Die junge Kriminalhauptmeisterin Ira Schwarz arbeitet für die weibliche Kriminalpolizei, aber sie will mehr, sie will für die Mordkommission arbeiten, ein fast unmögliches Unterfangen im Jahr 1967.
Als die Leiche eines 16-Jährigen gefunden wird sie zunächst nur dazu eingesetzt sich, um die Mutter des Opfers zu kümmern. Das gehört zu den Hauptaufgaben der weiblichen Polizisten, Opferbetreuung und die Betreuung von weiblichen Verdächtigen oder minderjährigen. Für Ira, eine unbefriedigende Situation. Als die männlichen Kollegen einen Verdächtigen ermitteln, ist sie von dessen Schuld nicht überzeugt. Gemeinsam mit dem Journalisten Ben Weber ermittelt sie auf eigene Faust.
Es ist eine Zeit der Veränderungen, der 2. Weltkrieg ist noch nicht allzu lang vorbei, die politischen Strukturen sind verkrustet. Emanzipation ist ein Fremdwort genauso wie Toleranz.
Doch allmählich brechen die alten Strukturen auf, Studenten gehen auf die Straße, in den Bars herrscht eine gewisse Art von Freiheit. Theoretisch sind auch Frauen bei der Kriminalpolizei zugelassen, doch bis dahin ist noch ein langer Weg.
Ich mochte Ira, sie ist jung, zielstrebig und verantwortungsbewusst, das zeigt sich besonders auch in ihrem Privatleben, nach dem Tod ihrer Eltern kümmert sie sich um ihren minderjährigen Bruder, der zur damaligen Zeit mit knapp 18 Jahren noch lange nicht volljährig ist.
In ihrem Beruf ist sie aufmerksam und so sieht sie manchmal Hinweise die anderen verborgen bleiben. Unterstützt wird sie in ihrem Vorhaben zur Mordkommission zu wechseln von ihrer direkten Vorgesetzten Clara Wiener.
Als sie Ben kennenlernt sind die beiden zunächst wie Katz und Hund, erst nach und nach raufen sie sich zusammen und bilden ein tolles Team. Ben erfüllt das Klischee eines linken Journalisten, Jeans, lange Haare, ein unstetes Privatleben um es einmal vorsichtig auszudrücken, aber er hat auch einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit.
Die Suche nach dem Täter ist spannend und sie lässt den Leser einen Einblick nehmen in die Polizeiarbeit der damaligen Zeit. Hier scheint die Autorin Paula Bach, wirklich gut recherchiert zu haben, soweit ich das beurteilen kann.
Der Kriminalfall, die Aufklärung des Mordes war sehr spannend und in sich schlüssig, die Charaktere sympathisch und ihre Handlungen durchaus nachvollziehbar.
Aber ich habe leider auch etwas zu meckern.
Im Buch werden zu viele Probleme auf einmal behandelt, ich will und kann sie nun nicht alle aufzählen, denn dann könntet ihr euch die Lösung des Falles vor dem Lesen zusammenreimen und das wäre nicht gut. Die Probleme die Paula Bach im Buch beschreibt, gehören zu der Zeit, sie sind real, damals wie heute.
Da wäre weniger mehr gewesen und das eine oder andere wäre in einem Folgeband besser aufgehoben, um diesen ersten Band etwas zu entlasten.
Nichtsdestotrotz bekommt Goldjunge eine Leseempfehlung von mir.#
Frau Goethe liest, hat auch noch eine Rezension zu dem Buch für euch:
https://fraugoetheliest.wordpress.com/2020/07/11/ein-serienmoerder-in-koeln-rezension/
- Taschenbuch: 512 Seiten
- Verlag: Ullstein Taschenbuch; Auflage: 1. (15. Juni 2020)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 354828888X
- ISBN-13: 978-3548288888

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