Nach der ersten Anthologie »GERMAN KAIJU« und der Novelle »Operation M.E.L.B.A.« nun die zweite Anthologie. Ein bunter Reigen aus alten und neuen Autor:innen hat sich gefunden, ihre Heimatgegend zu zerlegen. Dabei geht es wieder hoch her. Freut euch auf ein Wiedersehen mit all den liebevollen Gestalten der DAMN - Abteilung aus Hamburg. Aber auch viele neue Abteilungen werden hier offenbart.
MONSTER, MYTHEN,MUTATIONEN.
Die Faszination für diese Kreaturen ist wahrscheinlich so alt wie die Menschheit, auf jeden Fall so alt wie die japanische Mythologie. KAIJU ist ein japanischer Begriff, der sich auf fremdartige Kreaturen bezieht, besonders auf Riesenmonster. Und mit dem Wissen ist klar, dass sich jede dieser Kurzgeschichten um Riesenmonster dreht.
Den Beginn macht
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Da ich den vorigen Band nicht kenne, ging ich vollkommen unbedarft an die Story und wurde direkt hineingeworfen in das Geschehen. Eine Riesenechse bedroht die beschauliche Gegend rund um das Mühltal. Iona Deda Agentin des DAMN, unterstützt das Militär beim Kampf gegen die Echse, die als Schmuggelgut mit anderen exotischen Tieren von Thilo Cornelius in einer Höhle versteckt wurde und sich längere Zeit von Chemieabfällen ernährte. Hornplatten und Schuppen schützen das Tier vor allen Waffen, es gibt nur eine ungeschützte Stelle und damit nur eine Möglichkeit, die Echse unschädlich zu machen. Iona holt sich weitere Unterstützung von den Mensons, einem Clan aus Schrotthändlern, Autoschraubern, Wilderern und Waffenschmugglern, die es sich zur Aufgabe gemacht haben als Söldner Monster zu jagen.
Natürliche verrate ich euch keine Einzelheiten, schließlich sollt ihr die Story ja selber lesen. Der Schreibstil des Autors hat mir gut gefallen, gerade bei Kurzgeschichten ist es wichtig, dass die Autoren und Autorinnen es, mit wenigen Worten schaffen, Bilder im Kopf des Lesenden zu erzeugen und das ist Andreas Zwengel wirklich gelungen, ich war am Ende der Geschichte allerdings auch froh, dass dem Buch keine olfaktorischen Proben beiliegen. :o).
Geschichte Nummer 2:
Falsch gemischt ist halb gestorben, das kennt man ja eigentlich aus der Chemie oder der Küche, entweder etwas explodiert oder jemand wird vergiftet. Dass das aber auch für Zaubersprüche gilt, daran hätte ich ja niemals gedacht, im Gegensatz zur Autorin Claudia Rapp, die uns davon erzählt, dass den Kumpel Marvin und Robbi auf einer Convention in Luxemburg ein Buch mit Zaubersprüchen in die Hände fällt. Das, das nicht gutgehen kann, versteht sich ja eigentlich von selbst. Sie beschwören Melusine, die eigentlich nur alle sieben Jahre erscheint und auf Erlösung hofft und was die Blitzbirnen sonst noch anrichten, steht sicher auch im Bericht der Trierer Dienststelle des DAMN. Allerdings haben die beiden Agenten Gert-Jürgen und Ecki auch gemischt, und zwar selbst gebrannten und Kürenzer Krautwickel dabei, wer weiß, was sie berichten, um die Wahrheit zu erfahren, müsst ihr also zum Buch greifen. Es lohnt sich wirklich, aber »Don't read and drink.«
Story Nummer 3 geschrieben von Sarah König gehört zu meinen Lieblingsgeschichten in dieser Anthologie.
1974 während des Neubaus des Münster Allwetterzoos bewundert Dr. Helmut Reichelt, eine geheime Anlag innerhalb des Zoos, die irgendwann Versuch 42 beherbergen soll.
Viel später, so viel später, dass Reichelt mittlerweile verstorben ist, lebt Meggi in einem geheimen Labor unterhalb des Aasees in der Nähe von Münster. Meggi mag Musik, doch das, was die Studierenden, am Ufer des Stausees aufführen, macht irgendwas mit ihr, sodass sie sich einen Weg bahnt und aus ihrem Bassin ausbricht.
