Dienstag, 9. Juli 2019

Mörder unbekannt verzogen von Thomas Chatwin

Frances Penrose, der Hafenmeister von Fowey, findet die Leiche von  Florence Bligh, die allseits beliebte Lehrerin wurde erschossen. Bevor er seiner Frau Daphne davon berichten kann, stößt diese,während eines gemeinsamen Rundgangs mit ihrer Freundin Linda auf Glendurgan Garden auf eine weitere Leiche,den Hausarztes Dr. Finch.  Und Daphne wäre nicht Daphne würde sie nicht auf eigene Faust ermitteln beginnen.

Als mir vor einiger Zeit der erste Band der Reihe um die Postbotin der Royal Mail Daphne Penrose
Post für den Mörder
in die Hand fiel, war ich skeptisch.
Häkelkrimi oder Cosy Krimi, waren die Worte die mir zuerst einfielen als ich das Cover sah und den Klappentext las. Für mich war dieses Genre praktisch Neuland. Und doch ließ ich mich auf das Abenteuer ein und wurde nicht enttäuscht. Daphne Penroes und ihr Mann Francis, sind die liebenswertesten Protagonisten die mir seit langem begegnet sind und so war klar, ich möchte auch Mörder unbekannt verzogen
lesen.

Nach und nach deckt Daphne die Verbindungen zwischen den beiden Mordopfer auf und natürlich ist sie dabei dem ermittelnden Chief Inspector Vincent immer einen kleinen Schritt vor raus, kein Wunder hat der doch nur seinen bevorstehenden Urlaub im Kopf.
Daphne recherchiert da schon genauer, sie deckt das eine oder andere Geheimnis der Toten auf und kommt so dem Mörder immer näher, zu nah wie sich bald herausstellt, denn der Mörder schreckt nicht vor einem weiteren Mordversuch zurück um nicht gefasst zu werden.

Mörder unbekannt verzogen, ist ein spannender Wohlfühlkrimi. Der Autor entführt seine Leser in das wunderschöne Cornwall, man spürt seine Liebe zu dem englischen Landstrich, in jedem Satz den er seine Protagonistin Daphne über Fowey und Cornwall sagen lässt.
Auch die Spannung kommt nicht zu kurz, sie verschlägt dem Leser zwar nicht den Atem, aber sie ist dem Genre angemessen. Das Buch lebt von seinen Protagonisten, Daphnes und Frances offene Art anderen gegenüber und ihr liebevoller Umgang miteinander machen sie sehr sympathisch, sie ergänzen sich hervorragend.

Ich vergebe für das Buch eine Leseempfehlung.

  • Broschiert: 304 Seiten
  • Verlag: Rowohlt Taschenbuch; Auflage: 1. (18. Juni 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499276879
  • ISBN-13: 978-3499276873

Sonntag, 7. Juli 2019

Der europäische Frühling von Kaspar Colling Nielsen

Inhalt: Da kriegt ihr ausnahmsweise mal wieder den Klappentext zu lesen.

Die Insel Lolland ist zum Hort der Glückseligen geworden. Hier regieren Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein und Menschlichkeit. Intelligente Drohnen haben viele der alltäglichen Arbeiten übernommen. Doch die Idylle hat ihren Preis, und der Eintritt ist nicht jedem gewährt. In den Städten herrscht Anarchie. Probleme werden nicht gelöst, sondern auslagert. Dänemark pachtet in Mozambique eine riesige Landfläche und baut dort für Flüchtlinge und unliebsame Asylanten eine riesige Containerstadt. Am Ende ist die Zukunft auch nur ein Geschäft.

Meine Meinung: Der Klappentext liest sich richtig gut, oder?
Und er wirft Fragen auf, für die ich auf Antworten gehofft hatte. Wie leben die Menschen, die nicht die Mittel haben sich auf Lolland anzusiedeln? Wie gehen die anderen Länder mit ihren Flüchtlingen um, wie reagieren sie auf das von Dänemark ausgelagerte Flüchtlingslager? Das wurde in einem Nebensatz abgehandelt. 

