Mittwoch, 24. August 2011

Raum von Emma Donoghue



Für Jack ist Raum die ganze Welt. Dort essen, spielen und schlafen er und seine Ma. Und dort versteckt sie ihn im Schrank, wenn Old Nick kommt … »Raum« trifft mitten ins Herz und wurde in den USA über Nacht zum Bestseller.


Auch seinen fünften Geburtstag feiert Jack in Raum. Raum hat eine immer verschlossene Tür, ein Oberlicht und ist 12 Quadratmeter groß. Dort lebt der Kleine mit seiner Mutter. Dort wurde er auch geboren. Jack liebt es fernzusehen, denn da sieht er seine »Freunde«, die Cartoonfiguren. Aber er weiß, dass die Dinge hinter der Mattscheibe nicht echt sind – echt sind nur Ma, er und die Dinge in Raum. Bis der Tag kommt, an dem Ma ihm erklärt, dass es doch eine Welt da draußen gibt und dass sie versuchen müssen, aus Raum zu fliehen …



Über den Inhalt des Buch will ich nicht mehr verraten als in der Leseprobe steht. Der 5jährige Jack lebt seiner Geburt, mit seiner Mutter in einem kleinen Raum, der nur das Nötigste enthält, sie leben nach einem geregelten Tagesablauf und eigentlich ist Jack glücklich, er hat seine Ma, seine Freunde im Fernseher, er kann lesen und schreiben, das Einzige was er nicht hat, ist die Freiheit zu gehen wohin er will, aber da er das nicht kennt vermisst er nichts. Für ihn sind nur die Dinge und Menschen im Raum real, alles andere ist nur Fernsehen, nicht echt. So wie auch Old Nick, der regelmäßig kommt den Müll entsorgt, Lebensmittel und manchmal Kleidung und so weiter bringt und wegen dem Jack im Schrank schlafen muss.

Raum ist ein Buch das den Leser bis ins Herz trifft, sobald man sich einlässt auf die Geschichte die durchgehend von dem kleinen Jack erzählt wird, lässt sie einen nicht mehr los, man muss wissen wie es weitergeht und was vorher geschah. Feinfühlich berichtet die Autorin von einer ungewöhnlichen Mutter Kind Beziehung, die die Beiden stark macht um ihr Schicksal gemeinsam zu meistern. Wie ich schon in meinem Leseeindruck schrieb, ist diese Geschichte etwas das jederzeit und überall geschehen kann auch in unserer direkten Nachbarschaft, da bleibt nur zu hoffen, das die wirklich betroffenen nur halb so stark sind wie Jack und Ma.

Ein kurzes Wort zu dem ungewöhnlichen Schreibstil.

*Ich springe auf Stuhlschaukel, damit ich Uhr sehen kann*

Ein wenig hat mich gestört, das die Mutter, die im Rahmen ihrer begrenzten Möglichkeiten viel Wert auf Bildung und Erziehung legt, immerhin kann Jack schon lesen und schreiben, zu lässt das er die Artikel einfach weg lässt, möglich das die Autorin diese Sprachweise genutzt hat um dem Leser noch eindringlicher zu vermitteln, das es sich bei Jack um ein noch sehr kleines Kind handelt, aber das wäre nicht nötig gewesen.

Mein Fazit, ein beeindruckendes Buch, das ich sehr gern gelesen habe und auch gerne weiterempfehle.


  • Taschenbuch: 416 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch (12. November 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3492301290
  • ISBN-13: 978-3492301299
  • Originaltitel: Room


Dienstag, 17. Mai 2011

Staubige Hölle von Roger Smith

Roger Smith:
Staubige Hölle
331 Seiten, € 19,95 (D) gebunden mit Schutzumschlag

Eine Hetzjagd quer durch ein Land, das von AIDS, Korruption und blutigen Stammesfehden zerrissen ist. Ein weißer Politaktivist und sein rassistischer Vater werden von Jägern zu Gejagten. In greller Härte zeigt uns Roger Smith die Abgründe des neuen Südafrika.


Tropen bei Klett-Cotta
ISBN:
978-3-608-50210-7

Erscheint am 24. Mai 2011

Robert Dell ist auf der Flucht. Seine Frau und Kinder sind auf grausame Weise umgebracht worden, er selbst steht plötzlich unter Mordverdacht.Dells einziger Verbündeter ist sein verhasster Vater, ein ehemaliger CIA-Killer und überzeugter Rassist, der gerade aus dem Gefängnis entlassen ist. Auf einem blutigen Roadtrip, der sie tief ins Landesinnere führt, machen Dell und sein Vater Jagd auf den wirklichen Mörder – und decken dabei eine Verschwörung auf, die bis in die höchsten Regierungskreise reicht. Immer weiter eskalieren Gewalt und Vergeltung, denn im Zeitalter der Post-Apartheid scheint ein Menschenleben nicht mehr viel wert zu sein.