Frau Dr. Helene Herzog betreut Meggi, die Biologin hätte nie gedacht, dass sie eines Tages für das DAMN (Deutsches Anti Monster Netzwerk) arbeiten würde und schon gar nicht das sie sich nur um ein Tier kümmern müsste. Um ein 30 Meter langes Megalodon Weibchen. Als Meggi ausbricht, scheint es nur eine Option zu geben, : Die Zwillinge, denn Meggi hat Hunger. Da ihr jetzt sicher wissen wollt, wie es weitergeht, lege ich euch das Buch ans Herz, denn da erfahrt ihr alles. Nur soviel, ich war von Beginn an TEAM MEGGI.
Die vierte Geschichte " Der Meggi Heist« von Ralf Kor hat eine direkte Verbindung zur vorigen, das mag ich so an dieser Anthologie, eins greift ins andere und alles ist für eine Überraschung gut.
Der Einbruch in eine Villa um das berühmte Gemälde« Die Pampelmuse von Castrop-Rauxel« einem Frühwerk des Künstlers Horst von Schlepp soll Geld in die Kassen von Henry, Bernd und Feli spülen, der Plan ist so simpel wie bescheuert. Ein riesiger Hai soll aus seinem Becken gelockt werden, um für Panik zu sorgen, mehr kann ich nicht verraten, sonst würde ich auch zu viel von der vorigen Geschichte spoilern, nur soviel, ich habe Tränen gelacht und sehe Tretboote jetzt mit ganz anderen Augen.
Die Autorin Carolin Gmyrek nimmt uns mit in den Urlaub, Sonne, Sand und Meer, die Möwen kreischen und mit ihnen im Chor die Urlauber am Strand der Insel Poel, letztere allerdings wegen der zwei riesigen, nackten Gestalten, die aus dem Meer steigen und sich auf den Dünen niederlassen. Zwei Monate später sind die Riesen eine Touristenattraktion, die Menschen strömen in Massen, um sie zu bestaunen. Doch es gibt auch eine Schattenseite, die Ernährung der Giganten stellt ein Problem dar und ihnen Hosen zu beschaffen, war ebenfalls eine Herausforderung.
Der Sprachhistoriker Professor Dr. Ralf Rothstein soll versuchen, mit den Riesen zu kommunizieren, doch er hat seine eigenen Beweggründe, mit den Giganten des Meeres in Kontakt zu treten. Diese Geschichte hat mich traurig zurückgelassen, manchmal sind es die tragischen Geschichten die besonders im Gedächtnis bleiben.
Und schon ist Halbzeit, die 6 von 12 Storys ist erreicht:
Markus Heitkamp Krebira-Terror aus der Tiefe
Friedhelm Jansen erhält gleich zweimal innerhalb kurzer Zeit einen Anruf vom wohl langweiligsten Ort zwischen Cuxhaven und Helgoland, von Neuwerk, zuerst wird er über den Tod des Dienstellenleiters der Außenstelle DAMN Mitteldeutschlands Dieter Sommer informiert, der zweite bewegt ihn dazu, seinen einzig verfügbaren Mann Hein Dierks nach Neuwerk zu schicken. Der trifft auf feindlich gesinnte SUV Fahrer, Viktor und Juri, die sich Horatio und Francois nennen, auf Rungholter und Nepturianer. Was die alle miteinander zu tun haben und wo zum Teufel ist Rungholt? Um diese Fragen beantwortet zu bekommen, müsst ihr mit Hein nach Neuwerk, aber Vorsicht, denn langweilig ist es dort sicher nicht.
Rafaela Creydt: Saat des Verderbens
Die verwitwete stellvertretende Leiterin der DAMN Außenstelle Mitteldeutschland, Dr. Brigitte Sommer, pflanzt nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes einen Samen, den er ihn noch geschickt hatte. Nach kürzester Zeit wird aus dem Samen ein Pflänzchen und aus dem Pflänzchen ein Baum. Vielleicht wäre alles anders gekommen, wenn Brigitte sich erlaubt hätte zu trauern, aber stattdessen vergräbt sie sich in ihre Arbeit und pflegt den Baum. Zeitgleich geschieht seltsames, der Grundwasserspiegel sinkt und im Harz kommt es zu seismischen Aktivitäten. In dieser Geschichte geht es um so viel mehr als die Auswirkungen eines »Monsters«, ich mag sie sehr und mich würde wirklich interessieren, ob ich alleine bin mit meinen Gedanken dazu, verraten kann ich euch das jetzt aber nicht.
