UI ich versuche mich nun auch noch mal am Top Ten Thursday. Bücher der Titel mit L beginnt, da schaue ich doch mal was ich so finde.
Lovecraft Country von Matt Ruff.
Auszug aus meiner Rezension:
Trotz aller Monster und okkulter Rituale, der wahre Horror spielt sich in der realen Welt ab, einer Welt, in der es Menschen nur wegen ihrer Hautfarbe verwehrt wurde, ein Haus in einer bestimmten Gegend zu kaufen, einen Kaffee in einem Diner zu trinken oder gar auf einem Gehweg zu bleiben, wenn einem ein Weißer entgegenkam. Oder dem Alltagsrassismus dem Menschen anderer Herkunft oder Hautfarbe auch heute noch überall auf der Welt begegnen, sei es in der Sprache (wobei das meiner Meinung nach, meist unbeabsichtigt geschieht) oder in Handlungen.
Nun könnte man denken Lovecraft Country wäre angesichts des Themas ein düsteres Buch, voller Enttäuschung, Verbitterung und Wut, doch weit gefehlt, ich habe noch nie ein Buch zu diesem Thema gelesen, das mich so amüsiert hat, Ruff schreibt mit einer Leichtigkeit, die, ihresgleichen sucht, ohne das Wesentlich aus den Augen zu verlieren.
Lovecraft Country, ist das erste Buch von Matt Ruff, das ich gelesen habe. Das muss ich zu meiner Schande gestehen, aber es wird nicht das letzte sein.
Ich muss zugegeben an dieses Buch kam ich nur durch Zufall und wie es so ist, hat mir dieser Zufall einige sehr angenehme Lesestunden beschert. Allerdings habe ich eine Weile gebraucht für dieses Buch, ich habe es immer mal wieder zur Seite gelegt und das hat mir gezeigt, dass ich viel zu selten zu den Größen der Literatur greife. McEwan beschenkt seine Leser mit diesem Werk, das einige biografische Züge aufweist. Der mit vielen Preisen für englische Literatur ausgezeichnete Schriftsteller überzeugt durch seine Wortwahl.
Seite 2
»Er konnte die blöde Stelle auf der Seite sehen, ehe er sie erreichte; und es geschah, ehe es geschah, der Fehler kam ihm entgegen, die Arme ausgestreckt wie eine Mutter, bereit, ihn an sich zu drücken, immer derselbe Fehler, der ihn abholen kam, wenn auch ohne Hoffnung auf einen Kuss.«
Von der Handlung selbst war ich nicht immer zur Gänze überzeugt, manches war mir zu langatmig geschrieben. Zwar wurde das meist wettgemacht durch den wunderbaren Sprachstil, sodass ich den Roman über ein Leben vor den gesellschaftlichen und politischen Ereignisse der letzten Jahrzehnte, zu 80 % genießen konnte.
Und wie so oft und viel zu selten erwähnt, gebührt auch für dieses Buch dem Übersetzer ein großes Lob.Bernhard Robben ist es gelungen, die Seele des Buches einzufangen und nicht nur die Worte von einer Sprache in die andere zu übersetzen.
Dieser Roman ruft den Leserinnen und Lesern eindringlich ins Bewusstsein, welche Gewalt hinter vielen gutbürgerlichen Fassaden herrscht, entgegen der landläufigen Meinung zieht sich das Problem durch alle Gesellschaftsschichten und beschränkt sich nicht nur auf Menschen, die am unteren Rande der Gesellschaft leben müssen.
Wer nicht selbst betroffen ist, kann sicher nicht verstehen, warum sich die Opfer der Gewalt nicht wehren, warum sie nicht gehen. Ich kann das auch nicht, ich kann nur mutmaßen, dass es sowohl finanzielle Gründe als auch emotionale hat, der Wunsch dem Täter zu gefallen und die Hoffnung, die daraus resultiert, dass vielleicht doch noch alles gut wird.
Daniela Dröschers Roman ist die Geschichte einer Familie in den 1980er Jahren, erzählt aus der Sicht eines Kindes.
