Malaysia 1952, in dem von Unruhen geschütteltem Land, lebt die junge
Engländerin Lydia mit ihrem Mann Alec und ihren zwei Töchtern Emma und
Fleur ein relativ sorgenfreies Leben, das ändert sich allerdings
schlagartig als sie von einer Reise zurückkehrt und das Haus verlassen
vorfindet, ihr Mann und ihre Töchter sind verschwunden ohne eine
Nachricht zu hinterlassen. Verzweifelt versucht Lydia ihre Kinder wieder
zu finden, nicht ahnend, dass ihr Mann nicht wie von seinem
Vorgesetzten behauptet in den Norden des Landes versetzt wurde, sondern
sich auf dem Weg nach England befindet, wo er sich ohne sie ein neues
Leben aufbauen will, auf ihrem Weg in den Norden lernt sie Adil kennen,
dessen Rolle in dem Buch mir nie ganz klar wurde, außer das er ihr am
Ende hilft die Kinder wiederzufinden, nimmt einen kleinen malaysischen
Jungen auf und muss so manche Gefahr überstehen, bevor sie sich ihr alle
Zusammenhänge erschließen.
Währenddessen müssen sich ihre Töchter im
fernen England an den Gedanken gewöhnen das ihr Mutter vermisst wird
und wahrscheinlich tot ist, ein Gedanke mit dem sich besonders die
ältere, Emma, nicht abfinden will, sie rebelliert und wird als sie sich
gegen einen Kinderschänder zur Wehr, setzt in ein Internat abgeschoben.
Je
mehr ich über das Buch nachdenke, desto unwahrscheinlicher kommen mir
all die Zufälle vor, die sowohl Lydia als auch Emma widerfahren,
zufällige Treffen mit Personen die ihnen helfen können an Orten an denen
man es nie vermutet, Emma z.B. trifft im Internat eine Nonne die
jemanden kannte der jemanden kannte der ihre Großmutter kannte die ihre
Mutter auf Druck ihrer Familie in einem Kloster abgeben musste und die
ihr nachdem sie sie mit Hilfe der neuen Freundin ihres Vater ausfindig
gemacht hatte hilft ihre Mutter zu finden.
Ein zufälliger Brand, der Alec sehr entgegen kommt, bei seinen Plänen für immer aus Lydias Leben zu verschwinden.
Meine Meinung:
Trotz
ein paar Schwächen, ein lesenswertes Buch der Schreibstil ist manchmal
etwas pathetisch, aber er passt in die Zeit, eine Zeit in der auf
gepflegte Sprache noch wert gelegt wurde, eine Zeit in der Kinder zu
gehorchen hatten und Widerspruch nicht geduldet wurde und wo Müttern bei
Fehlverhalten die Kinder weggenommen wurden, das ist ein Punkt an dem
ich Alecs Verhalten nicht verstehe, bei einer Scheidung hätte er ohne
Probleme das Sorgerecht für seine Töchter bekommen, warum geht natürlich
aus dem Buch hervor, so aber traf er eine Entscheidung die traumatisch
für die ganze Familie war.
Die Autorin wählte zwei Erzählstränge,
einmal die Ich Form, wenn Emma von ihren Erlebnissen berichtet, von
ihrer Entwicklung vom Kind zu einem Teenager, in diesen Kapiteln konnte
ich mich gut in das Mädchen hineinversetzen, spürte ihre Sehnsucht nach
der Mutter und ihren verzweifelten Kampf mit dem Vater um die Wahrheit
zu erfahren.
Der zweite Strang, erzählt von Lydia, der Reise durchs
Land, ihren Affären und den Rückschlägen auf der Suche, leider bleibt
sie mir fremd, ihre Gefühle und Eindrücke bleiben blass, es wird zwar
berichtet das sie zusammenbricht als sie vom angeblichen Tot der Kinder
erfährt aber ich spüre nicht viel von den Emotionen und so zieht es sich
durch das ganze Buch.
Warum das Buch trotzdem 4 Sterne von mir bekommt?
Weil
es als gesamt Geschichte berührt, weil die Emotionen die mir die
Autorin nicht vermitteln konnte aus mir selber kamen, jeder Mensch der
seine Kinder liebt, kann sich vorstellen welches Grauen Lydia erlebt.
- Taschenbuch: 430 Seiten
- Verlag: Lübbe Paperback; Auflage: 1. 2013 (20. September 2013)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3785760973
- ISBN-13: 978-3785760970
- Originaltitel: The Separation