Die freundliche Tentakel aus der Nachbarschaft von Isa Theobald
Kommunikation ist alles, wenn man sich nicht verständigen kann oder will, kommt es unweigerlich zu Konflikten. Der Meeresbiologe Harald Peter Lühe ist allerdings der einzige, der erkannte, dass Wolle nicht einfach nur ein riesiges dummes Tier ist, sondern eine eigene, wenn auch für Menschen kaum verständliche Sprache spricht, oder eher wedelt. Als HP, wie Wolle ihn nennt, einige Tage nicht zur Arbeit erscheint, beginnt sich dieser Sorgen zu machen, denn HP hat ihm verständlich machen können, dass er auf Brautschau gehen will und das könnte ihm gefährlich werden. »Was, wenn HPs Weibchen ihn fressen wollte, nach der Paarung?« Also macht sich Wolle auf den Weg, HP zu retten.
Neugierig geworden? Dann müsst ihr nur das Buch lesen, dann findet ihr auch heraus, um welche Art es sich bei Wolle handelt und wie es ihm ergeht. Ich mochte auch diese Story sehr.
Love Hurts von Marina Heidrich
Ach ja, die Liebe.
Auch im Ländle trifft sie manchmal seltsame Paare. Aber der Reihe nach. Durch Zufall gerät eine kleine Heuschrecke auf ein Blatt auf den Neckar und von dort in die Nähe des stillgelegten Kernkraftwerks Neckarwestheim, dass dort ab und an kleine Menge an radioaktiver Flüssigkeit austreten, blieb bisher unbemerkt. Zur Liebe gehören immer mindestens zwei und so erwacht ein Wesen nach jahrhundertelangem Schlaf.
Währenddessen wird der Polizist Fauth von Waiblingen nach Winnenden versetzt, in die Außenstelle des DAMN, gemeinsam mit der Agentin Veronika Hagen soll er die Riesenschrecke beobachten, die plötzlich und unerwartet mitten im Neckar steht. Kennt ihr das, wenn euch bei dem Versuch eine Person zu beschreiben nur Schimpfworte einfallen? Ja, dann dürft ihr die hier alle einsetzen. Nein, dann habt ihr einen Grund mehr diese Geschichte zu lesen, dann wird das schon.
Falter Royale von Tanja Kummer
Schmetterlinge mögen wir ja alle und eigentlich wäre es Daniel C. Raig vom DAMN am liebsten gewesen, es gäbe so etwas wie ein Refugium für den Totenkopfschmetterling, wie die Isla Nublar oder seinetwegen auch auf Mallorca. Nur leider ist Tom, wie Daniel ihn nennt, auf einem zerstörerischen Weg quer durch Deutschland. Toms Weg führt scheinbar zufällig von Köln nach Backnang.
Die temporeiche Story lässt weder Daniel noch den Leserinnen und Lesern viel Zeit zum Luftholen, ich vermute ja, dass die Autorin ein ganz bestimmtes Vorbild für Daniel hatte.
Thomas Küper Sie werden alle sterben
Es ist nie gut, wenn man überfallartig aus dem Bett geholt wird, und in einen Hubschrauber verfrachtet wird (gut es gab wenigstens Kaffee) und dann auch noch einer Gruppe Verschwörungstheoretikern erklären soll, das sie sich besser vom Acker machen sollten, falls ihnen ihr Leben lieb ist, das kann einem dann schon den Tag versauen. Findet wenigstens Dr. Sikora, vor allem nach dem Vorfall in Greifswald, aber das DAMN hält ihn trotzdem für den geeigneten Mann dafür. Thorsten Küper hat ihr wirklich eine beeindruckende Mischung aus Fantasy und aktuellem Zeitgeschehen geschrieben, ich bin mir sicher es würde in groben Zügen ganz genauso ablaufen, vielleicht ohne Katapult. Unbedingt lesen.
