Mittwoch, 25. September 2019

8 Fragen 8 Antworten: Ein Interview mit Cornelia Lotter

Das Gewinnspiel ist beendet Die Losfee hat ihre Arbeit getan und kann sich bis zum nächsten Gewinnspiel ausruhen
Liebe Gudrun, herzlichen Glückwunsch.


Hallo ihr Lieben, im Oktober wird im Rahmen der Frankfurter Buchmesse der dspp19 verliehen, der Preis für das beste selbstveröffentlichte Buch.
Eine der Nominierten ist Cornelia Lotter mit ihrem Buch: Gettokind, und nicht nur das ich schon einige ihrer Bücher gelesen habe, ich kenne sie auch persönlich und wir haben schon den einen oder anderen Kaffee zusammen getrunken und Kuchen gegessen, bis sie das Ländle verlassen hat um ins schöne Leipzig zu ziehen.
Die sympathische Autorin wuchs in der Nähe von Weimar auf und verließ 1984 die DDR um in Tübingen zu leben und zu arbeiten. Seit 2015 arbeitet sie als freie Autorin.
Ich habe Cornelia ein paar Fragen gestellt und sie war so freundlich diese auch zu beantworten und ihr könnt auch etwas gewinnen, dazu mehr am Ende des Interviews.


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1.Liebe Cornelia herzlich willkommen im Bücherhaus, mach es dir bequem, du kennst dich ja aus. Magst du dich für die Leser die dich noch nicht kennen kurz vorstellen? Beschreibe dich doch bitte in 5 Worten.

Ehrgeizig, kreativ, optimistisch, humorvoll, perfektionistisch


2. Vor ein paar Jahren bist du aus der schwäbischen Provinz nach Leipzig gezogen, was ich persönlich sehr schade fand, was hat dich dazu bewogen?


Ich wollte noch einmal – und zwar vor der Rente – einen völlig neuen Lebensabschnitt anfangen. Einen Abschnitt, in dem ich dem, was ich schon mein Leben lang gern gemacht habe, die Priorität zukommen lasse, die ihm zusteht: dem Schreiben.


3.Was machst du, wenn du nicht schreibst?


Ich lese sehr viel (schließlich muss ich ja wissen, was die „Konkurrenz“ so macht). Außerdem singe ich jede Woche im Kneipenchor und genieße das umfangreiche kulturelle Angebot, das sich mir hier in Leipzig bietet (Oper, Gewandhaus, Kleinkunstbühnen).


4.Wie kommen dir die Ideen zu deinen Büchern, was inspiriert dich?


Sehr häufig steht am Anfang ein Artikel in einer Zeitschrift – meist im Spiegel. Aber es kann auch ein Gedenkstättenbesuch (wie bei „Birkensommer“) sein oder ein Gespräch.



5. Du bist mit Gettokind für den Deutschen Selfpublishing-Preis nominiert. 

Zu meiner Rezension


Wie fühlt sich das an?


Da ich mich das erste Mal dafür beworben habe, fühlt es sich natürlich gut an. Es bestärkt mich, auch wenn ich (noch) nicht zu denjenigen gehöre, die vom Schreiben leben können, weiter über die Themen zu schreiben, die mir wichtig sind. Und das sind in letzter Zeit Themen aus der Zeit des Nationalsozialismus.


6. Glaubst du, dass dein Buch etwas in den Menschen, die es lesen, verändert?



Wenn man nicht hoffen würde, mit dem, was man geschrieben hat, etwas bei den Lesern zu bewirken, könnte man es auch lassen. Ich hoffe sehr, dass gerade dieses Buch etwas in Gang setzt. Das ist vor allem in der heutigen Zeit mit den aktuellen Problemen sehr wichtig.

7.Nach dem Buch ist vor dem Buch. Woran arbeitest du gerade?


Ich habe gerade einen Roman über eine Bauhaus-Keramikerin abgeschlossen. Als Nächstes werde ich einen Roman zum Thema Zwangsarbeit in Leipzig schreiben, in dem es auch eine Handlungsebene und Verknüpfungen mit der Zeit um die Wende herum geben wird.

8.Welche Frage wolltest du schon immer mal beantworten, es hat sich nur noch niemand getraut, sie zu stellen?


Da fällt mir überhaupt keine ein.


Da muss ich doch beizeiten mal nachhaken und konkreter Fragen. Oder fällt euch eine Frage ein, die wir Cornelia Lotter noch stellen können? Stellt sie jetzt und gewinnt mit etwas Glück eine signierte Ausgabe ihres Thrillers: 

Blutschuh - Ki und der gläserne Schuh: Der 7. Fall für Kirsten Stein

Also meinen Lesern ist noch die eine oder andere Frage eingefallen und Frau Lotter war so freundlich auch diese zu beantworten:

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 Fragen:
Womit verdient sie ihren lfd Lebensunterhalt? 
Gute Frage. Da ich von meinem Schreiben (noch) nicht leben kann, lebe ich von meinen Rücklagen, ohne die ich mir ein Leben als Freie Autorin gar nicht hätte „leisten“ können.

Wo ist das h in ghetto / getto geblieben?
Du hast recht, die meisten kennen noch die alte Schreibweise. Deshalb habe ich gleich vorn im Buch eine Erklärung für das fehlende H, die ich hier gern verkürzt wiedergebe: Lt. Duden-Empfehlung wird das Wort ohne H geschrieben. Außerdem wurde diese Schreibweise sowohl in der offiziellen deutschen Korrespondenz der damaligen Zeit als auch in den Schriftsätzen des Judenrats sowie der meisten persönlichen Korrespondenz verwendet.

