Riva am Gardasee:
Im Yachthafen finden Taucher einen toten Hund. Sie vermuten Tierquälerei und melden den Vorfall der Polizei. Brigadiera Patti Mayrhofer geht der Sache nach, auch wenn die Kollegen darüber lachen. Und sie hat den richtigen Riecher: Die Hundebesitzer, das Unternehmer-Ehepaar Carbone, werden seit einiger Zeit bedroht. Könnte dies mit Signora Carbones rätselhafter Vergangenheit zu tun haben? Vielleicht reagiert hier auch jemand seinen Hass auf reiche Leute ab, denn die vermögende Professorin Lukrezia di Lorenzini wird ebenfalls massiv eingeschüchtert. Als ein Mitglied der Unternehmerfamilie Carbone verschwindet, nimmt der Fall eine dramatische Wendung.
Viola Eigenbrodt entführt uns wieder an den Gardasse, dieses mal in eine eher winterliche Kulisse, die perfekt zur Geschichte passt.Im Mittelpunkt steht ein auf den ersten Blick ungewöhnlicher Fall: Ein toter Hund, aus dem Yachthafen gezogen, klingt zunächst nicht nach einem großen Kriminalfall, sondern eher nach einem tragischen Einzelfall. Doch genau hier zeigt sich, wie gut die Autorin Spannung aufbauen kann. Aus einer scheinbar „kleinen“ Sache entwickelt sich Stück für Stück ein immer bedrückenderes Geflecht aus Bedrohungen, Geheimnissen und alten Verletzungen. Je weiter die Ermittlungen voranschreiten, desto klarer wird, dass hier jemand gezielt Angst verbreitet und zwar vor allem in wohlhabenden Kreisen.
Besonders gut gefallen hat mir Brigadiera Patti Mayrhofer. Sie ist keine Superheldin, sondern eine Ermittlerin mit Ecken und Kanten, die sich von den spöttischen Kommentaren ihrer Kollegen nicht beirren lässt, schließlich geht es nur um einen Hund den die Taucher um Wasser gefunden haben. Doch Patti verlässt sie sich auf ihren Instinkt und der sagt ihr sehr früh, dass der Hund nur die Spitze des Eisbergs ist. Diese Mischung aus Professionalität, Bauchgefühl und einer leisen Verletzlichkeit macht Patti für mich sehr nahbar und authentisch.
Der Schreibstil von Viola Eigenbrodt ist angenehm flüssig, ohne seicht zu wirken. Dialoge und Beschreibungen halten sich die Waage, und besonders die atmosphärischen Szenen rund um den Gardasee haben mir gut gefallen. Man spürt, dass die Autorin die Landschaft liebt und genau weiß, wie sie Orte lebendig werden lässt, ohne in endlose Landschaftsbeschreibungen abzuschweifen. Das Lokalkolorit fügt sich stimmig in die Handlung ein.
Die Spannung kommt natürlich ebenfalls nicht zu kurz, ich wollte immer mehr wissen was genau nun hinter allem steckte, die Auflösung gefiel mir sehr gut denn alles fügt sich zu einem stimmigen Gesamtbild zusammen.
„Schönheit, Schnee und Limoncello“ ist ein atmosphärischer Gardasee-Krimi, der mit einer starken Ermittlerin, einem ungewöhnlichen Ausgangsfall und viel stimmigem Setting punktet. Wer Krimis mag, die nicht nur von Blut, sondern auch von Stimmung, Charaktertiefe und einem Hauch Italien-Flair leben, ist hier genau richtig. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.
- ASIN : B0GMSW6DGG
- Herausgeber : Independently published
- Erscheinungstermin : 9. Februar 2026
- Sprache : Deutsch
- Seitenzahl der Print-Ausgabe : 258 Seiten
- ISBN-13 : 979-8247591023

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