Dienstag, 19. Mai 2020

Totenfahrt: Goldmann und Brandners 6. Fall von Timo Leiibig.

Nach einer Demo verschwindet ein Bus mit 30 Aktivisten an Bord spurlos.
Walter Brandner, der nur Tage von seiner Pensionierung entfernt ist, übernimmt die Leitung der Sonderkommission, gemeinsam mit seinem Team versucht er herauszufinden wer hinter der Entführung steckt und welche Motivation die Entführer haben könnten, denn eine Lösegeldforderung geht nicht ein.
Gleich zu Beginn der Ermittlungen stößt Leonore Goldmann, die nach ihrer Frühpensionierung wegen MS als Privatdetektivin arbeitet zum Team, sie recherchierte für den Industriellen Doria, dessen Tochter Kiara sich an Bord des Busses befand und sie fand heraus das der Leibwächter der Kiara verdeckt im Auftrag ihres Vaters begleitete nicht der ist, für den er sich ausgab. Der Kleinkriminelle Tscherniak hat Beziehungen zur russischen Mafia, steckt sie hinter der Entführung oder handelt es sich bei den Entführern um radikale Tierschützer, denen eine Demo zum Tierwohl nicht mehr genug ist?
Ich bin schlichtweg begeistert von diesem Krimi, anders kann ich es nicht ausdrücken.
Brandner und sein Team bestehend aus der Kriminaloberkommissarin Cahide Pfeiffer und dem Kriminalkommissar Gregor Schanzer arbeiten hervorragend zusammen, Grabenkriege gibt es nicht und schon allein deswegen mochte ich das Buch, ich bin wohl leicht traumatisiert von den immer wiederkehrenden Privatproblemen der Protagonisten und den Streitigkeiten innerhalb eines Teams. Zwar haben auch hier die Ermittler Probleme, Cahide zum Beispiel muss wegen eines Vorfalls zur psychologischen Beratung bei einem mehr als zwielichtigen Polizeipsychologen aber das behindert die Ermittlungen nicht. Behindert wird das Team eher durch Sparmaßnahmen und dem daraus resultierenden Personalmangel, die sie zwingen der einen oder anderen Spur nicht so akribisch nachzugehen wie sie es gern möchten und für notwendig erachten.
Die Story beginnt relativ harmlos, eine Entführung in diesem Umfang ist zwar recht spektakulär, aber nichtsdestotrotz hatte ich den weiteren Verlauf der Handlung schon im Kopf, nachdem ich die ersten Seiten gelesen hatte:

Entführung--- Ermittlungen--- feststellen der Täter---Suche nach dem oder den Tätern--- Showdown--- Ende

 Ich konnte ja nicht ahnen wie sehr ich mich irrte, Timo Leibig zeigt uns die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele und das diese Abgründe in jedem von uns vorhanden sind, die Gründe um in diese persönlichen Abgründe zu stürzen mögen für jeden andere sein, aber treffen kann es jeden.
Gleichzeitig aber zeigt er uns auch, dass Menschen sich zum besseren ändern können, ich schreibe jetzt bewusst nicht zum Guten.
Totenfahrt ist nichts für schwache Nerven und schon gar nichts für schwache Mägen und bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung.
Zwar handelt es sich um den 6. Band der Reihe, aber er kann ohne Vorkenntnisse der vorigen Bücher gelesen werden.

  • Taschenbuch: 342 Seiten
  • Verlag: Leibig Verlag und Werbung (Nova MD); Auflage: Erstauflage (20. Mai 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3966988887
  • ISBN-13: 978-3966988889







2 Kommentare:

  1. Hallo Manuela,
    ich habe diese Serie bis zum 4. Teil verfolgt und dann aus Zeitmangel aus den Augen verloren. Ich sehe schon, ich muss unbedingt weiterlesen! Deine Begeisterung hat mich gleich angesteckt.
    LG Gabi

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    1. Besonders erstaunlich fand ich ja, dass es mich gar nicht störte, dass es sich um den bisher letzten Teil der Reihe handelt, das Zusammenspiel der Protagonisten war einfach perfekt.

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