Ich wollte eine anspruchsvolle Dystopie lesen. Das Buch sollte mich zum Nachdenken anregen. Ich wollte über Drohnen lesen, über ihren Nutzen und über die Gefahren die die Technik birgt.

Jetzt beginne ich mit dem positiven: Das Buch beginnt mit einem Dialog, wie sich herausstellt, dem Dialog zwischen Jack einem Hund und Wilhelm einer Elster, die Tiere wurden mittels eines Chips intelligent, sie leben ebenfalls auf Lolland und kommen im Buch immer wieder vor. Es wird erklärt wie es zu dieser Art Tierversuche kam, wie sich diese weiterentwickelten und worin diese Erfindung gipfelt. Das war durchaus interessant beschrieben und gehörte zu den angenehmen Seiten des Buchs.
Diese Tiere sind auch die einzigen Protagonisten denen meine Sympathie gehörte.
Natürlich spielen auch Menschen eine Rolle.
Stig und Elisabeth, er rutschte irgendwann in die Rolle eines Galeristen, nachdem er die Bilder eines todkranken Freundes aus der Punkszene ausstellt und feststellt, das ihm das liegt. Eigentlich wollte er nur den Freund ehren. Stig erinnerte mich an ein Chamäleon, er passt sich seiner Umgebung an und fällt dann nicht weiter auf.
Seine Frau Elisabeth, ist Wissenschaftlerin die eine Stelle im RAID angeboten bekommt, einem Forschungsinstitut das auf Lolland angesiedelt ist.
Sie blieb mir die ganze Zeit über fremd.
Emma ist die magersüchtige Tochter der Beiden, nicht mehr lange und sie hat sich zu Tode gehungert, eines Abends gerät sie in einen Aufstand, bei dem es Verletzte gibt, als sie erste Hilfe leistet wird ihr bewusst, das sie daraus Stärke zieht, es geht ihr besser wenn sie sich um Menschen kümmern kann. Gemeinsam mit ihr macht der Leser einen Abstecher nach Mozambique in das dänische Flüchtlingslager Frederikstad, in das auch Asylanten aus Dänemark abgeschoben werden, die gegen die Gesetze verstießen.Das Lager bietet alles was man zum Leben braucht, Schulen, Geschäfte, Ärzte, Cafes, sogar eine Universität, man könnte fast meinen der Autor fände die Idee gut, aber ob dem so ist, müsst ihr selber lesen, ich kann das nicht richtig einordnen, dafür ist mein Gespür für Untertöne vielleicht nicht genug ausgeprägt.
Bis hierhin, ist der Roman durchaus lesenswert, der Autor hat interessante Ideen, sein Schreibstil ist angenehm und flüssig, was sicherlich auch der Übersetzung geschuldet ist. 

Ich komme zu den Teilen des Buches, die alles kaputt gemacht haben.
Ich weiß nicht was der Autor mit diesen Abschnitten bezweckte, wollte er massive Kritik an der Kunstszene üben oder schrieb er mit dem Gedanken Sex Sells? 
Letzteres wäre ihm gründlich misslungen, ich habe nichts gegen Sex in Büchern, meistens bringt es die Story zwar nicht voran aber die Szenen stören auch nicht. Anders sieht es bei reiner Pornografie aus, wenn ich einen Porno lesen will, kaufe ich einen Porno und nicht "Das wichtigste literarische Werk für unsere Politik seit vielen, vielen Jahren" wie die Frankfurter Rundschau verkündet.
Ich habe teilweise ganze Seiten nur quergelesen. Der Künstler Christian ist ein Pädophiler,da kommt ihm Mia gerade recht, steckt da doch eine Erwachsene in einem Kinderkörper, was er allerdings nicht weiß, das allzeit gut gelaunte Mädchen steht unter der Vormundschaft ihrer Schwester. Christian schreckt nicht davor zurück, die geistig beeinträchtigte Mia von ihrer Schwester zu kaufen um weiterhin Sex mit ihr zu haben und um dem Ganzen noch einen weiteren Kick hinzuzufügen sucht er sich eine willige asiatische Haushaltshilfe. Die Szenen sind schlicht widerlich.


