Samstag, 11. Mai 2019

Auf den zerbrochenen Flügeln der Freiheit von Rebecca Michéle


Inhalt:Das Findelkind Rose wächst Anfang des 20. Jahrhunderts unbeschwert und wohlbehütet in einem irischen Kloster auf, ihre Liebe zu Gott und den Menschen bezeugt sie dadurch das sie Nonne wird und in der Kloster eigenen Schule unterrichtet. Da sie aber immer wieder gegen die Klosterregeln verstößt, um den ihr anvertrauten Schülern zu helfen, wird sie in ein Kloster nach Dublin versetzt, dem eine Wäscherei angeschlossen ist, in der gefallene Mädchen und Frauen arbeiten.
Dort trifft sie auf Cindy und Fiona, die wie alle anderen Magdalen Frauen, wie sie genannt werden, ausgebeutet, misshandelt und vergewaltigt werden.

Meine Meinung:
Selten hat mich ein Buch schon auf den ersten Seiten so wütend gemacht, dementsprechend schwer fällt mir eine sachliche Bewertung.. Es macht einen Unterschied ob die grausamen Ereignisse die man in einem Buch liest der Fantasie des Autors entspringen oder ob sie auf Tatsachen beruhen wie in der vorliegenden Geschichte.
Wenn wir hier in Deutschland an Klöster und Nonnen denken, kommen uns Bilder von sanften und hilfsbereiten Frauen in den Sinn, die ihr Leben anderen Menschen gewidmet haben um zu helfen und das Wort Gottes zu verbreiten.
Und so wird es sicherlich auch in allen Nonnenklöstern der Welt sein, mit Ausnahmen und diese Ausnahme scheint fast alle Klöster in Irland zu umfassen, in denen Frauen in der Gewalt von Nonnen für ihre Sünden büßen mussten, Ich habe versucht herauszufinden wie viele solcher Einrichtungen, von denen die letzte 1996 geschlossen wurde, es gab und stieß auf immer mehr Namen von kirchlichen Einrichtungen auf deren Gelände Kinderleichen gefunden wurden, z. B. in Tuam einer Stadt westlich von Dublin dort wurden im Laufe der Zeit wohl 800 Kinder verscharrt und wie Müll weggeworfen. In den Wäschereien mussten die Frauen und Mädchen bis zu totalen Erschöpfung unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten, niemand interessierte sich für ihr Schicksal oder schenkte ihren Aussagen glauben.

Die fiktive Geschichte der drei Frauen Rose, Cindy und Fiona hat mich zutiefst berührt, sie geben nicht auf und setzen alles daran der Hölle auf Erden zu entfliehen und als sie es schaffen, verstecken sie sich nicht sondern engagieren sich unter falschem Namen, im irischen Unabhängigkeitskampf. Ob sie am Ende ihr Glück finden müsst ihr selber herausfinden.
Die Autorin stimmt aber auch versöhnliche Töne an, sie verdammt zwar die Taten der Nonnen und Priester, aber nicht  Gott. Sie verachtet was diese Menschen anderen antaten aber nicht den Glauben.
Diese Trennung ist ihr meiner Meinung nach sehr gut gelungen und auch wichtig, denn der Glaube ist es der vielen Menschen auch heute noch Trost und Halt gibt.

Das Leben schreibt die grausamsten Geschichten wie Rebecca Michéle mit diesem Buch eindrucksvoll beweist.

  • Taschenbuch: 500 Seiten
  • Verlag: edition oberkassel; Auflage: 1 (16. Mai 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3958131751
  • ISBN-13: 978-3958131750








1 Kommentar:

  1. Das klingt sehr interessant. Erschütternd, was heute unter den Mantel verborgen werden soll, obwohl es schon alles bekannt ist. Danke für diese Empfehlung!

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