Freitag, 22. April 2022

Sturmopfer: Ein Boot. Drei Vermisste. Eine fatale Entscheidung Sam Lloyd

 


Ein Haus auf den Klippen an der Südwestküste Englands. Auf Mortis Point, hoch über dem sturmumtosten Atlantik, leben Lucy und Daniel mit ihren beiden Kindern. Von den Gezeiten bestimmt, führen sie ein beschauliches Leben – bis zu dem Tag, der alles verändert. Daniels Segelboot wird herrenlos auf See gefunden, kurz nachdem ein Notruf abgesetzt wurde. Von Lucys Mann jedoch fehlt jede Spur. Als Lucy erfährt, dass auch ihre Kinder verschwunden sind, gerät ihr Leben endgültig aus den Fugen. Offenbar befanden Billie und Fin sich ebenfalls an Bord des Bootes. An einen erweiterten Suizid, wie Detective Abraham Rose ihn vermutet, will Lucy nicht glauben. Während sich über dem Meer ein Jahrhundertsturm zusammenbraut, der die Suche nach den Vermissten erschwert, versuchen Lucy und Abraham fieberhaft herauszufinden, was wirklich an Bord geschah. Als sie der Wahrheit näher kommen, wird Lucy klar, dass der eigentliche Albtraum gerade erst begonnen hat 

Als Daniels Segelboot führerlos auf dem Meer gefunden wird, glaubt Lucy zunächst, es wäre gestohlen worden doch ein kurz zuvor abgesetzter Notruf zeigt, dass Daniel an Bord gewesen sein muss und schlimmer noch, er hatte die Kinder Billie und Finn dabei. Damit gerät Lucys Leben vollkommen aus den Fugen und sie muss sich fragen, ob ihr bisheriges beschauliches Leben mit ihrer Familie auf Mortis Point nur eine Lüge war. Der ermittelnde Detekiv Rose glaubt an einen erweiterten Suizid, doch Lucy setzt alles daran, die Wahrheit aufzudecken und ihre Familie zu finden.

Spannend von der ersten bis zur letzten Seite, damit ist eigentlich schon alles gesagt. Sturmopfer war mein erstes Buch des Autors Sam Lloyd aber sicher nicht das letzte.
Der Autor hat es geschafft mich von der ersten Seite an in den Bann zu ziehen, die Story beginnt mit einem Brief.

"Das hier ist einer der Briefe, den du nie lesen wirst..." 

Natürlich denkt man vielleicht, dass diese Zeilen nur von David geschrieben sein können, der vielleicht unter psychischen Problemen litt oder mit der finanziellen Situation nicht mehr zu Recht kam und Lucy damit Leid ersparen wollte? Es darf also gleich ab der ersten Seite spekuliert werden, das macht neugierig auf das, was wirklich geschah und natürlich wollte ich immer wissen, ob meine Vermutungen zutreffen.
Nach und nach enthüllt sich auch die Vergangenheit und auch das ist wieder ein Aspekt, den ich in Büchern sehr mag, wenn Geheimnisse nach und nach gelüftet werden und sich zeigt, dass alles, was wir früher vielleicht getan haben, Einfluss auf unser Leben nehmen kann. 


Die Protagonisten sind vielschichtig, bei Lucy war ich mir nicht immer sicher, ob ich sie mag, zu beherrscht schien sie mir manchmal, allerdings braucht sie diese Stärke auch um ihre Familie zu retten.
Der interessanteste Charakter allerdings ist Detektiv Abraham Rose, ein zutiefst gläubiger Mensch, der zudem noch krankheitsbedingt unter starken Schmerzen leidet, handelt immer besonnen und wägt jeden Schritt sorgfältig ab, er versucht immer unnötiges zu vermeiden, keine Zeit zu verschwenden, von der er nicht weiß, ob sie ihm noch reichen wird.

Sturmopfer ist ein nicht ganz einfacher Krimi, der Autor nimmt uns mit in die menschliche Psyche, ohne es dabei an Action mangeln zu lassen.


  • Herausgeber ‏ : ‎ Rowohlt Taschenbuch; 1. Edition (12. April 2022)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Broschiert ‏ : ‎ 448 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 349900822X
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3499008221
  • Originaltitel ‏ : ‎ The Rising Tide
  • Übersetzerin: Katharina Naumann


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