Ich muss mich für andere Plattformen entscheiden wie viele Sterne ich dem Buch gebe. Es werden wohl zwei werden, für den Schreibstil und den dystopischen Teil des Buch.

Eine Leseempfehlung kann ich leider nicht geben.

  • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (13. Mai 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 345327170X
  • ISBN-13: 978-3453271708

Samstag, 6. Juli 2019

1793 von Niklas Natt och Dag. Lesung auf dem Tübinger Bücherfest 2019


Einmal im Jahr findet in der beschaulichen Studentenstadt Tübingen das Bücherfest statt. Eine der Aussagen im ersten Satz meines Berichts stimmt nicht. Tübingen ist alles andere als beschaulich, in Tübingen pulsiert das Leben, kaum scheint die Sonne strömen die Leute ans Neckarufer um sich zu sonnen und zu feiern, die Straßen sind voller gut gelaunter Menschen und in den zahlreichen Cafes ist kaum noch ein Platz zu finden. Tübingen ist immer einen Besuch wert, allerdings sollte man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt fahren, am Wochenende meide ich die Stadt so gut es geht.
Gestern allerdings hielt mich nichts davon ab Tübingen einen Besuch abzustatten.
Der Piper Verlag verloste 3 x 2 Tickets für die Lesung von Niklas Natt och Dagg, die von Denis Scheck moderiert wurde und ich war eine der glücklichen Gewinner.
Am späten Freitagnachmittag war vom Bücherfest in Tübingen noch nicht all zuviel zu merken, ab und zu begegnete ich jemandem mit einem Buchfestband um sein Handgelenk, diese Bänder können für 20 Euro oder für Schüler und Studenten für 10 Euro erworben werden und mindern die Eintrittspreise um jeweils 7 Euro, wenn man mehrere Lesungen besuchen möchte lohnt sich der Erwerb eines solchen Bandes auf jeden Fall.

Nun aber zum wesentlichen des Tages.

Der Lesung von 1793, dem historischen Kriminalromans des schwedischen Autors Niklas Natt och Dag.



Leider waren die Plätze im Saal des Museums Kinos nicht alle besetzt, vielleicht lag es am Wetter oder daran das es sich bei 1793 um einen Krimi eines in Deutschland noch recht unbekannten Autors handelt, oder vielleicht am Genre, auch in meinem Umfeld treffe ich immer wieder auf Menschen für die Krimis nur eine stumpfe, ewig gleich ablaufende Mörderjagd ohne Mehrwert sind. Dem widerspreche ich noch etwas später in meinem kleinen Bericht.
Vielleicht fand auch nur ich, das ruhig noch mehr Menschen sich das Vergnügen eine Lesung die von Denis Scheck moderiert wird nicht hätten entgehen lassen dürfen.
Denis Scheck war übrigens auch der Auslöser, warum ich an dem Gewinnspiel überhaupt teilnahm. wenn er ein Buch empfiehlt, hat es meist auch meinen Geschmack getroffen.
Die Veranstaltung fand zum Großteil in englischer Sprache statt, Denis Scheck hat nur wenig übersetzt, für mich kein Problem für meine Begleitung allerdings schon, so das das Vergnügen auf der Seite derer die nicht so gut die englische Sprache beherrschen vielleicht etwas getrübt war.

Niklas Natt och Dagg erzählte wie viel er für die Arbeit an seinem Roman recherchiert hat, das er an keinem Antiquariat vorbeigehen konnte ohne Literatur aus und über des 18.Jahrhunderts zu kaufen und mit den Informationen daraus sein Buch zu füllen, der erste Entwurf war wohl um 25% länger, voller historischer Fakten. Soviel zum Mehrwert eines Krimis, recherchiert der Autor sorgfältig, lernt auch der Leser noch dazu. Niklas Natt och Dag wurde von einem schwedischen Comic inspiriert 1793 zu schreiben: Arne Anka, ist eine Ente die den schwedischen Nationaldichter Carl Michael Bellmann zum Vorbild hat, der im 18. Jahrhundert lebte und zwar verarmt starb, aber in seinen Liedern unsterblich wurde.


