Dienstag, 14. Januar 2025

Serera: Erstes Buch: Die zwei Welten von Bruno Hof

Eines muss enden: Wahn oder Welt

Die Menschheit steht vor dem Untergang …

All unser Denken und Tun hinterlässt Spuren. Nicht nur in unserer Welt, sondern auch in Serera, jener geheimnisvollen Parallelwelt, in der unsere Gedanken und Handlungen zu lebendigen Wesen werden.

Einst ein traumhafter Ort mit fruchtbaren Feldern und einträchtig lebenden Gemeinschaften, dringen in Serera heute mitleidlos mordende Kreaturen vor. Sie alle dienen dem Einen oder Seelenlosen, der seinem Ziel stetig näher kommt: der Vernichtung beider Welten. Die friedlichen Völker Sereras müssen sich auf den Krieg vorbereiten, aber viele Menschen sind sich uneins oder unerfahren im Kampf.

… und alle schauen auf Robin

Ganz woanders hat der Jugendliche Robin Grimm seine eigenen Probleme: Im dauernden Streit mit seinem Vater will er von zu Hause weglaufen – da fällt ihm ein seltsamer Schlüssel in die Hand, der ihm das Tor nach Serera öffnet.

Schön ist die Natur Sereras und freundlich die Menschen, die dort leben – doch schrecklich ist der Schatten, der sich ausbreitet. Eigentlich will Robin nur seine Ruhe. Aber er hat den Schlüssel nach Serera gebracht – und dies kann ungeahnte, weitreichende Folgen haben. Robin befindet sich plötzlich im Zentrum der Gefahren.

Die Magier beschließen, der Menschheit, die sich ins Negative entwickelt hat, ein letztes Mal zu helfen. Um einen Krieg zu beenden, verbannen sie den EINEN, auch bekannt als der Seelenlose, in eine Parallelwelt. Nach Serera verbannt, gelingt es dem Seelenlosen nach langer Zeit, Kreaturen in unsere Welt zu schicken. Diese sollen ihm den Schlüssel zu seiner Befreiung beschaffen. Die Kreaturen treffen auf eine Welt, in der das Dunkle und Böse erneut die Oberhand zu gewinnen droht.

Der Schlüssel befindet sich im Besitz der Familie von Burg Torheim. Klara von Burg Torheim, die letzte Hüterin, stirbt auf der Flucht vor einer Kreatur des EINEN bei einem Unfall. Mit ihrem letzten Atemzug übergibt sie den Schlüssel an Robin. Robin ist ein typischer Teenager: mürrisch, mit Problemen in der Schule und im ständigen Streit mit seinem Vater. Doch der Junge muss über sich hinauswachsen, um die Welt zu retten.

Bruno Hof erzählt die Geschichte aus den Perspektiven seiner Protagonistinnen, wodurch sich die von ihm geschaffene Welt vor dem geistigen Auge der Leserinnen entfaltet. Besonders die Welt Serera wird detailliert beschrieben. Diese Parallelwelt spiegelt das Denken und Handeln unserer eigenen Welt wider, was dazu führt, dass sich das Dunkle und Böse immer weiter ausbreitet, verkörpert durch den EINEN und seine grausamen Kreaturen.

Robin muss sich diesen Gefahren stellen, doch er ist nicht allein.

Mit seinem Debüt Serera: Die zwei Welten hat Bruno Hof ein durchaus lesenswertes Buch geschaffen. Auf 832 Seiten bietet es ein umfangreiches Leseerlebnis für Fans epischer Fantasy mit Horrorelementen. Die Altersempfehlung ab 16 Jahren ist passend.

Der Roman überzeugt jedoch nicht nur durch seine Fantasy- und Horrorelemente. Er verbindet geschickt weitere Genres wie Abenteuer und Endzeitroman. Hofs ausdrucksvolle Sprache zieht die Leser*innen in eine andere Welt, ohne den Bezug zur Realität zu verlieren.

Die 832 Seiten sind zwar umfangreich, doch der größte Teil des Buches liest sich flüssig und unterhaltsam. Manchmal treten jedoch Wiederholungen auf, die den Lesefluss hemmen, insbesondere bei den Charakterbeschreibungen. Ein Beispiel ist die wiederholte Betonung der Hingabe und Grausamkeit der Kreatur, die auf der Jagd nach dem Schlüssel ist. Hier dachte ich mir gelegentlich: "Ja, das weiß ich schon."

Trotz kleiner Schwächen in der Ausarbeitung präsentiert sich Serera: Die zwei Welten als ein vielversprechender Auftakt der Dilogie, die mit dem zweiten Band Die zwei Kriege ihren Abschluss findet.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Calderan; 1. Edition (9. September 2021)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 832 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3986006664
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3986006662

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