Was ich mich immer frage: Wenn man ein Buch schreibt, steht vorher schon die ganze Geschichte fest oder entwickelt sie sich erst im Laufe des Schreibens? Und gerade bei Thrillern, wie schafft man es nur, alle losen Enden zu verbinden, sodass zum Schluss eine glaubwürdige Auflösung steht?
Gute Frage. Es gibt Bauchschreiben (ich) und Plotter (ist mir zu viel Arbeit, bevor ich mit Schreiben loslegen kann und wird mir beim Schreiben zu langweilig, wenn ich schon weiß, was als Nächstes passiert.) Bei mir steht der Grundplot (im Kopf), die Figuren (im Kopf) und wohin die Reise grob geht. Das heißt, das Thema. Außerdem perspektivische Fragen (aus der Perspektive welcher Figur erzähle ich? Gibt es mehrere Perspektiven? In welcher Zeitform erzähle ich? Schreibe ich in der Ich-Form oder in der 3. Person?) Dann fange ich an. Und während ich schreibe, entwickle ich alles. Das ist bei mir bei Thrillern und Krimis nicht anders als bei historischen Romanen. Allerdings führe ich neben dem Schreiben ein Dokument, in das ich die einzelnen Kapitel – die ich gerade geschrieben habe – mit einigen wenigen Stichworten vermerke. Da weiß ich dann genau, wo ich evtl. noch mal nachjustieren muss. Auch recherchieren tue ich immer auch neben dem Schreiben, weil gerade während des Schreibprozesses noch viele Fragen auftreten, die ich vorher gar nicht kannte. Auch dafür gibt es dann die verschiedenen Dokumente.

Wenn Ihnen unterwegs Ideen kommen, wie halten Sie diese fest? Notizbuch, Handy, Tablet?
Bei Ideen immer Notizbuch.

Bei so vielen Veröffentlichungen - waren die alle im Selbstverlag oder gab es auch welche mit Verlagshäusern?
Ich habe immer noch 8 Veröffentlichungen (7 davon unter Pseudonym) bei dotbooks, außerdem zwei in Kleinverlagen. Mein allererster Kleinverlag hat Pleite gemacht und mich ziemlich über den Tisch gezogen. Deshalb – auch weil finanziell dabei noch weniger rumkommt als im SP, möchte ich nicht mehr in Kleinverlagen veröffentlichen. Ich muss aber auch sagen, wenn ein großer Publikumsverlag bei mir anklopfen würde und vernünftige Bedingungen hätte, wäre ich sofort dort. Allerdings würde ich auch im SP weiterhin bestimmte Sachen machen wollen. Da ist man einfach herrlich unabhängig.             



Bildquelle Cornelia Lotter.de

und das Kleingedruckte, wichtig. LESEN.
Teilnahmebedingungen
- den Beitrag auf dem Blog und/oder auf Facebook kommentieren
- Teilen wäre lieb, ist aber kein Muss
- Teilnahme ab 16 (oder mit Erlaubnis der Eltern) und mit Wohnsitz in Deutschland
- Kein Ersatz, wenn der Postbote lieber selbst das Buch lesen möchte
- Der Rechtsweg ist ausgeschlossen und eine Barauszahlung nicht möglich
- Die Adresse wird nur für den Versand des Buches an die Autorin Cornelia Lotter weitergegeben
- Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Facebook
- Teilnahme ist bis zum 29.09.2019 23:59 möglich, am 01.10.2019 wird der Gewinner bekannt gegeben. Bitte melde dich auf der hier angegeben Mailadresse oder auf Facebook.
https://www.facebook.com/lesenswertesausdembuecherhaus/?ref=bookmarks





9 Kommentare:

  1. Während ich bei Gabi ("Laberladen") ihren Beitrag zum Indie-Author-Day durchstöberte, bin ich auf deine Verlinkung dort gestoßen. Wie schön auch ein Interview heute zu finden!

    Happy #IndieAuthorDayDE *Konfettiregen*

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  2. Soll ich hier die Frage stellen, oder wo?

    Fragen: womit verdient sie ihren lfd Lebensunterhalt?

    LG Toldi
    Wo ist das h in ghetto / getto geblieben? ;o)

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  3. Was ich mich immer frage: Wenn man ein Buch schreibt, steht vorher schon die ganze Geschichte fest oder entwickelt sie sich erst im Laufe des Schreibens? Und gerade bei Thrillern, wie schafft man es nur, alle losen Enden zu verbinden, sodass zum Schluss eine glaubwürdige Auflösung steht. Ich finde das ja immer wieder faszinierend. :0)

    LG
    Gudrun

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    1. Gute Frage, Gudrun, ich bin auch immer froh das ich nicht schreibe sondern nur lese ;o)

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  4. Hallo Cornelia,
    wenn Ihnen unterwegs Ideen kommen, wie halten Sie diese fest? Notizbuch, Handy, Tablet?


    wo schreiben Sie hauptsächlich?

    LG
    Gesa

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  5. Die Autorin Cornelia Lotter hatte ich bisher noch nicht so wirklich auf dem Schirm. Doch ich muss sagen, es hat mich neugierig auf ihre Bücher gemacht, als ich die Themenauswahl gesehen habe. Und Gettokind ist gleich mal auf meine Leseliste gewandert.
    Vielen Dank für die Vorstellung der Autorin und dass sie ein bisschen was über sich erzählt hat.
    LG Gabi

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  6. Liebe Manuela, vielen Dank für das Gewinnspiel und den tollen Gewinn und vielen Dank an Fr. Lotter für die interessante Antwort! :0)

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