Gelesen wurde natürlich auch. Ich muss mich tausendmal entschuldigen das ich den Namen des jungen Mannes der aus 1793 las, nicht verstanden habe, es ist der links auf den oberen Bildern. Aber er hat seine Sache gut gemacht, klar und deutlich ohne zu übertreiben konnte er die Stimmung im Buch und die Personen zum Leben erwecken.
Eine Leseprobe findet ihr u.a. hier.

https://tinyurl.com/y4u2a7nd

Ich bin sehr gespannt auf das Buch, leider konnte man die nötige Lesezeit nicht erwerben, dafür entschädigt aber die interessante Signatur.





Und noch ein Autogramm habe ich mir geholt, schließlich ist er dafür verantwortlich warum ich das Buch lesen will. Ganz schlechtes Foto, aber da steht: Druckfrisch empfohlen. Denis Scheck.

Freitag, 5. Juli 2019

Tod in Porto von Mario Lima

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Inhalt: Endlich Urlaub. Chefinspektor Fonseca und sein Team haben den letzten Fall erfolgreich abgeschlossen und feiern bei einem guten Essen. Entspannt erzählen sie sich von ihren Urlaubsplänen: Rui Pinto hat Karten für ein wichtiges Fußballspiel, Ana Christina will an die Algarve und Fonseca plant sich, um seine Weinreben zu kümmern. Einzig Inspektor Dinis unkt: Sie hätten noch bis zum nächsten Morgen Bereitschaft. Und natürlich kommt es, wie es kommen muss. In einem Industriegebiet fallen Schüsse und ein Mann wird tot aufgefunden. Es handelt sich um Nilton de Souza Wanderley, einem brasilianischen Immobilienmakler. Auf einem seiner Handys findet die Polizei ein Video, das eine Verbindung zu einer brasilianischen Verbrecherorganisation herstellt. Und es bleibt nicht bei einem Toten.


Meine Meinung: Fast drei Jahre ist es her seit ich Barco Negro, den ersten Band rund um Chefinspektor Fonseca und seinem Team, gelesen habe. Drei Jahre, in denen ich immer mal wieder geschaut habe, ob es Neuigkeiten aus Porto gibt, als es dann jetzt endlich soweit war, habe ich mich sehr gefreut, gleichzeitig war ich aber auch etwas ängstlich ob Mario Lima meine Erwartungen erfüllen kann, die Messlatte lag nach Barco Negra schon recht hoch.

Eins darf ich euch gleich verraten: Ich hätte die Latte noch höher legen können. Der Autor hat meine Erwartungen noch übertroffen, in meinen Augen hat er alles richtig gemacht.

Tod in Porto kann man auch ohne Vorwissen des 1. Buches lesen, sein Schreibstil ist noch flüssiger und ausgefeilter gefeilter geworden, die Protagonisten, allen voran Ana Christina haben eine positive Entwicklung durchgemacht, die Hauptsache aber ist der Fall, dessen Lösung das Team fast an seine Grenzen bringt und die mich wirklich überrascht hat.

Während des Lesens hat es mich manchmal gereut, das Buch während meiner Internetpause zu lesen, vieles von dem Mario Lima erzählt hat mich neugierig gemacht und so habe ich bei der ersten Gelegenheit recherchiert um genaueres über die Polícia Militar do Estado de São Paulo und über die im Buch eine wichtige Rolle spielende kriminelle Vereinigung, Primeiro Comando da Capital (PCC) portugiesisch – „Erstes Kommando der Hauptstadt“, zu erfahren. Aber auch wer nicht so neugierig ist wie ich, bekommt genügend Informationen.

Zum Ende des Buches fügt sich alles zu einem runden und stimmigen Bild zusammen.

Tod in Porto bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung.

