Sonntag, 24. Mai 2020

Der Weizen gedeiht im Süden von Erik D. Schulz

Nach dem einem Atomkrieg ist die Erdoberfläche in der nördlichen Hemisphäre unbewohnbar, der nukleare Winter und die Strahlungsintensität machen ein Leben auf der Oberfläche unmöglich.
Für, wenige, gutsituierte Menschen bietet ein Bunker im Felsmassiv oberhalb Davos Zuflucht.
Ausgestattet mit genügend Wasser und Nahrung wollen sie darauf warten, wieder an die Oberfläche zu können.
Doch die Sicherheit in der sie sich wiegen ist trügerisch, die Ernte des Getreides wird von der Getreidepest vernichtet, ein Wasseringenieur stirbt unter verdächtigen Umständen und der Leiter des Bunkers entwickelt mehr und mehr psychopathische Züge. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann das Leben im Bunker unerträglich wird. Als sich auch noch herausstellt, dass die Strahlenbelastung durch das Trinkwasser immer höher wird, beschließt eine kleine Gruppe um den Leiter des Sicherheitsteams Haemmerli und dem Psychiater Oliver Bertram, den Bunker zu verlassen und nach Süden zu gehen.

Der Weizen gedeiht im Süden
Der Titel war es der mich neugierig auf das Buch gemacht, er klingt hoffnungsvoll, nach einem Ort an dem Leben möglich ist, an dem es Nahrung und vielleicht eine neue Heimat gibt. Dieser Titel steht in völligem Kontrast zum Cover, das die Trostlosigkeit die überall herrscht hervorragend symbolisiert.


Ich mochte die Handlung. Das Buch ist in drei Abschnitte aufgeteilt, das Leben im Bunker, das mehr und mehr geprägt wird von der Aussichtslosigkeit, dem tyrannischen Gebaren des Bunkerleiters, des trotz aller Annehmlichkeiten beengten Lebensraums und natürlich der Gefahr durch das verstrahlte Wasser. Hier spürte ich die bedrückende Atmosphäre und die Angst der Protagonisten, besonders Olivers Beweggründe den Bunker zu verlassen ohne zu wissen was ihn an der Oberfläche genau erwartet konnte ich sehr gut nachvollziehen, er will seiner 14jährigen Tochter ein anderes Leben bieten.
Ebenso überzeugend war der Weg den die Gruppe zurücklegt, bis sie in den Süden gelangt, die Strapazen des nuklearen Winters, die Angst vor dem kontaminierten Schnee, die körperlichen Strapazen, Krankheiten und die Angst vor den anderen Überlebenden und die Angst vor möglichen Verfolgern aus dem Bunker. Später ist es der Kampf gegen Hitze und Durst.
Und im letzten Teil erzählt die Geschichte vom Leben im Flüchtlingslager, das Elend der Menschen in diesen Lagern, müsste man gar nicht beschreiben, wir müssen nur den Fernseher einschalten und können das Live mitansehen. Nur unter umgekehrten Vorzeichen, die Flüchtlinge der Realität kommen aus dem gelobtem Land dieser Dystopie.

Aus irgendeinem Grund, kam ich mit dem Erzählstil des Autors nicht zu 100 % zurecht, es fehlte der kleine Funke, der mich dazu, bringt mich, vollkommen in die Geschichte fallen zu lassen. Der Schreibstil ist eher nüchtern, mir fehlte ein klein wenig die Emotionalität der handelnden Personen, zwar schreibt der Autor von der Gefühlswelt der Protagonisten nur leider spürte ich sie nicht. Weder die Angst aller Protagonisten vor dem, was vor ihnen liegt, war für mich spürbar, noch die sich anbahnende Romanze zwischen Oliver und Carolin, konnte ich mitfühlen.
Jetzt könnte man sagen, ich bin sowieso nicht der größte Fan von Romanzen, also liegt es vielleicht an mir, aber hier hat sie sogar gepasst, als Zeichen der Hoffnung und des Neubeginns.
Aber nur, weil ich mit dem Stil des Buches nicht ganz zurechtkam, war es ja nicht schlecht, die Handlung ist auf jeden Fall nachvollziehbar und leider auch vorstellbar.
Tun wir also, jeder wie er kann, alles dafür das es niemals so weit kommt, wie im Buch beschrieben.

  • Broschiert: 420 Seiten
  • Verlag: Acabus Verlag; Auflage: Originalausgabe (9. März 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3862827364
  • ISBN-13: 978-3862827367










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