Montag, 25. Juli 2022

Die Aufrechte von Claudius Crönert

 



Auszug aus dem Klappentext:
»Sie hing nun einmal an diesem Mann, sie liebte ihn so sehr.  Doch ihre Überzeugungen gab sie für ihn nicht auf.


 Als Hitler die Macht übernahm, war die Journalistin Felicitas von Reznicek  wie viele andere Intellektuelle,  der Meinung, dass er sich nicht an der Macht halten könne, ein Trugschluss, wie wir alle wissen.

Der Autor Claudius Crönert lässt uns teilhaben an 12 Jahren im Leben der Widerstandskämpferin. 

Fee, wie sie genannt werden wollte, kam 1904 in Charlottenburg, als Tochter des deutsch-österreichischen Komponisten Emil Nikolaus von Reznicek und der Schweizerin Berta geborene Juillerat-Chasseur zur Welt, sie starb 1997 in der Schweiz.

Gleich zu Beginn des Buches wird uns Lesern in Erinnerung gerufen, dass der Riss, der damals durch die Gesellschaft ging (auch wenn der Großteil der Bevölkerung den Nazis zujubelte, gab es auch schon immer Menschen, die gegen Hitler waren) auch durch die Familien ging, Fees Bruder Emil Ludwig war ein glühender Nationalsozialist, der schon früh der NSDAP beigetreten war, ungeachtet der Tatsache, dass seine Mutter Bertha, die eine jüdische Großmutter hatte, in den Augen der Nazis *minderwertig und die Wurzel allen Übels ist*. Es ist nicht relevant, dass die Familie schon früh zum christlichen Glauben konvertierte. Emil ist der Meinung, dass er seine Familie schützen kann, allerdings benötigt er dazu einen Ariernachweis, den die Familie nicht vorlegen kann. Also reist Fee widerwillig in die Schweiz, um die nötigen Papiere zu besorgen. Doch Fee handelt nicht nur zum Schutz ihrer eigenen Familie, als ihre Sekretärin Anna Mannheim und deren Eltern wegen ihres Glaubens in Gefahr geraten, verhilft sie ihnen zur Flucht nach England. 

Diese Situationen zeigen, wie schwierig Fees Lage ist, auf der einen Seite verabscheut sie die Nazis, auf der anderen muss sie mit ihnen kooperieren.

Fee lernt den Journalisten Rudolf Pechel kennen, der den bürgerlichen Widerstand organisierte, und bietet ihm ihre Unterstützung an. Durch ihre gesellschaftlichen und privaten Beziehungen, u.a. durch ihre Liebe zu Hitlers Adjutant Fritz Wiedemann, kommt sie an Informationen, die zur Beendigung des Krieges führen könnten, da sie reisen darf, ist sie in der Lage, diese Informationen an die ausländischen Geheimdienste weitergeben zu können. Und immer wieder ist da diese private Zwickmühle, sie liebt Fritz Wiedemann, der nicht nur verheiratet ist, sondern auch zum engsten Kreis Hitlers gehört, sie muss ihre Spionagetätigkeiten vor ihm verbergen, muss darauf achten, was sie sagt und gleichzeitig ihn dazu bringen, ihr Geheimnisse anzuvertrauen. Ihre Beziehung verarbeitet sie immer wieder in Geschichten, die sie für die Frontsoldaten schreibt. 

Die Aufrechte, ist ein wichtiges Buch, es erzählt von einer der vielen unbekannten Heldinnen und Helden des Widerstands gegen den Terror der Nazis. Es zeigt uns auch, unter welchen Repressalien die Presse damals stand, wer nicht für das Regime schrieb, durfte nichts veröffentlichen oder wurde sogar verfolgt, weggesperrt, das erklärt sicherlich auch ein wenig, warum so viele Menschen später sagten, von nichts gewusst zu haben, Pressefreiheit gab es nicht.


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  • Herausgeber ‏ : ‎ Gmeiner-Verlag; 2022. Edition (13. Juli 2022)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏ : ‎ 512 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3839202477
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3839202470



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