach ihre privaten und beruflichen Probleme mit Drogen und Alkohol bekämpfen.
Der Auftakt der Reihe spiegelt die Zeit, in der sie spielt, gut wider, der Autor lässt seine Leserinnen und Leser einen Blick zurück werfen in die Abgründe der NS-Diktatur, aber natürlich auch in die Anfänge der Gleichberechtigung von Frauen im Polizeiapparat, auch wenn es bis dahin noch ein weiter Weg ist. Ich bin gespannt, wie die Reihe weitergeht.
- Herausgeber : edition krimi; 1. Edition (19. September 2022)
- Sprache : Deutsch
- Taschenbuch : 330 Seiten
- ISBN-10 : 3948972877
- ISBN-13 : 978-3948972875

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