Freitag, 16. September 2011

Herr aller Dinge von Andreas Eschbach


    Herr aller Dinge von Andreas Eschbach
  • Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Hardcover)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3785724292
  • ISBN-13: 978-3785724293
  • http://www.luebbe.de/Buecher/Belletristik/Details/Id/978-3-7857-2429-3

Klappentext:
Als Kinder begegnen sie sich zum ersten Mal: Charlotte, die Tochter des französischen Botschafters, und Hiroshi, der Sohn einer Hausangestellten. Von Anfang an steht der soziale Unterschied spürbar zwischen ihnen. Doch Hiroshi hat eine Idee. Eine Idee, wie er den Unterschied zwischen Arm und Reich aus der Welt schaffen könnte. Um Charlottes Liebe zu gewinnen, tritt er an, seine Idee in die Tat umzusetzen – und die Welt damit in einem nie gekannten Ausmaß zu verändern.
Was mit einer bahnbrechenden Erfindung beginnt, führt ihn allerdings bald auf die Spur eines uralten Geheimnisses – und des schrecklichsten aller Verbrechen


Hiroshi, Halbjapaner, Sohn einer Wäscherin wächst in bescheidenen Verhältnissen auf,seine Mutter arbeitet für den französischen Botschafter, in dessen Tochter Charlotte findet der intelligente Junge eine Freundin, eine Freundin die in einer ganz anderen Welt lebt als er, wohlbehütet und im Luxus und die eine besondere Gabe hat. Und dieser Unterschied ist es der Hiroshi auf eine geniale Idee bringt: Alle Menschen sollen gleich sein, jeder soll alles haben was er braucht, niemand soll mehr auf irgendetwas verzichten müssen.und schon als Kind hat er die perfekt Idee dazu und als Erwachsener ist auf dem besten Weg mit genialer Technik, diese Idee in die Tat umzusetzen.Und Charlotte für sich zu gewinnen.

Herr aller Dinge, ist meiner Ansicht nach einer der besten Romane Andreas Eschbachs, durch die Verknüpfung vieler verschiedener Themen spricht er eine breite Leserschicht an,das hat allerdings den kleinen Nachteil, das der flüchtige Leser vielleicht den einen oder anderen wichtigen Zusammenhang überliest, auch mir wurde erst im Dialog mit anderen Lesern bewusst, das so manches kleine Detail am Anfang des Buches extrem wichtig war um die am Ende in sich schlüssige Geschichte zu verstehen, z.b. Charlottes Gabe, von der man am Anfang und zwischendurch etwas hört und deren Wichtigkeit, erst zum Schluss des Buches so richtig zum Vorschein kommt.
Hervorheben möchte ich den wirklich guten Schreibstil, sogar die technischen Details wurden anschaulich und interessant erklärt, so das ich keinen Grund hatte Passagen zu überblättern, das ist etwas das mir bei zu langatmigen Erklärungen, noch dazu auf einem Gebiet von dem ich nicht viel verstehe schon mal passiert.

Mein Fazit: Kein Buch für zwischendurch, aber für alle Leser die sich auf ein Buch einlassen wollen, das Mysteriöses,Umweltprobleme, soziale Unterschiede und Sciencefiction, gekonnt miteinander verbindet ein absolutes Muss.

Mittwoch, 24. August 2011

Das Geheimnis der Totenmagd von Ursula Neeb

Frankfurt im Mittelalter, die Totenwäscherin Katharina entdeckt bei ihrer Arbeit das die Hure Hildegard erwürgt wurde, statt zu den Statdvätern, die schon einen früher von ihr entdeckten Mord nicht verfolgten, berichtet sie ihre Entdeckung an die Bordellchefin, die die Stadtväter unter Androhung das sie verrät wer alles zur Kundschaft der Hure gehörte, dazu bringt wenigstens halbherzig nach dem Mörder zu suchen. Kurz darauf wird eine weitere Leiche gefunden, die einer jungen Patrizierin. Der Totengräber Heinrich Stah, Katharinas Vater wird des Mordes an der jungen Frau verdächtigt,nach einem durch die Folter erpressten Geständnisse wird er hingerichtet.

Katharina, die als Totenwäscherin arbeitet und die Schwester der Toten Anna, freunden sich an und begeben sich gemeinsam auf die Suche nach dem wahren Mörder, dabei stossen sie auf den Geheimbund * Bruderschaft des Todes* einer Art Sekte die den Tod als das einzig erstrebenswerte Ziel im Leben sieht, und Katharina selber gerät in die Fänge des Anführers der Sekte.

Leider ist der Roman sehr vorhersehbar, sehr schnell war mir klar, in welchem Zusammenhang die Morde stehen und wer dafür verantwortlich ist. Der teilweise sehr bemühte Versuch, die Personen in einer authentischen Sprache sprechen zu lassen hat mir nicht ganz so gut gefallen. Das Buch lässt sich nichtsdestotrotz gut lesen, optimal für einen faulen Lesenachmittag, aber wenn man es nach der letzten Seite zuklappt ist es leider auch schnell vergessen.

Der Ruf des weißen Raben von Sanna Seven Dee

ich habe mir viel mehr versprochen


mehr Einblick in die Kultur der Indianer,mehr zum Leben der Indianer.

