Henry arbeitet als Kontrollraumleiter und kümmert sich seit dem Tod seiner Frau allein um seine Kinder und seine Mutter.
Leider habe ich kein Foto von ihm gefunden, ich kann euch aber versichern, das er ein recht gutaussehender Mann ist, vor allem aber macht er einen sympathischen und zuverlässigen Eindruck. Ein Mann der auch in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf behält und auf den man sich verlassen kann.
Da ich von ihm, wie gesagt kein Foto habe, müsst ihr euch mit seinem Schöpfer begnügen.
Jetzt aber zum Interview.
Guten Morgen Henry, wir befinden uns gerade in einer seltsamen Situation, ich interviewe eine fiktive Person, deren Geschichte ich noch nicht komplett kenne und du sitzt plötzlich und für dich sicher unerklärbar an meinem Küchentisch, da stehen übrigens Kaffee und Kekse. Bedien dich.
1) Wie fühlst du dich gerade?
Kaffee! Herrlich. Das ist etwas, was ich nur aus den Erzählungen kenne. Echter Kaffee. Wahnsinn. Wie fühle ich mich. Schwierig. Ich bin besorgt. Sehr sogar und es lässt mir keine Ruhe. Es geschehen Dinge, die nicht gut sind, die gefährlich sind und ich fühle mich hilflos.
2)In meiner Welt geht zwar gerade alles den Bach runter, was das Klima und den Frieden angeht, aber die Erde dreht sich noch. Wie hat das alles bei euch angefangen?
*überlegt* Ich weiß es ehrlich nicht. Es gibt über die Zeit vor dem Stillstand nur sehr wenig, was wir wissen. Die Tage und Nächte wurden länger. Alles geriet aus den Fugen. Kluge Wissenschaftler versuchten Lösungen zu finden, aber das Ende stand damit bereits fest.
3)Nach welchen Kriterien wurden die Stationen eigentlich an den Stellen gebaut an denen sie stehen?
Nun. Durch die fehlende Rotation war klar, dass die Welt sich wandeln würde. Man berechnete die Orte, die dann noch trocken waren, in der Nähe zur neuen Küste und innerhalb der atembaren Atmosphäre und verteilte sie einmal um die Erde.
4) Wie wurde entschieden, wer in die Station einziehen darf?
Da gibt es viele Gerüchte zu. Es gab auch Menschen, die nicht einziehen wollten. Bei dem Rest wurde auf genetische Qualität gesetzt. Genkrankheiten bedeuteten das Aus. Ein Hang zu psychischen Erkrankungen ebenso. Danach wurde nach Berufen ausgewählt. Man braucht ja gewisse Positionen. Der Rest war das Los.
5) Erinnerst du dich noch an die ersten Tage in der Station?
Ich bin hier drin geboren worden. Ich kenne es nicht anders.
6) Wie ist das Gefühl, zu wissen das du sie wohl nie wieder verlassen wirst, das deine Kinder hier aufwachsen und sterben werden?
Wir alle kennen kein anderes Leben nur meine Mutter erzählt, aber vorstellen können wir uns das nicht. Es wäre schön, wenn es anders ist, kommen aber damit klar.
7) Apropos Kinder, du bist alleinerziehender Vater von Teeniezwillingen, Kinder sind unter normalen Umständen schon eine Herausforderung, wie gehst du damit um, das sie erwachsen werden, mit wem kannst du über Erziehungsprobleme sprechen?
Teen. Hier gelten sie beinahe als erwachsen und es ist nicht leicht. Die Mutter fehlt. Ich will nicht, dass sie verletzt werden. Beide sollen ihren Weg gehen, aber sie sind auch zu jung, um gewisse Fehler zu erkennen.
8) Erzähl doch mal von deinem Tagesablauf, es haben ja noch nicht alle deine Geschichte gelesen.
Ich arbeite als Kontrollraumleiter im Kontrollraum der Station. Meine Schicht dauert 8 Stunden, wir wechseln also mit zwei anderen Teams. Wir kontrollieren im Grunde alles. Stromfluss, die Produktion von Strom, Nahrung … einfach alles. Wir entscheiden, ob geheizt wird oder nicht. Wir sind das Herz. Acht Stunden schlafe ich und die anderen Stunden versuche ich mich als Vater und Sohn, pflege meine Mutter. Es ist im Grunde sehr eintönig.
9) Im Moment häufen sich die Probleme auf der Station, ohne zu spoilern kann ich ja nicht näher drauf eingehen was ich schon weiß, nur das was In den Klappentexten steht. Stichwörter: Stromdiebstahl, Krankheit, Station 1
Wie ist deine Prognose, wird alles gut ausgehen, ich weiß das auch für dich an Hellseherei grenzt, schließlich kannst du auch nicht in die Zukunft blicken, aber was erwartest du nach deinen bisherigen Erlebnissen?
Stromdiebstahl? Wer stiehlt Strom? Davon weiß ich nichts. Und wie viele sind denn krank? Ich meine es sind Twilight Days, da sind viele krank… wegen dem Alkohol. Was Station 1 angeht. Ich hoffe, dass wir das überleben oder verschont werden, aber ich habe kein gutes Gefühl.
10) Jetzt mal im Vertrauen, dein Autor, zwingt der dich manchmal dazu Dinge zu sagen oder zu tun, die du eigentlich nicht tun willst?
Mein Autor ist ein sadistische Arschloch. Muss ich mehr dazu sagen?
11) Oder wenn Ihr verschiedener Ansicht seid welchen Weg du gehen solltest, wer setzt sich durch?
Er sitzt am längeren Hebel. Dummerweise.
Upps hörst du das, das ist eine Alarmsirene, ich glaube du solltest nach Hause, nimm dir noch Kekse mit. Ich danke dir für deinen Besuch und das Gespräch.
*rennt los* Bis bald – hoffe ich.
Mir hat das Interview sehr viel Spaß gemacht, wann hat man denn schon mal die Chance mit einer fiktiven Person zu sprechen.
Ich hoffe das die Probleme auf der Station bald gelöst werden, aber nicht zu bald, denn mir gefällt die Reihe sehr.


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