Die Familie lebt gemeinsam mit den Schwiegereltern unter einem Dach, in einem kleinen Dorf im Hunsrück, einem Dorf und einem Haus, in dem die Mutter nicht willkommen ist, als Kind polnischer Aussiedler ist sie immer die Fremde und schon gar nicht gut genug für den "Prinzen" ihrer Schwiegermutter. („So ä dreggisch Weibsstick.“). Auch bei ihrem Ehemann hat sie keinen Rückhalt, im Gegenteil, er demütigt sie Tag für Tag wegen ihres Gewichts, drängt sie immer wieder zu Diäten, Kuren und Sport, zwingt sie sogar sich in seinem Beisein zu wiegen. Er gibt ihr, bzw., ihrem Gewicht die Schuld an allem, was in seinem Leben nicht so läuft, wie er es sich wünscht, sein eigenes Versagen ist ihre Schuld und er wird zerfressen vom Neid auf seine Frau, die intelligenter ist und die in der Firma, in der sie Teilzeit arbeitet, die Anerkennung findet, die sie in ihrer Familie schmerzlich vermisst. Doch immer wieder begehrt sie auf, versucht ihr Leben so zu leben, wie es sie glücklich macht, um immer wieder zu scheitern.
LAST ORDER und andere dunkle Geschichten von Germaine Paulus
Rezensionen zu Kurzgeschichten sind immer schwierig, bespreche ich die einzelnen Geschichten besteht die Gefahr das ich zu viel verrate oder zu wenig, noch schwieriger wird es, wenn die Kurzgeschichten wirklich kurz sind, also so wie ich persönlich sie besonders liebe. Ich picke mir aus den sechsundzwanzig Kurzgeschichten also nur die eine oder andere heraus, um etwas mehr darüber zu erzählen.
Ich beginne die Rezension aber mit dem Schreibstil der Autorin, die es schon mit ihren Krimis um Gerd Wegmann geschafft hat mich zu begeistern, es gibt viele gute Krimis, aber nur wenige, die sprachlich an die Autorin heranreichen, Germaine Paulus schreibt auf sehr hohem Niveau, das wusste ich schon, ich kannte auch schon die eine oder andere Kurzgeschichte von ihr, die mir im Großen und Ganzen auch gefielen, aber kann sie dieses Niveau auch in sechsundzwanzig Geschichten halten? Sie kann, definitiv.
Dann bleibt noch die Frage, ob eine Kurzgeschichtensammlung von einer einzelnen Autorin nicht für ein Gefühl der Übersättigung führen kann, in Anthologien sind ja häufig mehrere Autoren vertreten und das allein sorgt ja schon für Abwechselung, wenn es da mal die eine oder andere Story gibt, die nicht so überzeugt, kann man sich schon auf die nächste freuen, hat man nur einen Autor zur Verfügung und eine Geschichte gefällt nicht so richtig, kann das im schlimmsten Fall dazu führen das man das ganze Buch an die Seite legt. Aber hier kann ich euch beruhigen. Germaine Paulus bleibt ihrem hohen Niveau in jeder Geschichte treu und schreibt doch sehr abwechslungsreich.
Fast scheine ich ihn persönlich zu kennen den manchmal etwas grantigen Ermittler aus Essen, den ich meistens sehr mag, manchmal aber auch schütteln möchte, z. B. wenn er sich von seiner Kollegin Theresa genannt Möhrchen mal wieder Kaffee machen lässt, wobei er das auch gut selber erledigen könnte oder wenn er vor sich hingrummelt das die Eltern das Studium der Tochter bezahlen müssen, ja Sigi so ist das eben, wenn man Kinder hat, aber meist mag ich ihn und besonders wenn er von seinen alten Fällen erzählt, wie in diesem der tief in die Vergangenheit der ehemaligen DDR führt.
Es ist erschreckend wie nah mir die Geschehnisse der Vergangenheit plötzlich gingen, weil sie so real beschrieben wurden wie von Klaus Heimann, er erzählt vom Leid einer jungen Frau, die eigentlich noch ein Kind ist und selber schon Mutter wird, doch von ihren Eltern gezwungen wird das Kind zur Adoption freizugeben und der Vater des Kindes will nichts mehr von ihr wissen. Erst lange nach der Wende erfährt sie was damals wirklich geschah und welche Rolle die Stasi dabei spielt.