Leider wurde jede Reise Myras in die Vergangenheit oder Zukunft nur sehr kurz gehalten hier wäre mehr besser gewesen 100 Seiten mehr auf denen ihre Besuche ausführlicher hätten erzählt werden können, hätten dem Buch sehr gut getan. Die handelnden Personen blieben etwas blass ich konnte mich nicht in sie hineinversetzen, bzw. große Sympathien oder Antipathien gegen ihren Widersacher zu entwickeln, aber auch das schreibe ich, für die Fülle der Handlungsstränge, der Kürze des Buches zu, es blieb einfach nicht genügend Platz um Myra und Chad, Heather und Emma so einzuführen wie es ihnen gebührten.

Ein paar Textstellen haben mich sehr gestört, sie passten meiner Meinung nach nicht in einen mystischen Roman *sie schlürften Kaffee und mampften Muffins* überhaupt schien mir der Schreibstil etwas schlicht, ich hatte mir auf Dauer doch mehr und tiefgründigeres erwartet, der Schreibstil hatte allerdings den Vorteil das ich sehr schnell durch war mit dem Buch, dessen Thema mich wirklich brennend interessiert hatte.

Stirb von Hanna Winter

ich habe schon lange kein Buch mehr so schnell durchgelesen, wie dieses.

Hanna Winter schreibt flüssig und versteht es die Spannung bis zum Schluss aufrecht zuerhalten.

Lara, die eigentlich ein Cafe eröffnen wollte wird von einem Serienkiller verfolgt muss diesen Plan allerdings aufgeben und gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter, die nach einem Angriff des Serienkiller traumatisiert die Sprache verlor fliehen.

Auf Rügen bauen sie sich ein neues Leben auf, an der Seite von Frank einem Pensionsbesitzer, beginnen sie den Alptraum der Vergangenheit zu überwinden, doch dann geschehen seltsame Dinge und schnell ist klar: Es ist noch nicht vorbei.

Die Autorin legt gerade gegen Ende einige falsche Spuren so das nie sicher war, wem Lara trauen kann und wem nicht und wie so oft liegt der Schlüssel zum Ganzen in der Vergangenheit.

Ich kann das Buch durchaus empfehlen,auch wenn es nicht ganz so blutig war wie die Leseprobe *versprach*

Raum von Emma Donoghue



Für Jack ist Raum die ganze Welt. Dort essen, spielen und schlafen er und seine Ma. Und dort versteckt sie ihn im Schrank, wenn Old Nick kommt … »Raum« trifft mitten ins Herz und wurde in den USA über Nacht zum Bestseller.


Auch seinen fünften Geburtstag feiert Jack in Raum. Raum hat eine immer verschlossene Tür, ein Oberlicht und ist 12 Quadratmeter groß. Dort lebt der Kleine mit seiner Mutter. Dort wurde er auch geboren. Jack liebt es fernzusehen, denn da sieht er seine »Freunde«, die Cartoonfiguren. Aber er weiß, dass die Dinge hinter der Mattscheibe nicht echt sind – echt sind nur Ma, er und die Dinge in Raum. Bis der Tag kommt, an dem Ma ihm erklärt, dass es doch eine Welt da draußen gibt und dass sie versuchen müssen, aus Raum zu fliehen …



Über den Inhalt des Buch will ich nicht mehr verraten als in der Leseprobe steht. Der 5jährige Jack lebt seiner Geburt, mit seiner Mutter in einem kleinen Raum, der nur das Nötigste enthält, sie leben nach einem geregelten Tagesablauf und eigentlich ist Jack glücklich, er hat seine Ma, seine Freunde im Fernseher, er kann lesen und schreiben, das Einzige was er nicht hat, ist die Freiheit zu gehen wohin er will, aber da er das nicht kennt vermisst er nichts. Für ihn sind nur die Dinge und Menschen im Raum real, alles andere ist nur Fernsehen, nicht echt. So wie auch Old Nick, der regelmäßig kommt den Müll entsorgt, Lebensmittel und manchmal Kleidung und so weiter bringt und wegen dem Jack im Schrank schlafen muss.

Raum ist ein Buch das den Leser bis ins Herz trifft, sobald man sich einlässt auf die Geschichte die durchgehend von dem kleinen Jack erzählt wird, lässt sie einen nicht mehr los, man muss wissen wie es weitergeht und was vorher geschah. Feinfühlich berichtet die Autorin von einer ungewöhnlichen Mutter Kind Beziehung, die die Beiden stark macht um ihr Schicksal gemeinsam zu meistern. Wie ich schon in meinem Leseeindruck schrieb, ist diese Geschichte etwas das jederzeit und überall geschehen kann auch in unserer direkten Nachbarschaft, da bleibt nur zu hoffen, das die wirklich betroffenen nur halb so stark sind wie Jack und Ma.

Ein kurzes Wort zu dem ungewöhnlichen Schreibstil.

*Ich springe auf Stuhlschaukel, damit ich Uhr sehen kann*

Ein wenig hat mich gestört, das die Mutter, die im Rahmen ihrer begrenzten Möglichkeiten viel Wert auf Bildung und Erziehung legt, immerhin kann Jack schon lesen und schreiben, zu lässt das er die Artikel einfach weg lässt, möglich das die Autorin diese Sprachweise genutzt hat um dem Leser noch eindringlicher zu vermitteln, das es sich bei Jack um ein noch sehr kleines Kind handelt, aber das wäre nicht nötig gewesen.

Mein Fazit, ein beeindruckendes Buch, das ich sehr gern gelesen habe und auch gerne weiterempfehle.


  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch (12. November 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492301290
  • ISBN-13: 978-3492301299
  • Originaltitel: Room