Meine Meinung:

Südafrika: Traumland, paradiesische Landschaften, Toleranz,freundliche Menschen. So stellen sich viele das Land nach der Apartheid vor, die Realität sieht anders aus, eher so, wie Roger Smith, das Land und seine Menschen in seinen Büchern beschreibt, besonders sein neuestes Werk *staubige Hölle* zeichnet ein hartes und brutales Bild des von Aberglauben und Korruption geprägten Landes, eine der häufigsten Todesursachen ist Aids.

Vor diesem Hintergrund spielt die Story.
Rosie wird Zeugin des Mordes an ihrem Geliebten Bakers, sie kann entkommen, wird aber erkannt und stirbt mit ihren Kindern bei einem provozierten Autounfall, einziger Überlebender des Mordanschlags ist ihr Mann Dell, als die Mörder erkennen das es einen Überlebenden gibt, versuchen sie ihm den Mord anzuhängen, doch Dell kann fliehen und sinnt auf Rache unterstützt von seinem Vater einem ehemaligen Söldner und vorzeitig entlassenem Sträfling begibt er sich auf die Suche nach Inja, dem wahren Mörder, dem machthungrigen Handlanger eines Politikers, der skrupellos alle tötet die ihm im Wege stehen.

Am Ende des Buches ist klar das es keine Gewinner geben kann, in diesem Land haben alle verloren die Jenseits des Geldes leben, die sich keine Ausbildung und Medizin leisten können. Mir ist bewusst das es sich natürlich um einen fiktiven Thriller handelt, allerdings rückte bei mir diese Handlung etwas in den Hintergrund, was dem Lesevergnügen keinen Abbruch tat, im Gegenteil das Buch war von der ersten bis zur letzten Seite spannend.
Schreibstil, Thema und Umsetzung haben 5 Sterne verdient, in Anbetracht der Tatsache das ein so teures Buch vor Schreibfehlern nur so wimmelte, ziehe ich einen ab.

Freitag, 11. Februar 2011

So unselig schön von Inge Löhning



Ullstein Taschenbuch Verlag
ISBN:
978-3548282084
 http://www.ullsteinbuchverlage.de




 In einer leerstehenden Brauerei im Süden Münchens wird eine enthauptete Frauenleiche gefunden. Kommissar Dühnfort wird bald klar, dass er einen Serientäter jagt, der von Bildern besessen sein muss.

Ullstein Taschenbuch Verlag
ISBN:
9783548282084



Die junge Fotografin Vicki hingegen, die die Leiche gefunden hat, ermittelt auf eigene Faust. Sie kommt dem Mörder schließlich gefährlich nahe...

Dühnforts dritter Fall ist wieder sehr spannend, die Suche nach dem Mörder führt uns in die Abgründe der menschlichen Seele, was muss ein Mensch erleiden um solch grausame Morde zu begehen wie den, den die junge Vicky entdeckt, Inge Löhning führt sie uns vor Augen, die grausamen Kindheiten der Mordverdächtigen, die Abgründe in ihren Leben. Sie lässt uns aber auch Mitleid empfinden, mit den vermeintlichen Monstern und sie lässt eines der *Monster* auf Vicky, das ehemalige Straßenkind einwirken, so das diese sich erinnert das in ihrer frühen Kindheit nicht alles schlecht war, nichtsdestotrotz entkommt er seiner Strafe nicht.

Einzig störend an diesem Roman, war die Unentschlossenheit Dühnforts was sein Liebesleben betrifft, dieses rumgeier passt nicht zu dem Bild das ich von ihm habe.

Sonntag, 30. Januar 2011

Das Schweigen der Toten von Todd Ritter

Ein gefesselter Mann, die Augen verbunden. Er lauscht in die Dunkelheit. Er hört Schritte. Er will schreien und kann es nicht.