Eigentlich ist damit schon alles gesagt.Romy Hausmann hat eine Atmosphäre geschaffen die bedrückender kaum sein könnte, fast körperlich spürt man die Bedrohung die von dem Vater ausgeht, die Angst der Mutter. Besonders erschreckend war für mich die Selbstverständlichkeit mit der die Kinder, besonders die 13 jährige Hannah die Situation hinnehmen, sie sind in der Hütte zuhause, sie kennen die Welt draußen nur aus den Erzählungen der Mutter.
Lenas Vater Matthias spielt ebenfalls eine große Rolle, seit dem Verschwinden Lenas vor 14 Jahren hat er nicht aufgegeben sie zu suchen, bis er eines Nachts den erlösenden Anruf bekommt: Eine Frau auf die Lenas Beschreibung passt, wurde gefunden und befindet sich in einem Krankenhaus nahe der tschechischen Grenze. Ich mochte ihn nicht immer, die Gründe dafür erfahrt ihr wenn ihr das Buch lest, aber vielleicht habt ihr ja mehr Verständnis für sein Verhalten.
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Hallöchen,
AntwortenLöschenwow, da bin ich bei dir nun über ein Buch von Stephen King gestolpert, welches ich bisher noch nicht kannte. Da muss ich mal schauen, ob es überhaupt auf meiner Leseliste des Horror-Meisters gelistet ist.
Ansonsten kenne ich nur Liebes Kind von deiner Liste, die anderen fallen eher nicht so in mein Beuteschema.
10 Titel, die mit „L“ beginnen | Top Ten Thursday №41
Cheerio
RoXXie
Sonst packst du sie einfach noch mit drauf ;o)
LöschenHallöchen :)
AntwortenLöschenVom sehen her kenne ich einige Bücher deiner Liste, gelesen habe ich bisher aber noch keins. Vom Genre her sind die auch nicht unbedingt mein Beuteschema, deswegen bleibt die Leseliste heute noch ein bisschen leer.
Lieben Gruß und schöne Ostern
Andrea
Bücher mit L
Dabei sind doch fast alle Genre vorhanden ;o) Es kann aber auch nicht jeder alles mögen, das wäre ja langweilig. Ich freue mich trotzdem über deinen Besuch auf meiner Seite.
AntwortenLöschenSchönen guten Morgen!
AntwortenLöschenEine sehr bunte Mischung, von der ich aber kein einziges Buch kenne!
Von Stephen King hab ich ja schon recht viel gelesen, aber Langoliers fehlt mir leider noch. Ich hab noch viel aufzuholen, er hat ja sooooo viel geschrieben und das nächste ist auch schon angekündigt :D
Von den Genres her bin ich auch sehr breit gefächert unterwegs, aber da ist jetzt auch eher nichts für mich dabei. Krimis lese ich zwar auch gerne, aber da bin ich sehr wählerisch geworden. Thriller lese ich zurzeit fast gar nicht... eher bin ich im Fantasybereich zuhause, oder Science Fiction, ab und an auch mal was historisches, dann aber eher im Mittelalter :)
Grade aktuell spielende Romane lese ich so gut wie nie :D
Aber das ist ja grade das schöne, dass hier so viele unterschiedliche Buchtipps zusammenkommen ;)
Ich wünsch dir schöne Feiertage!
Liebste Grüße, Aleshanee
King liest sich ja schnell weg, irgendwann bist du auf Stand ;o)
AntwortenLöschenHallo,
AntwortenLöschenvon deinen Büchern kenne ich nur Lovecraft Country und Lanoliers... Langoliers hat mir ganz gut gefallen (wobei es lange her ist dass ich es gelesen habe und ich nicht weiß, ob ich das heute noch so sehen würde...); Lovecraft Country dagegen hat mich etwas enttäuscht, da fand ich die Verfilmung gut, aber das Buch konnte mich nicht berühren. Die Verfilmung von langoliers kenne ich glaube ich nicht (oder habe sie verdrängt ....)
Liebe Grüße
Martin
Mein TTT: http://bit.ly/3KtEGiv
Guten Morgen, letzte Woche war ich ja in Wien, da konnte ich nicht kommentieren. Natürlich bin ich aber neugierig, was so genannt wurde. Lovecraft Country haben wir ja gemeinsam, Langoliers habe ich aussotiert, das Buch war so dreckig und verstaubt. Aber das kommt sicher wieder. Liebe Grüße Petra
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