Freitag, 13. September 2019

Der Fall Susann K. von Carmen Mayer

Nach einem Mord an einem geliebten Menschen, erwarten die Hinterbliebenen zurecht, das der Täter so schnell wie möglich gefasst und zur Verantwortung gezogen wird. Was aber wenn der mutmaßliche Mörder für alle überraschend frei gesprochen wird? Und der Vater der Toten Wenzel unter Verdacht gerät Selbstjustiz begangen zu haben.

Carmen Mayer beschreibt in ihrem Krimi Der Fall Susann K. die quälende Zeit während des Prozesses, in allen Einzelheiten verfolgt der Leser die Beweisaufnahme, die Plädoyers der Staatsanwaltschaft und des Anwalts. Ich hoffte und bangte mit Wenzel auf Gerechtigkeit, wohl wissend das der Mörder seines Kindes ungeschoren davon kommt und ich war entsetzt als Wenzel unter Verdacht geriet selbst zum Mörder geworden zu sein.
Zum Glück für ihn wird der Journalist Bernd Wunderlich auf den Fall Susann K. aufmerksam und irgendetwas lässt dem gewieften Reporter keine Ruhe und er findet nicht nur Beweise die Wenzel entlasten, er deckt ungeheuerliche Zusammenhänge auf.

Der Schreibstil der Autorin ist ungewöhnlich, sie lässt die Leser hautnah in die Gefühlswelt der Protagonisten eintauchen, besonders die Figur Wenzel, kam mir sehr nah, als Mutter war mir der Schmerz den er empfand und den Carmen Mayer so realistisch beschrieb, fast zu viel, konnte ich doch gut nachvollziehen wie es ihm ging. Und das ist es auch was dieses Buch so besonders macht, die Intensität mit der die Autorin Gefühle beschreibt ist etwas ganz besonderes. Dem steht die Figur Bernd Wunderlich entgegen, der sich wie ein Terrier in den Fall verbeißt und auch als sein eigenes Leben in Gefahr gerät, gibt er nicht auf, bis er die ganze Wahrheit aufdecken kann. Wunderlich kam mir eher kühl vor, aber sehr sympathisch.

Der Fall Susann K. ist ein ungewöhnliches Buch, weit mehr als nur ein Krimi, in denen es häufig doch nach Schema F. geht und nach spannenden Lesestunden nichts nachhallt.
Mich lässt das Buch nachdenklich zurück und ich vergebe eine volle Leseempfehlung.

  • Taschenbuch: 250 Seiten
  • Verlag: edition oberkassel; Auflage: 1 (19. September 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3958131905
  • ISBN-13: 978-3958131903

5 Kommentare:

  1. Damit das Buch so ankommt wie bei dir, muss man sich tatsächlich vom Bild 'des' Krimis lösen und auf das einlassen können, was es von anderen - auch von mir - verfassten Kriminalromanen unterscheidet. Ich danke dir für diese Rezi! die Carmen

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    1. Liebe Carmen, ich verlasse gern mal die Pfade des üblichen, wenn ich meinen Lesestoff aussuche und dabei finde ich so manches Schätzchen, so wie dein Buch.

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    2. Dankeschön! für das 'Schätzchen', liebe Mauela :) Darauf bin ich jetzt einfach mal so richtig stolz: die Carmen

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    3. Jetzt ist das 'n' irgendwo auf der Strecke geblieben, sorry!

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  2. Hallo Manuela,
    eine interessante Rezension über ein spannendes Buch. Das merke ich mir auf alle Fälle.
    LG Gesa

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