Seit Menschengedenken hat sich in Perry Hollow kein Gewaltverbrechen ereignet. Doch an diesem Morgen wird ein Bürger des kleinen Ortes gefunden: in einem Sarg, die Lippen zugenäht, der Körper ausgeblutet. Während sich Kat Campbell, Sheriff der kleinen Stadt, an die Ermittlungen macht, geht bei der Perry Hollow Gazette der Text für eine weitere Traueranzeige ein. Todeszeit: in einer halben Stunde.

Ich hab das Buch von Vorablesen erhalten .

Ein Serienmörder geht um in Perry Hollow, einem kleinen eigentlich langweiligen Städtchen, in dem nichts passiert und die Polizei eine eher ruhige Kugel schiebt, bis eben auf der Straße ein Sarg gefunden wird, in dem Sarg die Leiche George Winnicks, der wie sich herausstellt, mehr schlecht als recht einbalsamiert wurde.

Schon bevor die Leiche gefunden wurde, erhält der örtliche Nachrufverfasser, Henty Goll, ein Fax, mit demTodeszeitpunkt des Opfers. George bleibt nicht das einzige Opfer und immer bekommt Henry ein Fax mit dem Todeszeitpunkt, der allerdings ganz kurz in der Zukunft liegt .Gemeinsam mit der Polizistin Kat und Nick einem Spezialagenten, versuchen sie den Mörder zu fassen.

Der Autor schafft es nicht ganz, die Personen seines Romans *lebendig* werden zu lassen sie bleiben etwas farblos, das sie alle sehr problembeladen sind ist es auch schwer mitzuleiden, denn das Mitleid muss angesichts der vielen Probleme nach dem Gießkannensystem verteilt werden, da bleibt für den einzelnen nicht viel übrig. Genauso ist es mit den Tatverdächtigen, im Laufe der Geschichte tauchen mehrere davon auf, und alle sind sie mehr oder weniger unsymphatisch und kaum setzt man sich mit einem der Tatverdächtigen etwas näher auseinander, präsentiert Ritter einen neuen. Meiner Meinung nach etwas zu viel des Guten. Der Showdown ist wie nicht anders zu erwarten Genretypisch, die Guten bringen den Bösen zur Strecke.Positv fand ich allerdings, das sich keine Liebesgeschichte zwischen Kat und einem der männlichen Hauptpersonen entwickelt, sollte der Autor vorhaben weitere Bücher mit diesen Personen zu schreiben, so hoffe ich das es dabei bleibt.

Mein Fazit: Nicht ganz der erwartete Pageturner, aber auch nicht so schlecht das man nicht weiterlesen möchte, für zwischendurch völlig OK.

Sonntag, 2. Januar 2011

Das Regenmädchen von Gabi Kreslehner

Klappentext:
Eine regennasse Fahrbahn. Einzelne Autos, die vorbeirauschen. Ein grauer Morgen. Als Kommissarin Franza Oberwieser an den Tatort kommt, trifft sie der Anblick der Toten wie ein Schlag.


Ein schönes junges Mädchen in einem glitzernden Ballkleid liegt verrenkt am Straßenrand. Franza beginnt Fragen zu stellen und begegnet nur Menschen, die etwas zu verbergen haben. Dunkle Seiten, Abgründe, Lügen. Die Tote kannte sie alle. Musste sie deshalb sterben?

Nach der Leseprobe konnte ich nicht genau einordnen was mich erwartet: Ein poetischer spannender Krimi oder poetische Langeweile.

Von Langeweile konnte keine Rede sein, die Personen im Buch waren sehr genau beschrieben, so das man sich gut in sie hineinversetzen konnte, ein symphatisches Ermittlerduo, mit Stärken und Schwächen sowohl im beruflichen als auch privaten Bereich, wobei das Privatleben der Ermittler nicht bis zur Ermüdung ausgewalzt wurde. Franza und Felix versuchen den Tod der jungen Marie aufzuklären, die in einer verregneten Juninacht auf der Autobahn überfahren wurde und dadurch zu Tode kam, was auf den ersten Blick wie ein Unfall aussieht, entpuppt sich nach kurzer Zeit als Mord.

Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt, der erste beginnt mit dem Tod Maries, dem Regenmädchen, der zweite erzählt aus ihrem Leben.

Nach und nach führen die beide Erzählstränge zusammen und man erfährt das es eine tiefere Verbindung zwischen Franza und Marie gibt, Ben; Franzas Sohn und Maries großer Liebe. Lange bleibt die Antwort wer der Täter ist, offen. Sogar ihren Sohn Ben verdächtigt Franza.

Alles in allem, ein gelungener Roman, mit einem spannenden und überraschenden Ende.