Donnerstag, 4. Juli 2019

Hinterhaus von Lioba Werrelmann


Inhalt: Die Journalistin Carolin, lebt mir ihrem Freund Jens in einer luxuriösen Wohnung in Berlin am Prenzlauer Berg, bzw sie lebte, denn als sie eines Tages vom Yoga kommt ist die Wohnung leer und ihre persönlichen Sachen stehen in 7 Kartons verpackt im Flur. Für Carolin bricht eine Welt zusammen. Da sie nicht weiß wohin, wird sie von Mandy aufgenommen, die im Hinterhaus lebt. Und als wäre das nicht genug findet Carolin in einem Kabuff die Überreste eines seit 20 Jahren vermissten Jungen.

Meine Meinung: Wieder einmal ließ ich mich vom Klappentext und vom Cover überzeugen das Buch zu lesen. Beides gefiel mir ausnehmend gut. Nur leider konnte mich der Inhalt nicht ganz überzeugen. Thematisch wäre die Story genau das richtige für mich gewesen, ein Verbrechen das tief in der Vergangenheit verwurzelt ist, ein Haus in dem die Bewohner ihre Geheimnisse zu bewahren wissen und eine Protagonistin die diesem Geheimnis auf die Spur kommen will.
Aber es passte doch nicht. Carolin, die Hauptprotagonistin hat sich ihr Leben lang um nichts kümmern müssen, zuerst hielt ihr Vater alles negative von ihr fern und dann verliebte sie sich in den Orthopäden Jens und auch Jens trägt sie auf Händen, bis zu dem Tag an dem er sie fallen lässt und sie ohne Vorwarnung selber laufen muss, nur das kann sie nicht.

Die Autorin hat viele Themen aufgegriffen, die der Leser erst einmal sortieren muss.
Carolin Mutter scheint Alkoholproblem gehabt zu haben, das wird allerdings nie ausgesprochen nur durch Andeutungen erfährt der Leser von dem Problem und da sich Carolins Vater rührend um die Tochter kümmerte scheint sie auch nicht sehr darunter zu leiden. Anders als Mandy in deren Wohnung sie unterschlüpft. Mandy Eltern betrieben zu DDR Zeiten eine Kneipe und waren wohl auch ihre besten Gäste, Mandy verbrachte einen Großteil ihrer Kindheit in einem sogenannten Wochenheim, wie es scheint eine eher lieblose Kindheit. Im Gegensatz dazu wurde ihr Bruder von den Eltern vergöttert, der als musikalisches Talent galt und auf ein Internat gehen sollte.

Ebenfalls im Haus leben Henriette genannt Henry und ihr Mann Gunther. Henry betreibt ein kleines Cafe und ist so etwas wie Carolins beste Freundin, ihr Mann Gunther ist ein übrig gebliebener Guru unsympathisch und angsteinflößend, hat er eine Vorliebe für junge Mädchen, eine Vorliebe von der Henry weiß und noch ein Thema das die Autorin so nebenbei abhandelt.

Das alles hätte so spannend sein können, ich hätte sogar mit der Naivität Carolins leben können, es gibt eben Menschen die immer auf der Sonnenseite des Lebens stehen und irgendwann schmerzhaft lernen müssen, das das Leben auch Schattenseiten hat. Aber da sind dann auch noch die immer wiederkehrenden Beschreibungen der Menschen am Prenzlauer Berg, die alle einem Satiremagazin entsprungen zu sein scheinen, ohne das die Autorin es schafft, dem Biss dieser Magazine nahe zukommen. Die Wortwahl Lioba Werrelmanns glich leider so manches Mal einem Griff ins Klo, ich weiß nicht was sie mit der Schilderung von Carolins Verdauungsvorgängen in drastischen Worten bezwecken wollte.

Leider ist Hinterhaus von Lioba Werrelmann kein Buch das ich uneingeschränkt  weiterempfehlen kann.

  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch); Auflage: 1. Aufl. 2019 (31. Mai 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3404178270
  • ISBN-13: 978-3404178278