Freitag, 11. März 2022

Frauen schulden dir gar nichts von Florence Given



Florence Given ist eine der international bekanntesten jungen Stimmen des Feminismus. Ihre charakteristischen Zeichnungen lieben über 600.000 Follower*innen auf Instagram. »Frauen schulden dir gar nichts« war ein großer Bestseller in UK.

Die zweiundzwanzigjährige Florence Given ermutigt ihre Leser*innen, sich von gesellschaftlichen Erwartungen freizumachen. Ob es um »pretty privilege«, Selbstliebe, »Catcalling« oder Enthaarung geht, Florence Given öffnet uns die Augen darüber, wie stark das Frauenbild in unserer Gesellschaft noch immer von Oberflächlichkeit und Sexismus geprägt ist, und was das für Frauen an Einschränkungen zufolge hat. Sie geht dabei alle Themen an, die heute wichtig und kontrovers diskutiert werden: Rassismus, Sexismus, queere Identitäten, Body Positivity, Online-Dating und toxische Männlichkeit. Ein feministischer Ratgeber (nicht nur) für junge Frauen.


Die heutige Florence Given spricht mit ihrem jüngeren Ich, sie erklärt ihr, dass sie alles, was sie tut, ja eigentlich nicht für sich selbst, sondern für andere macht, ihr Beispiel ist u.a. das morgendliche schminken vor der Schule, das aufbrezeln, was sie ja eigentlich nur macht, um dem Teil der Gesellschaft zu gefallen, der es oft nicht mal schafft gekämmt in der Schule aufzutauchen. Den Männern, bzw. im Fall ihres jüngeren Ichs, den Jungs.

Dann berichtet die Autorin von ihrem langen Weg zu sich selbst, sie gibt Ratschläge sie erklärt, ihrem jüngeren Ich, worauf sie achten muss und was sie vielleicht besser vermeidet. („Hör auf, Leute für Verhaltensweisen zu kritisieren, die du selbst eben erst abgelegt hast“ (S. 31)Sie erzählt auch von ihren Schwierigkeiten, die sie auf dem Weg zu sich selbst überwinden musste.

Sie nimmt auch kein Blatt vor den Mund, wenn es um Sex geht, sie findet deutliche Worte darüber, was Frauen sich wünschen und womit sie sich leider viel zu häufig zufriedengeben müssen. 



Jetzt wisst ihr worum es in dem Buch geht, aber was denke ich über speziell dieses Buch.


Ich bin eine ganz andere Generation als die Autorin, oh Gott ich bin alt, als ich aufgewachsen bin, schien es nicht wirklich wichtig, ob man ein Junge oder Mädchen ist, wenn jemand doof war, war er eben doof. Unabhängig vom Geschlecht, es war egal, ob die Beine rasiert waren und die Lippen geschminkt oder nicht, das waren unwichtige Äußerlichkeiten. Die Mädchen und jungen Frauen in meinem Umfeld strengten sich an, um ihre Ziele zu erreichen und so gab es Dachdeckerinnen, eine Bootsbauerin und eine stellvertretende Geschäftsführerin im elterlichen Betrieb, Köchinnen, Kindergärtnerinnen und und und, in meiner Abschlussklasse.

Waren wir emanzipierter als die jungen Frauen heutzutage?

Wann hat es angefangen, dass sich Frauen freiwillig auf ihr Äußeres reduzieren?

Wann haben Frauen angefangen, sich nicht einmal mehr gegen verbale Angriffe zu wehren?


Sind Frauen seit dem Beginn des Kampfes um die Gleichberechtigung der Frau irgendwann mal des Kämpfens müde geworden, weil es sowieso kaum Fortschritte gab?

Ich habe darauf keine Antwort und ich maße mir auch kein Urteil an.


Natürlich weiß ich um die Probleme, ich weiß das Frauen immer noch viel schlechter bezahlt werden, gerade in den typischen Frauenberufen ist die Bezahlung menschenverachtend, dass sie sexuell missbraucht werden und schlechtere Karrierechancen haben, weil sie Frauen sind.

Jetzt gehen Frauen auf die Straße, ein gutes Beispiel ist der Generalstreik der Frauen in Spanien 2018, zu dem mehr als 5 Millionen Frauen gegen Gewalt und Ungleichbehandlung demonstrierten.

Nur das reicht nicht, hier ist die Politik gefordert, und zwar nicht mit schönen Worten, sondern mit Gesetzen, die auch eingehalten werden.


Nun aber noch mal zum Buch, es ist nicht wie es der Klappentext verspricht. "Nicht nur für junge Frauen" (ich spreche aber jetzt doch nur von mir) geschrieben,
sowohl die Aufmachung als auch die Art wie es geschrieben ist, ist nicht wirklich für mich gemacht.
Ich hätte das Buch eigentlich nicht mal in die Hand genommen, das Cover in *Mädchenfarben* ist nicht meins, aber es soll wohl auch ein wenig provozieren. 
Andererseits war ich aber auch sehr neugierig, wie junge Frauen heute ticken, wie sie für ihre Rechte eintreten, was sie antreibt oder bremst.
Die Botschaft ist gut und wichtig und auch, dass das Buch für ein junges Zielpublikum von dieser jungen Autorin geschrieben wurde, denn sie spricht durch ihre Bekanntheit ein großes Publikum an. Andere Frauen, mit denen ich in der Zeit, in der ich das Buch las, darüber sprach und denen ich das Buch in die Hand gab, sahen das je nach Altersklasse genau wie ich.

  • Herausgeber ‏ : ‎ KiWi-Taschenbuch; 1. Edition (10. März 2022)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 288 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3462001671
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3462001679
  • Originaltitel ‏ : ‎ Women don´t owe you pretty
  • Übersetzung: Kathrin Weßling und Eva Horn             













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