Wahre Monster von Thomas Williams
Und jetzt komme ich zur letzten Story und damit nach Bielefeld, hier beliebige Kommentare über die freundliche Baustelle am Teutoburger Wald einsetzen.
Tatsächlich ist die Stadt nach dem letzten Kaiju Vorfall noch nicht wieder aufgebaut, als eine riesige Spinne auftaucht und mit ihr sensationsgeile Monsterjäger, so wie Jörn und Patricia. Das Päärchen folgt, wie Tornadojäger, den Meldungen über das auftauchen der Monster um sie aus nächster Nähe zu sehen. Besonders Patricia ist wie besessen und Jörn muss erkennen das ihm Monster näher sind als er dachte.
Auf diese Geschichte habe ich gewartet. hier kannte ich mich aus und ich freute mich auf bekannte Orte in der Stadt auch wenn sie in Trümmern liegen und ich wurde nicht enttäuscht die Story weckte einige positive Erinnerungen. Aber sie war auch inhaltlich sehr interessant und wie so einige andere Geschichten aus dieser Anthologie steckt mehr drin als es auf den ersten Blick scheint.
So das waren sie, die einzelnen Geschichten aus dem German Kaiju, aber bis wir als Leserinnen und Leser das Buch in der Hand halten, passiert ja noch viel mehr und dahinter stecken auch wieder Menschen die mit viel Herzblut, Tränen und Keksen daran arbeiten.
Timo Rose betreibt die Kaiju Fan Seite KDM Königreich der Monster, er ist ein deutscher Reggisseur, Schauspieler,Kameramann,, Filmeditor und Produzentder überwiegend im Genre des Horrorfilms tätig ist. Er hat bisher bei über 20 Filmen Regie geführt, in seinem Vorwort erzählt er den Leserinnen und Lesern über japanische Monsterfilme und deren Tradition.
Markus Heitkamp fungiert als Herausgeber, das heißt er hat die Geschichten gesammelt und die besten ausgewählt. Markus Heitkamp schreibt hauptsächlich in den Bereichen Horror Science Fiction und Fantasy. Seine erste Kurzgeschichte erschien 2012, seine erste Anthologie als Herausgeber folgte 2018. Insgesamt hat er seit dem einundzwanzig Kurzgeschichten und vier Anthologien veröffentlicht, der erste Roman erschien 2020. 2019 wurde er in den erweitertem Vorstand gewählt des PAN ( PHANTASTIK AUTOREN NETZWERK)
Christian von Aster, der ein weiteres Vorwort geschrieben hat, ist ebenfalls Autor diverser Fantasywerke und sein Fazit zu Kaiju ist schlicht und einfach: LET THERE BE MONSTERS. AND LET THEM BE BIG.
Marc Hamacher, hat nicht nur ein allseitsbekannte Vorliebe für Kekse, auch besondere Kurzgeschichten haben es ihm angetan und deshalb hat er den
Leseratten Verlag gegründet, die Geschichten teilt er gern mit seinen Leserinnen und Lesern, die Kekse wohl eher nicht.
Allerdings was wäre der Verleger ohne Tanja Kummer, die nicht nur erfolgreich Romane und Kurzgeschichten schreibt sonder auch dafür sorgt das kleine und größer Fehlerchen in den Storys ausgemerzt werden bevor sie zur Empörung bei den Leserinnen und Lesern führen können.
Und zu guter letzt
Christian Günther der Autor und Illustrator ist verantwortlich für das Cover und die Zeichnungen der Monster, auf der Innenseite findet ihr auch noch eine Deutschlandkarte, nur falls ihr nicht wisst wo Bielefeld liegt oder Backnang (das ist wohl tatsächlich eine eigene Stadt und kein Ortsteil von Stuttgart)
Und damit komme ich auch zum wirklichen Ende, meines kleinen Projekts.
Das Buch zu lesen, einzutauchen in die fremde Welt der Riesenmonster in japanischer Tradition hat mir großen Spaß gemacht und ich würde mich freuen mehr davon zu lesen.
- Herausgeber : Leseratten Verlag; 1. Edition (5. Mai 2023)
- Sprache : Deutsch
- Broschiert : 370 Seiten
- ISBN-10 : 3945230683
- ISBN-13 : 978-3945230688
- Lesealter : Ab 12 Jahren